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Rubel-Absturz: China verspricht Russland Krisenhilfe

Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping: China sagt Russland Unterstützung zu Zur Großansicht
AFP

Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping: China sagt Russland Unterstützung zu

Der rapide Verfall des Rubel scheint vorerst gebremst. Zudem bekommt Russland im Kampf gegen die Währungskrise Rückendeckung aus China.

Frankfurt am Main/Peking - Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise kann Russland auf Unterstützung aus Peking setzen. "Wenn Bedarf auf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten", sagte Außenminister Wang Yi am Wochenende laut einem Bericht der amtlichen Zeitung "China Daily". Einzelheiten zu möglichen Hilfen der Volksrepublik nannte Wang nicht.

Der Außenminister verwies darauf, dass sich die beiden Staaten schon früher gegenseitig unterstützt hätten. Er glaube allerdings, dass Russland die Probleme allein bewältigen könne, fügte Wang hinzu.

Zum Wochenbeginn ist der Rubel auf Erholungskurs. Am Montagmorgen wurde ein US-Dollar bei einem Kurs von 56,20 Rubel gehandelt. In der vergangenen Woche mussten für einen US-Dollar zeitweise mehr als 75 Rubel bezahlt werden. Experten erklärten die Erholung der russischen Währung unter anderem mit einem leichten Anstieg der Ölpreise. Dem Rubel dürfte zudem die Entscheidung des russischen Finanzministeriums geholfen haben, sieben Milliarden US-Dollar aus den Devisenreseven für Interventionen bereit zu stellen.

In diesem Jahr ist der Rubel im Vergleich zum Dollar um etwa 45 Prozent eingebrochen. Ein Grund dafür ist der Verfall des Ölpreises, weil Energieexporte für Russland eine wichtige Einnahmequelle sind. Zudem hat Präsident Wladimir Putin die westlichen Sanktionen gegen Russland für die Wirtschaftskrise mitverantwortlich gemacht.

SPD-Politiker plädiert für Überprüfung der Sanktionen

Angesichts des Rubel-Verfalls in der vergangenen Woche hatten deutsche Politiker die westlichen Sanktionen gegen Russland kritisiert. Auch Wirtschaftsvertreter warnten vor einer Destabilisierung des Landes.

Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich plädierte für ein schrittweises Zurückfahren der Sanktionen gegen Russland, falls in der Ostukraine ein dauerhafter Waffenstillstand gelingt und weitere Bedingungen erfüllt werden. Die Sanktionen seien kein Selbstzweck, sagte er der "Berliner Zeitung". "Sollten in den kommenden Wochen die Waffenruhe in der Ostukraine, eine nachprüfbare Umsetzung der Minsker Vereinbarung und eine sicherheitspolitisch verlässliche Atmosphäre hergestellt werden können, müssen auch die Sanktionen nach und nach überprüft und zurückgenommen werden", sagte Mützenich.

Das Minsker Abkommen verlangt unter anderem eine Waffenruhe, die Entmilitarisierung einer Zone entlang der Frontlinie vom 19. September, den Abzug ausländischer Kämpfer und die Kontrollhoheit für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

mmq/dpa-AFX/Reuters

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1.
pauschaltourist 22.12.2014
Das Zurückfahren der wie es scheint mittlerweile durchaus wirksamen Sanktionen sollte erst nach dem vollständigen Rückzug der russischen Soldaten aus dem souveränen ukrainischen Territorium (abgesehen vom vertraglich vereinbarten Marinestützpunkt auf der Krim) in Erwägungen gezogen werden.
2. fixe wechselkurse
sokrates. 22.12.2014
russland und china können ja einfach fixe wechselkurse vereinbaren. auch brasilien und indien könnten sich einem system fixer wechselkurse (allenfalls mit bandbreiten) anschliessen.
3. Sanktionen schaden den deutschen Interessen
kurpfaelzer54 22.12.2014
...und sind politisch und ökonomisch der größte Unsinn. Leidtragende sind wir in der EU und speziell in Deutschland. Die Sanktionen gefährden Zehntausende Arbeitsplätze hierzulande und vergiften das politische Klima mit Russland. Der lachende Dritte sitzt jenseits des großen Teichs in Washington. Es wird Zeit, dass die Deutschen lernen eine eigenständige Außenpolitik zu entwickeln und sich nicht nur im Windschatten der USA zu bewegen. Bisher war Russland wirtschaftlich immer ein zuverlässiger Partner. Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzten.
4. Schwalbe
KingTut 22.12.2014
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer könnte man die ein- zwei Tage währende Kurserholung des Rubel kommentieren. Denn die Probleme sitzen tiefer und die kann auch China mit allem Wohlwollen nicht lösen. Rußland hat es seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion versäumt, eine Industrie aufzubauen, die auf den Weltmärkten konkurrenzfähig ist, oder kennt jemand irgendwelche russischen Exportschlager außer Öl und Gas? Hinzu kommen die immensen Militärausgaben und die Investitionen zur Befeuerung der von Rußland ausgelösten Krisen in seiner Peripherie, wobei die Ukraine-Krise nur der traurige Höhepunkt dieser Politik ist. Als logische Folge wurden Sanktionen gegen Rußland verhängt, die meiner Meinung nach erst dann gelockert werden dürfen, wenn zweifelsfrei erkennbar ist, dass Putin nicht mehr zündelt. Oft genug hat er unsere Kanzlerin am Telefon getäuscht und das ist das zweite Problem, das Rußland hat, nämlich eine Vertrauenskrise. Putins Ruf ist ruiniert und man wird ihm wohl nie mehr richtig trauen können. Jedes Nachgeben wird er nur als Schwäche auslegen und gnadenlose ausnutzen. Deshalb muss der Druck aufrechterhalten werden, bis er von seine Politik grundlegend ändert.
5. Entscheidung keine Überraschung
MütterchenMüh 22.12.2014
Die Meldung bzw. die chinesische Entscheidung Russland zu unterstützen ist wahrlich keine Überraschung und bedurfte nur noch der öffentlichen Bestätigung. Über die asisatischen Kanäle werden mit Sicherheit auch die Produkte ins Land (russische) geholt, die auf diversen Embargolisten stehen sollten. Damit hat Steinmeier mit seiner Einschätzung Recht, daß Russland mit Sanktionen nicht "kleinzukriegen" sein wird.
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