Sanktionen Deutsche Exporte nach Russland sinken drastisch

Die Sanktionen gegen Putin treffen auch Deutschland. Nach Angaben des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft sind die Exporte nach Russland 2014 um mehr als sechs Milliarden Euro eingebrochen. Zehntausende Jobs seien gefährdet.

Roter Platz in Moskau: Wirtschaftliche Eiszeit mit Deutschland
REUTERS

Roter Platz in Moskau: Wirtschaftliche Eiszeit mit Deutschland


Berlin - Der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, geht davon aus, dass die deutschen Exporte nach Russland im Jahr 2014 um 18 Prozent gesunken sind. Das seien umgerechnet mehr als sechs Milliarden Euro, sagte Cordes der "Rheinischen Post".

"Der Rückgang der Exporte hat sich zuletzt Monat für Monat beschleunigt, so dass wir für 2015 eine noch schlechtere Entwicklung befürchten müssen, sollte es nicht bald eine politische Lösung der Krise geben", sagte Cordes. Er beklagte, dass es vor allem die Europäer seien, "die den wirtschaftlichen Preis für die politische Krise zahlen".

Demnach nimmt der Handel Russlands mit asiatischen und lateinamerikanischen Partnern zu. Selbst US-Exporte seien im vergangenen Jahr um ein Prozent gestiegen.

Cordes sieht in Deutschland auch Arbeitsplätze gefährdet: "Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland rund 300.000 Arbeitsplätze allein von Exportgeschäften mit russischen Partnern abhängen, so könnte ein dauerhafter zwanzigprozentiger Rückgang im schlimmsten Fall zum Verlust von 60.000 Arbeitsplätzen führen."

ssu/Reuters



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insgesamt 139 Beiträge
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Seite 1
andi1963 23.01.2015
1. ohne Russland...?
was haben wir eigentlich ohne Russland gemacht?... wie hat sich die deutsche Wirtschaft ohne Russland überhaupt halten können.
guenzi 23.01.2015
2. Prima!
Da haben die USA ihr Ziel erreicht, Russland schwächen, Deutschland schwächen, uns danach das TTIP zur Stärkung der Wirtschaft schmackhaft machen ... Toll! :-(
webstar2568 23.01.2015
3. Wenn uns doch bloß jemand gewarnt hätte...
Es wird aber vor allen ohnehin schon wirtschaftsschwache Regionen treffen. viele kleine unternehmen im Osten profitieren noch von Kontakten und guten Sprachkenntnissen und haben sich daher auf den Export nach Russland spezialisiert. Insofern sind 40.000-60.000 Arbeitsplätze noch bedeutend mehr als man auf den ersten Blick vermutet
volksauflauf 23.01.2015
4. Das ist das Ergebnis unserer
"tollen" Politik. Erst machen und hinterher denken hat noch nie funktioniert. Der vorauseilende Gehorsam, eine typisch deutsche Eigenschaft, gegenüber dem US-Regime, kostet nun mal etwas: Arbeitsplätze. Das aber betrifft ja die Politkamarilla nicht.
dogma2000 23.01.2015
5. Ach, aufgewacht?
Wem war denn bitte schön nicht klar, dass wir uns damit auch und vor allem ins eigene Bein schiessen? Bewirkt haben die Sanktionen nur Negatives, für beide Seiten, während das angestrebte nicht ansatzweise erreicht wurde. Ich bin zwar erst 50 Jahre alt, aber so viel schlechte Aussenpolitik wie unter der Merkel Regierung habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Ich hoffe dass Merkels Nachfolger das wieder halbwegs kitten kann, was da alles zerbrochen wurde. Toi Toi Toi
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