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Preisanstieg in Russland: Putin fordert billigen Wodka

Weiß, was lustig macht: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert Preiskontrollen bei Wodka Zur Großansicht
REUTERS

Weiß, was lustig macht: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert Preiskontrollen bei Wodka

Wladimir Putin sorgt sich um seine Bürger. Der russische Präsident fordert, Wodka müsse billig bleiben. Denn ein Preisanstieg könnte die Gesundheit der Russen gefährden.

Der russische Präsident Wladimir Putin weiß, was bei seinem Volk gut ankommt. Russland müsse dringend den Preisanstieg von Wodka begrenzen, forderte er am Mittwoch bei einem Treffen mit Regierungsvertretern und Gouverneuren. Der Grund dafür liegt für Putin auf der Hand.

Es geht dem russischen Präsidenten um das Wohl seiner Bürger. Steigt der Preis für Wodka noch weiter an, würde dies die Schwarzbrennerei befördern. Dieser selbstgebrannte Alkohol sei noch viel riskanter für die Gesundheit als der legale. Billiger Wodka rettet Menschenleben - oder so.

Wodka ist in Russland eine Art Nationalgetränk. Er wird oft exzessiv konsumiert. Internationale Studien haben ergeben, dass ein Viertel aller russischen Männer vor dem 55. Lebensjahr stirbt. Daran hat der Alkoholkonsum einen großen Anteil.

In diesem Jahr stieg der staatlich regulierte Preis für einen halben Liter Wodka um etwa ein Drittel auf 220 Rubel (3,34 Euro). Offenbar vermutet Putin, der hohe Wodkapreis könnte bei den Russen für Unmut sorgen.

Viele Russen haben derzeit wenig Grund zur Freude. Der Wert des Rubels ist rasant gesunken, das Land steckt in einer Wirtschaftskrise, die für viele Russen Härten mit sich bringt.

Schuld an der Krise sind vor allem die russische Wirtschaftspolitik und der niedrige Ölpreis, aber auch die westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts beeinträchtigen die russische Wirtschaft. Nächstes Jahr könnte Russlands Bruttoinlandsprodukt um rund 4,5 Prozent schrumpfen, prognostiziert die russische Zentralbank.

ras/Reuters

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insgesamt 63 Beiträge
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1. Und ratet mal
Shoxus 24.12.2014
was ein Bundeskanzler oder wohl eher ein bay. Ministerpräsident sagen würde... Richtig! Bier muss billiger werden. Russland hat seinen Wodka, Deutschland sein Bier. Das sowas überhaupt als Nachricht gebracht wird. Das man als Journalist überhaupt mit dem Mist der hier teilweise fabriziert wird Geld verdienen kann wundert mich schon.
2. Nicht Brot und Spiele
OlafKoeln 24.12.2014
... sondern Wodka und Spiele ... und bald "Die Tribute von Moskau" ...
3. Na also ...
Greggi 24.12.2014
schöne Steilvorlage für unsere Korn- und Weinbrenner: Billiger "Sprit" ist gut für die Gesundheit. Ich hab's ja schon immer geeaahhhnd ... ***hicks*** Prost & Nastrovje!!! (und fröhliche Weihnacht überall)
4. Statistik
herkurius 24.12.2014
Welcher Prozentanteil aller Männer in Deutschland sterben eigentlich vor dem 55. Lebensjahr?
5. Hahaha
sebastian.teichert 24.12.2014
Ja, dass ist natürlich auch eine Möglichkeit, die Menschen ruhig zu halten xD
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Wie Rating-Agenturen arbeiten
Geschichte
Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor's, Moody's und Fitch.
Standard & Poor's
Standard & Poor's (S&P): Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's. Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).
Moody's
Moody's: John Moody gründete 1909 die Agentur Moody's Investors Service, die seit 1975 von der US-Börsenaufsicht SEC anerkannt ist. Die Bewertungen reichen von Aaa über Baa1 bis C.
Fitch
Fitch Ratings: 1924 entstand in New York aus der Fitch Publishing Company von John Fitch das Unternehmen Fitch Ratings. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in New York, Fitch Ratings zudem in London; sie betreiben Büros in aller Welt. Das Rating reicht von AAA bis D.
Wie die Agenturen arbeiten
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten und vergeben dazu verschiedene Bonitätsnoten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements.
Die Noten der Rating-Agenturen
Das bedeuten die Ratings
Moody's S&P Fitch Bewertung
Aaa AAA AAA Beste Qualität
Aa1 AA+ AA+ Sichere Anlage
Aa2 AA AA
Aa3 AA- AA-
A1 A+ A+ Prinzipiell sichere Anlage
A2 A A
A3 A- A-
Baa1 BBB+ BBB+ Durchschnittlich gute Anlage
Baa2 BBB BBB
Baa3 BBB- BBB-
Ba1 BB+ BB+ Spekulative Anlage
Ba2 BB BB
Ba3 BB- BB-
B1 B+ B+ Hochspekulative Anlage
B2 B B
B3 B- B-
Caa1 CCC+ CCC+ Substantielle Risiken / Extrem spekulativ
Caa2 CCC CCC
Caa3 CCC- CCC-
Ca CC CC
Ca C C
C D D Zahlungsausfall
Bedeutung der Noten
Je schlechter sie die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, umso teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.

Hochspekulative Anleihen (Moody's: Ba1, S&P: BB+, Fitch: BB+) gelten als "Ramsch". Wird eine Anleihe als spekulativ eingestuft, müssen beispielsweise Zentralbanken sie verkaufen.
Kritik
Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen (Ratings) Mathematik und welcher Meinung ist. In der Finanzkrise wurden Rating-Agenturen an den Pranger gestellt: Weil sie Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben.
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Der Präsident ist animalisch, Deutsch hat eine eher ungewöhnliche Bedeutung - und vor dem Wodkatrinken sollten Sie ein, zwei Dinge dringend beachten. Wissenswertes und wundervolle Verrücktheiten: Entdecken Sie Russland im großen SPIEGEL-ONLINE-Test.


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