Wirtschaftsplan der Republikaner Romney verspricht Ölkonzernen neue Bohrfelder

Mit spektakulären Wirtschaftskonzepten will US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney die Stimmung im Wahlkampf drehen. Den Ölkonzernen verspricht er neue Bohrfelder und eine laxere Regulierung. Seine Partei will zudem prüfen lassen, ob der Dollar wieder durch Gold gedeckt werden sollte.

Mitt Romney stellt sein Energiekonzept vor: Mehr Öl für Amerika
AFP

Mitt Romney stellt sein Energiekonzept vor: Mehr Öl für Amerika


Washington - Bei Themen wie Einwanderung oder Homosexuellenrechten können Mitt Romney die Gesetze gar nicht streng genug sein. Wenn es jedoch um die Regulierung der amerikanischen Ölindustrie geht, mag es der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner lieber etwas laxer.

Romney stellte in New Mexiko sein Energiekonzept für den Wahlkampf vor. Die Kernaussage: Ab 2020 sollen die USA, Kanada und Mexiko unabhängig von Energieeinfuhren sein. "Das ist kein Luftschloss. Das ist ein erreichbares Ziel", versicherte Romney. Allein in der Öl- und Gasförderung will er so drei Millionen neue Jobs für Amerikaner schaffen.

Erreichen will Romney sein Ziel vor allem durch eine laxere Regulierung von Ölbohrungen. So sollen künftig nicht mehr Bundesbehörden über die Erschließung neuer Ölfelder auf Bundesgebiet entscheiden, sondern die einzelnen Staaten. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Staaten wie North Dakota oder Colorado deutlich schneller Genehmigungen erteilten, sagte Romney.

Energieexperten sind alarmiert. "Regionale Behörden könnten Projekte verhindern, die im nationalen Interesse wären oder Produktion fördern, die das Wasser oder die Luft in anderen Bundesstaaten verschmutzt", warnt Michael E. Webber von der University of Texas in Austin. Auch die Wahlkampfsprecherin von US-Präsident Barack Obama kritisierte den Energieplan: "Es ist nur ein weiterer unverantwortlicher Plan, um die Taschen der großen Ölfirmen mit Geld zu füllen, während die USA weiter zurückfallen und den sauberen Energiesektor China überlassen", sagte Lis Smith.

Die Partei arbeitet an einer Rückkehr zum Goldstandard

Zu Romneys Konzept gehört auch die Erschließung neuer Ölfelder vor der amerikanischen Ostküste durch die häufig kritisierten Tiefseebohrungen. Dabei soll unter anderem eine Entscheidung Obamas rückgängiggemacht werden: Der US-Präsident hatte nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 die Erschließung neuer Felder vor der Küste des Bundesstaats Virginia gestoppt.

Mit seinem Energieplan geht Romney kurz vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner in die Offensive. Ab kommenden Montag will die Partei ihren Spitzenmann während eines viertägigen Polit-Spektakels offiziell zum Präsidentschaftskandidaten für die Wahl am 6. November küren.

Das Energiekonzept ist nicht der einzige ungewöhnliche Wirtschaftsvorstoß der Republikaner. Wie die britische "Financial Times" ("FT") berichtet, will die Partei eine Arbeitsgruppe einsetzen, die eine Rückkehr zum sogenannten Goldstandard prüfen soll. Darunter versteht man die zumindest teilweise Deckung der umlaufenden Dollarbestände durch Gold.

"Wir können uns den Weg zum Wohlstand nicht drucken"

Die sogenannte "Gold-Kommission" ist laut dem Bericht Teil des Wahlkampfprogramms, das auf dem Nominierungsparteitag in der kommenden Woche beschlossen werden soll. Damit reagiert die Partei auf immer lauter werdende Stimmen in den USA, die ein neues Währungssystem fordern. Vor allem die laxe Geldpolitik der Notenbank Fed ist vielen Konservativen ein Ärgernis.

"In der Republikanischen Partei und in ganz Amerika wächst die Erkenntnis, dass wir uns den Weg zum Wohlstand nicht drucken können", zitiert die "FT" Sean Fieler, den Vorsitzenden des American Principles Projekt, das sich seit langem für eine Rückkehr zum Goldstandard einsetzt.

Vor dem Ersten Weltkrieg galt der Goldstandard als wichtigstes Bezugssystem für die Schwankungen von Währungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf man Bandbreiten innerhalb des Währungssystems von Bretton Woods mit dem Dollar als Leitwährung, hinterlegt mit Gold. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde das System wieder aufgegeben.

stk/dapd/Reuters

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zabbaru 24.08.2012
1. Soviel Gold
gibt es im ganzen Universum nicht, um die globale Dollarschwemme mit einem vertrauensbildendem realen Wert auszustatten. Und was die laxeren Regulierungen bzgl. der Oelfoerderung anbelangt, dass ist ein Tropfen auf dem heissen Stein und hilft nur ein paar Jahre weiter, danach werden die Waehler realisieren, was fuer eine Luftnummer dieser Kasper ist. Aber die Amis denken ja eh nur von 12 bis Mittag.
AusVersehen 24.08.2012
2. Goldstandard
Zitat von sysopAFPMit spektakulären Wirtschaftskonzepten will US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney die Stimmung im Wahlkampf drehen. Den Ölkonzernen verspricht er neue Bohrfelder und eine laxere Regulierung. Seine Partei will zudem prüfen lassen, ob der Dollar wieder durch Gold gedeckt werden sollte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,851910,00.html
Ja, natürlich mit dem deutschen Gold. Dessen Eigentümer zwar die Bundesbank ist, aber eben nicht der Besitzer. Falls das deutsche Bundesbankgold überhaupt noch da ist. Faktisch hat die USA die BRD doch enteignet.
Whitejack 24.08.2012
3.
Wie sollte der Plan funktionieren, den Dollar wieder in Gold zu decken? Das würde mich wirklich interessieren. Da die USA auf den Wert des Goldes - anders als auf den Wert des Dollars - eher geringen Einfluss haben, steht man doch schnell vor dem Problem, dass Gold dann absurd teuer wäre, d.h. würde ich mein Gold in Dollar umtauschen, müsste ich astronomische Beträge erhalten. Da ich davon ausgehe, dass dieser Plan kein kompletter Witz ist, würde mich die Kernidee dahinter interessieren. Massive Dollar-Abwertung? Weigerung, die Dollars im Ausland zurückzutauschen? Oder etwas ganz anderes?
crimson-king 24.08.2012
4. Alter Wein in neuen Schläuchen...
Der Goldstandard führt nur zu einer überflüssigen Bezugsrelation der Währung, welche die Währung selber einschränkt in ihrer Flexibilität. Denn letztlich ist der einzige Bezug der Währung Arbeitskraft und Vertrauen. Das mit den Edelmetallen haben ja schon die alten Spanier nicht begriffen. Herr Romney wirkt nicht wie ein Präsident, folglich wird er auch kein Präsident. Und sein Vize, dem würde ich nicht einmal einen Kiosk anvertrauen.
mr8 24.08.2012
5. Optional
Zitat von AusVersehenJa, natürlich mit dem deutschen Gold. Dessen Eigentümer zwar die Bundesbank ist, aber eben nicht der Besitzer. Falls das deutsche Bundesbankgold überhaupt noch da ist. Faktisch hat die USA die BRD doch enteignet.
Deutschland kann froh sein das man ihnen nach dem 2. Weltkrieg nicht alles genommen hat und das sie eine eigenständige Regierung bilden durften. Es gibt keinen Grund sich wegen Gold zu beschweren.
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