Onlineplattform in Verdacht Spendengeld des Roten Kreuzes verschollen - Staatsanwaltschaft ermittelt

Mehr als eine Million Euro an Spenden für das Rote Kreuz sind verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt gegen eine Internetplattform wegen Veruntreuung.


Das Rote Kreuz vermisst einen Millionenbetrag von Spendengeld, das über eine Onlineplattform eingezahlt wurde. Es fehlten 1,8 Millionen Franken (gut 1,5 Millionen Euro), heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) mit Sitz in Genf. Auch andere Hilfsorganisationen seien betroffen.

Die Staatsanwaltschaft in Zürich hat deshalb ein Strafverfahren unter anderem wegen Veruntreuung eingeleitet. "Zurzeit ist davon auszugehen, dass insgesamt mehrere Millionen Spendengeld nicht an die Empfänger weitergeleitet wurden", teilte die Anklagebehörde mit.

Der Verwaltungsratspräsident des beschuldigten Unternehmens wurde den Angaben zufolge am 22. Dezember am Flughafen in Zürich verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft. Der Firmensitz wurde durchsucht, zahlreiches Beweismaterial beschlagnahmt.

Die Geber hatten laut Rotem Kreuz über die Onlineplattform gespendet. Das Geld sei von dort aber nicht weitergeleitet worden. Die Organisation habe im September 2017 Strafanzeige gegen das von ihr beauftragte Unternehmen gestellt.

apr/dpa

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