Reaktion auf EU-Strafe Russland verlängert Handelssanktionen gegen Europa

Wie du mir, so ich dir: Russland hat die Wirtschaftssanktionen gegen die EU um ein Jahr verlängert - als Reaktion auf den entsprechenden Beschluss der EU-Außenminister.

Putin beim Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (19.06.): "destabilisierende Rolle"
AP/dpa

Putin beim Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (19.06.): "destabilisierende Rolle"


Vor wenigen Tagen hatte die EU ihre Sanktionen gegen Russland verlängert. Nun reagiert Moskau und beschließt ebenfalls die Ausdehnung der Strafmaßnahmen gegen die Europäische Union. Eine entsprechende Order erließ Russlands Präsident Wladimir Putin am Mittwoch und verlängert die Sanktionen gegen die EU um ein Jahr bis Juni 2016. Der Einfuhrstopp betrifft Lebensmittelimporte wie Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte.

Die EU-Außenminister hatten am Montag bei ihrem Treffen in Luxemburg entschieden, die Wirtschaftssanktionen gegen Moskau "wegen Russlands destabilisierender Rolle in der Ostukraine" um ein halbes Jahr bis Ende Januar 2016 zu verlängern.

Zunächst hatte die EU im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt nur Reise- und Vermögenssperren gegen bestimmte Personen verhängt, verschärfte die Sanktionen aber drastisch nach dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ukraine. Sie richten sich unter anderem gegen russische Staatsbanken, den Im- und Export von Rüstungsgütern sowie die russische Öl- und Gasindustrie.

Seit April 2014 kämpfen prorussische Separatisten im Osten der Ukraine gegen die Truppen der ukrainischen Zentralregierung und der mit ihnen verbündeten Freiwilligenbataillone. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Rebellen mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Moskau bestreitet das.

Im Februar schlossen die Konfliktparteien in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ein Abkommen, das eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen aus dem Kampfgebiet vorsieht. Allerdings wird gegen das Abkommen immer wieder verstoßen. Zwar schwächten sich die Kämpfe ab, doch gibt es weiterhin Gefechte mit Todesopfern.

kpa/AFP/dpa/Reuters



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insgesamt 245 Beiträge
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abc-xyz 24.06.2015
1. Russland schießt sich selbst in den Fuß
Die Agrarbetriebe des Westens haben inzwischen ihre Versorgungswege an Russland in andere Richtungen gelenkt bzw. sich der Situation angepasst. Da jammert niemand mehr. Der Schaden bleibt fast völlig an Russland und zwar in Form von höheren Lebensmittelpreisen und verminderter Qualität. Ein klassisches Beispiel wie man sich selber in den Fuß schießt. Ironie der ganzen Sache ist, dass die beste Sanktion gegen Russland dieses Embargo ist und die gleichgeschaltete Russenpresse kann nicht mal andere damit belangen.
aaaron 24.06.2015
2. Warum die nicht korrekte Artikelüberschrift?
Moskau liegt auch in Europa. Etwas mehr journalistische Sorgfalt in den Formulierungen könnte nicht schaden.
AKrebs 24.06.2015
3.
Sehr gut, wer austeilt wie die EU, muss auch einstecken können.
fussball11 24.06.2015
4.
Zitat von abc-xyzDie Agrarbetriebe des Westens haben inzwischen ihre Versorgungswege an Russland in andere Richtungen gelenkt bzw. sich der Situation angepasst. Da jammert niemand mehr. Der Schaden bleibt fast völlig an Russland und zwar in Form von höheren Lebensmittelpreisen und verminderter Qualität. Ein klassisches Beispiel wie man sich selber in den Fuß schießt. Ironie der ganzen Sache ist, dass die beste Sanktion gegen Russland dieses Embargo ist und die gleichgeschaltete Russenpresse kann nicht mal andere damit belangen.
Natürlich wird gejammert, es wird aber nicht darüber berichtet. Russland Agrarwirtschaft wird langfristig gestärkt und unabhängiger vom Ausland. Kann man als Nachteil sehen oder als Nachteil verkaufen.
deviet 24.06.2015
5. Wo haben sie denn diese Weisheiten her?
Zitat von abc-xyzDie Agrarbetriebe des Westens haben inzwischen ihre Versorgungswege an Russland in andere Richtungen gelenkt bzw. sich der Situation angepasst. Da jammert niemand mehr. Der Schaden bleibt fast völlig an Russland und zwar in Form von höheren Lebensmittelpreisen und verminderter Qualität. Ein klassisches Beispiel wie man sich selber in den Fuß schießt. Ironie der ganzen Sache ist, dass die beste Sanktion gegen Russland dieses Embargo ist und die gleichgeschaltete Russenpresse kann nicht mal andere damit belangen.
Die "Welt" hat letzte Woche einen interessanten Artikel gebracht. Die betraf die Auswirkungen der Sanktionen und des Lebensmittelembargos auf die EU Staaten. Die kamen dort zu einer völlig anderen Schlussfolgerung. Deshalb würde mich sehr die Quelle ihres Wissens interessieren.
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