Rot-Kreuz-Bericht: 43 Millionen Europäer können sich kein Essen leisten

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Suppenküche in Rom: Die neue Armut wächst

In Europa können immer weniger Menschen ihr Essen selbst bezahlen. 43 Millionen Bürger sind laut einer Studie auf Suppenküchen und Spenden angewiesen. Das Rote Kreuz spricht von der "schlimmsten humanitären Krise seit sechs Jahrzehnten" auf dem Kontinent.

Rom/Genf - Ohne Suppenküche und Lebensmittelspenden können sie ihre Miete nicht mehr zahlen: Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften (IFRC) haben 43 Millionen Menschen in Europa nicht die Möglichkeit, sich aus eigenen Mitteln mit Essen zu versorgen. 120 Millionen Europäer sind demnach armutsgefährdet. Dies geht aus einer IFRC-Studie hervor, die am Donnerstag in Rom und Genf veröffentlicht wurde.

"Europa ist mit der schlimmsten humanitären Krise seit sechs Jahrzehnten konfrontiert", sagte IFRC-Generalsekretär Bekele Geleta. Ungeachtet der wirtschaftlichen Erholung in einigen wenigen Ländern Europas lebten in anderen Teilen des Kontinents Millionen Menschen wegen der Folgen der Finanzkrise in Armut.

Das gehe aus Datenerhebungen von 42 Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften hervor. Demnach sei in den Jahren 2009 bis 2012 die Zahl der Menschen, die Nahrungsmittel von den Hilfsorganisationen bekamen, in 22 Ländern Europas um 75 Prozent gestiegen.

Laut französischem Roten Kreuz konnten sich Dreiviertel der Hilfsempfänger ohne Suppenküche und Lebensmittelspenden die Miete für ihre Wohnung nicht leisten. Insgesamt wurden 52 Staaten in der Studie untersucht, die auf Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union basieren.

Besonders in Italien ist die soziale Härte spürbar: 150.000 Geschäfte und kleine Unternehmen mussten auf dem Höhepunkt der Krise schließen - das habe laut Studie zu einem massiven Anstieg neuer Armut geführt. "Die Folgen der Krise machten es für Helfer immer schwieriger, Spenden für Bedürftige zu bekommen", so Francesco Rocca, Präsident des italienischen Roten Kreuzes.

lei/dpa

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1.
1948-2008 10.10.2013
Zitat von sysopAFPIn Europa können immer weniger Menschen ihr Essen selbst bezahlen. 43 Millionen Bürger sind laut einer Studie auf Suppenküchen und Spenden angewiesen. Das Rote Kreuz spricht von der "schlimmsten humanitären Krise seit sechs Jahrzehnten" auf dem Kontinent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rotes-kreuz-43-millionen-europaeer-koennen-sich-kein-essen-leisten-a-927251.html
Ähhhmmmm ... also ich bin dafür, dass Europa mehr Flüchtlinge aus Afrika und Asien aufnimmt, mind. 25 Millionen pro Jahr!
2.
buzzi 10.10.2013
Holt doch noch mehr Menschen aus allen Ländern her, dann gibts noch weniger für alle. Ist Europa erstmal selbst wieder arm, kommt auch keiner mehr!
3.
Nekromant 10.10.2013
Zitat von sysopAFPIn Europa können immer weniger Menschen ihr Essen selbst bezahlen. 43 Millionen Bürger sind laut einer Studie auf Suppenküchen und Spenden angewiesen. Das Rote Kreuz spricht von der "schlimmsten humanitären Krise seit sechs Jahrzehnten" auf dem Kontinent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rotes-kreuz-43-millionen-europaeer-koennen-sich-kein-essen-leisten-a-927251.html
Ich muss sagen, ich bin ganz schön enttäuscht. Kohl sprach von blühenden Landschaften, EU-Politiker von einheitlichen, sozialen Verhältnissen in allen EU-Ländern. Selbst vor ein paar Tagen hiess es sogar noch, alles im grünen Bereich in der EU, jetzt geht es Aufwärts. Und dann so ein Beitrag. Mir fehlen die Worte.
4. Vielleicht kein Kuchen
Beobachter123 10.10.2013
Ich glaube diesen Bericht nicht. Grundnahrungsmittel sind für jeden in ausreichender Menge bezahlbar.
5. Völlig logisch...
xaindsleena 10.10.2013
Zitat von sysopAFPIn Europa können immer weniger Menschen ihr Essen selbst bezahlen. 43 Millionen Bürger sind laut einer Studie auf Suppenküchen und Spenden angewiesen. Das Rote Kreuz spricht von der "schlimmsten humanitären Krise seit sechs Jahrzehnten" auf dem Kontinent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rotes-kreuz-43-millionen-europaeer-koennen-sich-kein-essen-leisten-a-927251.html
...Geld kann (oder besser: sollte) man nicht drucken und auch nicht mehr davon ausgeben als man hat. Wenn die "Sozial"politik sich weiterhin Scherze wie diesen erlaubt: Sozialleistungen : Recht auf Hartz-IV für arbeitssuchende Rumänen - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT (http://www.welt.de/wirtschaft/article120802900/Recht-auf-Hartz-IV-fuer-arbeitssuchende-Rumaenen.html) wird sich das auch nicht ändern. Man kann über die ganze Umverteilungsmaschinerie wirklich nur noch den Kopf schütteln.
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