Politische Eiszeit Russland-Geschäft der deutschen Unternehmen deutlich geschrumpft

Die Ukrainekrise belastet das Verhältnis des Westens zu Russland massiv. Die deutschen Unternehmen spüren die Eiszeit in der Bilanz: Ihr Umsatz schrumpfte um mehr als 30 Prozent.

Supermarkt in Moskau: Mittelfristig Besserung in Sicht
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Supermarkt in Moskau: Mittelfristig Besserung in Sicht


Das Russland-Geschäft der deutschen Dax-Konzerne ist nach einer Studie der Unternehmensberatung EAC im laufenden Jahr weiter zurückgegangen. Insgesamt erwirtschafteten sie voraussichtlich nur noch rund 15 Milliarden Euro Umsatz in Russland, sagte EAC-Partner Dietmar Kusch in München. Vor zwei Jahren seien es noch 22 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr 19 Milliarden Euro gewesen. Auch die Gewinnmargen sanken demnach deutlich.

Allerdings sind die Sanktionen wegen des Kriegs in der Ukraine nicht die einzige Ursache für das immer schlechter laufende Russland-Geschäft. Der Verfall des Ölpreises, die Abwertung des Rubels und die Eintrübung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds hätten die Wirtschaft in Russland in eine Krise geführt, die ebenfalls einen geringeren Warenaustausch nach sich ziehe.

Im kommenden Jahr erwarten die Unternehmensberater für das Russland-Geschäft der deutschen Konzerne eine Stagnation, ab 2017 soll der Umsatz dann ganz allmählich wieder steigen.

mik/dpa



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