Lebensmittelskandal: Rindfleischgericht besteht zur Hälfte aus Pferd
Die Funde von Pferdefleisch in Rindfleischgerichten häufen sich, nun wurde erstmals auch ein sehr hoher Anteil festgestellt. Kontrolleure in Baden-Württemberg haben in der Probe eines Fertiggerichtes 50 Prozent Pferdefleisch gefunden.
Stuttgart/Berlin - Lidl meldete erst am Montagabend neue Fertiggerichte, in denen der Discounter Pferdefleisch gefunden hat. Während sich die gefundene Menge in den Rindfleischgerichten bisher in niedrigen Prozentbereichen bewegte, haben Lebensmittelkontrolleure in Baden-Württemberg jetzt ein Rindfleischgericht untersucht, dessen Fleisch zur Hälfte aus Pferd bestand. Insgesamt hätten die Kontrolleure in neun von bisher 37 ausgewerteten Proben Pferdefleisch entdeckt, teilte am Montag in Stuttgart das Landesverbraucherministerium mit. Untersuchungen weiterer Proben dauerten an.
"Alle positiven Befunde sind auf die bisher bekannten Lieferwege zurückzuführen", erklärte Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne). Die Spur führe über Nordrhein-Westfalen zu Betrieben in Luxemburg und Frankreich. Die Produkte seien landesweit über den Einzelhandel vertrieben worden.
Lidl hatte zuletzt nach "Tortelloni Rindfleisch" von der Gusto GmbH auch in "Rinder-Gulasch" des Herstellers Dreistern sowie in "Ravioli in pikanter Sauce" von William Saurin und "Penne Bolognese" der Copack und Schröder KG Anteile von Pferdefleisch gefunden. Diese entdeckte Lidl den Angaben zufolge im Rahmen eigener Untersuchungen.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hatte am Montag einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der die europaweite Kennzeichnung der Herkunft von Fleischprodukten fordert. Auch härtere Strafen, strengere Vorgaben für die Eigenkontrollen der Unternehmen, zusätzliche Tests von Fleischprodukten und ein Frühwarnsystem sind unter anderem Teil des Aktionsplans.
mia/afp/dpa
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