Ruhrgebiet Großrazzia gegen Sozialbetrug

In vier Städten in Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Laut Polizei könnten sich dort Tausende Betrüger Sozialleistungen erschlichen haben.

Blaulicht (Archivbild)
DPA

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Wegen des Verdachts auf Missbrauch von Sozialleistungen sind am Morgen in vier Ruhrgebietsstädten zahlreiche Wohn- und Geschäftsräume durchsucht worden. Das berichten die Regionalmedien "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ("WAZ") und "Der Westen" übereinstimmend.

Die konzertierte Durchsuchungsaktion von Polizei, städtischen Ordnungsämtern, Jobcentern, der Generalzolldirektion und der Familienkasse fand demnach in Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen statt. Bei den Razzien ging es den Berichten zufolge unter anderem darum, Daten von Sozialleistungsempfängern abzugleichen.

Auch Dolmetscher und Vermieter kontrolliert

Laut "WAZ" sollen im Januar 2374 Rumänen und 3754 Bulgaren trotz einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit zu Unrecht ergänzende Leistungen erhalten haben. Es seien außerdem 4145 rumänische und bulgarische Minijobber überprüft worden, die auch nebenher ergänzende Leistungen bezogen hätten, schreiben die Zeitungen unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit NRW.

Es wurden demnach auch Arbeitgeber kontrolliert, die fingierte Arbeitsverträge für Minijobs ausstellten, Dolmetscher, die bei der Abgabe der Anträge helfen würden, und Vermieter, die für überteuerte Mieten den Menschen Unterkunft und Meldeadressen verschafften, hieß es.

"Wichtig ist uns, Arbeitnehmer aus Südosteuropa nicht pauschal zu stigmatisieren", sagte Christiane Schönefeld, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur. Die meisten von ihnen suchten eine legitime Chance am Arbeitsmarkt.

Video: Großrazzia wegen Sozialbetrug bei Goman-Familie

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insgesamt 33 Beiträge
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thomasconrad 26.04.2018
1. Wozu betrügen ?
Die Herrschaften müssen gerade mal 280 Euro selbst verdienen um legal auf HartzIV-Niveau hochgejazzt zu werden...ganz legale Plünderei.. Darüber berichtet keine Zeitung, könnte ja wer wutbürgern...
trex#1 26.04.2018
2. In Deutschland liegt das Geld auf der Straße
Das weiß eigentlich jeder im Ruhrgebiet, der es wissen will. Es ist in Deutschland sehr leicht, solche kriminellen Strukturen aufzubauen. Für die "Rumänen" und "Bulgaren" liegt das Geld in D auf der Straße, sie müssen es nur aufheben. Das Risiko ist recht gering, selbst eine solche Großaktion dürfte keine besonderen Folgen haben. Dann werden neue Strukturen aufgebaut. Die EU fördert dies durch Gesetze und Verordnungen.
maf123sp 26.04.2018
3.
Sie fokusieren da aber nur auf 50% des Textes. Es gibt eben auch AG die das in Ihrem Sinne ausnutzen und Vermieter, die hier auch schamlos die vom Sozialamt gezahlten Mieten mehrfach kassieren.
spon_5085922 26.04.2018
4.
Es geht um Sozialbetrug die Leute hätten keine Leistungen bekommen dürfen. Abgesehen davon ist Hartz4 zu niedrig berechnet um z.B. als chronisch Kranker damit durchzuhalten. Bei unserem Jobcenter in Bayern sind auch Rechtsbrüche gegen Bezieher von Sozialleistungen gang und gäbe, sowie eine hirnrissige Bürokratie. Des weiteren ist Deutschland auf Ausländische Arbeitskräfte angewiesen da es einen Mangel an Arbeitskräften gibt sei es vom Kosovarischen LKW Fahrer bis zum Syrischen Arzt. Das Jobcenter spielt derweil Bullshit Bingo und schiebt zuständigekeiten auf andere Behörden wie das Jugendamt und Wohnlösungen durch das Landratsamt das Landratsamt verweist wieder aus Jobcenter usw.
ansv 26.04.2018
5. So ein bigottes Getue
Wir wollen also die Menschen nicht stigmatisieren. Warum genau stellen wir dann sie an den Pranger und nicht die Schlepper und Schleuser, deren Geschäftsmodell das ist? Die Leute kommen ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil ihnen jemand erzählt hier gäbe es Arbeit und Zukunft für alle.
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