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Oligarch unter Hausarrest: Russische Justiz will Ölkonzern Bashneft wieder verstaatlichen

Ölmagnat Jewtuschenkow: Vorwurf illegaler Machenschaften Zur Großansicht
Corbis

Ölmagnat Jewtuschenkow: Vorwurf illegaler Machenschaften

Der russische Ölmagnat Wladimir Jewtuschenkow steht wegen Geldwäsche-Vorwürfen unter Hausarrest. Jetzt will die Justiz die Rückgabe seines Ölkonzerns Bashneft an den Staat erzwingen.

Moskau - Seit knapp zehn Tagen steht der russische Ölmagnat Wladimir Jewtuschenkow unter Hausarrest - nun will die Moskauer Justiz die Rückgabe seines Ölkonzerns Bashneft erzwingen. Den hatte der Staat vor fünf Jahren an Jewtuschenkow verkauft. Doch die Privatisierung sei damals unter schweren Gesetzesverstößen abgelaufen, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft in Moskau. Die Bashneft-Aktien seien deshalb im Interesse des russischen Staates gesperrt worden.

Bereits nach der Verhängung des Hausarrests war spekuliert worden, dass Russlands staatlich kontrollierter Ölriese Rosneft Chart zeigen Interesse an Bashneft hat. Rosneft-Chef Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin.

Über die Klage der Generalstaatsanwaltschaft auf Rückgabe der Bashneft-Aktien soll ein Moskauer Schiedsgericht am 9. Oktober entscheiden. Sistema hatte vor fünf Jahren Bashneft übernommen und besitzt rund 80 Prozent der Anteile. Die Aktien von AFK Sistema und Bashneft brachen am Freitag im Handel an der Moskauer Börse um zehn und sechs Prozent ein.

Die Ermittler haben nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass Jewtuschenkow im Zuge des Geschäfts an illegalen Machenschaften beteiligt war. Sistema wies die Anschuldigungen gegen Jewtuschenkow als substanzlos zurück.

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Wladimir Jewtuschenkow: Verwirrung um Ölmagnaten
Jewtuschenkow ist einer der reichsten Männer Russlands. Ein einflussreicher Unternehmerverband hatte den gegen ihn verhängten Hausarrest als politisch motiviert bezeichnet und mit dem Fall des Regierungskritikers und früheren Chefs des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, verglichen. Eine Meldung über seine Entlassung aus dem Hausarrest erwies sich vor Kurzem als falsch. Jewtuschenkow galt im Gegensatz zu Chodorkowski als weitgehend loyal gegenüber dem Kreml.

vks/dpa/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Das macht Sistema als Aktie so langsam interessant
European 26.09.2014
Aktuell -20% KGV ist inzwischen bei 2.5, KB bei 2.2 aber eine verdammt heisse Kiste eben. Hausarrest in Russland klingt sehr nach saftiger Steuernachzahlung.
2. hmm..schon komisch
mistermoe 26.09.2014
Der Staat verkauft die Firma an ein Privatunternehmen und stellt nach 5 Jahren fest das beim Verkauf etwas nicht korrekt war. Wo sind dann aber die Ermittlungen gegen die Beteiligten an dem Verkauf auf Seiten des Staates? Irgendjemand im Wirtschafts-/Finanz-/Justizministerium muss den Deal ja abgesegnet und den Vertrag unterschrieben haben, im Zweifelsfall die entsprechenden Minister selber. Die Sache stinkt ziemlich zum Himmel und sieht eher danach aus also ob der Putin-Vertraute an der Spitze von Rosneft sich wieder ein paar Rosinen sicher willen, hauptsächlich für die Privatkasse, so wie es immer war.
3. Wie war das noch?
vorsicht 26.09.2014
„Sistema hatte vor fünf Jahren Bashneft übernommen und besitzt 80% der Aktien“ Jewtuschenkow hat 1993, also während der Jelzin Ära, Sistema gegründet und hält mit 62,1 % Sistema Anteile. Also fand die Bereicherung des Herrn Jewtuschenko genau wie die des Herrn Chodorkowski während der Regentschaft Jelzin statt. Es liegt also nahe, dass die Vorwürfe ebenso fundiert sind, wie sie es gegen Chodorkowski waren. Wieder ein Oligarch weniger
4.
vorsicht 26.09.2014
Bitte Artikel gründlich lesen. Es handelt sich nicht um die Firma Rosneft, sondern Bashneft. Ob es sich um einen PUTIN Vertrauten handelt, sei dahingestellt.
5. ... wie gehabt ...
kdhauptsache 26.09.2014
Rosneft will u.a. Geld vom Staat und der hat sich halt jetzt mal was ausgedacht, wie man Rosneft "helfen" könnte. In der russischen Wirtschaft gehen offensichtlich die Fälle, bei denen etwas nicht sauber gelaufen ist, je nach Bedarf des Kreml nie aus. Da muss wohl "jeder" damit rechnen, von der Kremljustiz ins Visier genommen zu werden, der Putins Politik nicht zu 100% unterstützt oder ihm anderweitig gefährlich werden kann. Putin weiß doch aus eigener Erfahrung wie das gelaufen ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion (z.B. in St. Petersburg). Das geschätzte Privatvermögen von Putin beträgt ca. 40 Mrd. Dollar. ... Putin ist doch kein Deut anders, als "seine" Oligarchen, die alle samt den Staat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geplündert haben. ...
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