Sanktionen Putins Boykott treibt russische Lebensmittelpreise hoch

Erst Obst und Milch, jetzt auch noch Süßigkeiten: Russland hat den Import vieler ausländischer Lebensmittel verboten. Das kommt die Bürger offenbar teuer zu stehen.

Eine Frau kauft Lebensmittel in einem Supermarkt in Moskau: 14 Prozent höhere Preise für Fleisch
AFP

Eine Frau kauft Lebensmittel in einem Supermarkt in Moskau: 14 Prozent höhere Preise für Fleisch


Moskau - Viele Nahrungsmittel aus der EU dürfen in Russland nicht mehr verkauft werden - eine Reaktion Moskaus auf die Sanktionen des Westens. Doch der von Moskau verhängte Boykott hat offenbar auch für die russische Bevölkerung Konsequenzen. Zehn Prozent mehr mussten die Verbraucher im August durchschnittlich für Nahrungsmittel bezahlen. Das teilte das Statistikamt Rosstat der Agentur RBK zufolge mit.

Den stärksten Schub von fast 14 Prozent verzeichneten demnach die Fleischpreise. Auch der Preis für Fisch zog mit einem Plus von fast neun Prozent deutlich an, für Milch mussten die Käufer 9,2 Prozent mehr bezahlen. Besonders gravierend ist die Teuerung bei Lebensmitteln im Vergleich mit der Gesamtinflation: Sie fiel von 0,5 Prozent im Juli auf 0,2 Prozent im August.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte mit dem Warenboykott auf Sanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt reagiert - und wollte den Westen so wegen seiner "antirussischen Politik" abstrafen. Auch russische Kommentatoren hatten allerdings prompt vor einem Eigentor gewarnt, da die Sanktionen vor allem den russischen Verbrauchern schaden würden.

Gerade erst haben russische Behörden noch zusätzlich einen Einfuhrstopp für Süßigkeiten aus der Ukraine verhängt. Die Produkte von zwei Firmen dürfen nicht mehr importiert werden - offiziell um die Verbraucher zu schützen. Das Naschwerk soll falsch etikettiert worden sein.

vks/dpa

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insgesamt 67 Beiträge
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freespeech1 05.09.2014
1.
Sanktionen sind immer auch ein Schuss ins eigene Knie. Das gilt auch für Russland
whocaresbutyou 05.09.2014
2. Olympiade der Selbstdarsteller...
Tut Russland mal wieder nicht was der Westen will, wird fröhlich sanktioniert. Das hebt die Stimmung im eigenen Land, lenkt von lokalen Problemen ab und demonstriert Stärke. Bis irgendjemand merkt, dass die Russen plötzlich im Westen keine Waren mehr kaufen, keine Maschinen mehr bestellen und kein Geld mehr investieren. Und irgendwann wird so ganz langsam auch dem letzten Idioten bewusst, das Kaviar und Rindfleisch nicht im Supermarktregal wachsen und Erdgas nicht in der Pipeline. Die Sanktionen werden zögerlicher, die Gespräche freundlicher und irgendwann ist alles wieder beim Alten. Und natürlich verbucht jede Seite es als Ergebnis der eigenen diplomatischen Bemühungen. Das hebt die Stimmung im eigenen Land, lenkt von den lokalen Problemen ab und... ... naja, sie wissen schon ;o)
sci666 05.09.2014
3. russland...
ist nicht vom westen abhängig, andersherum schon ! Öl, Gas und andere Rohstoffe ! Süßigkeiten dürfen nich tmeh rimportiert werden ? oh wie schlimm wer einmal in einem russischen supermarkt war weiß wieviel tonnen verschiedene süßigkeiten es dort gibt .... da kommt es auf die paar importstops nicht an.
Multiple Choice 05.09.2014
4.
Gemach! Die westeuropäischen Niedrig-Preise haben möglicherweise verhindert, dass sich die russische Landwirtschaft modernisieren konnte. Fährt sie ihre Produktion hoch (was Monate dauern könnte), dürften die Preise auch wieder sinken.
mahoney83 05.09.2014
5. Hahahah
Ihr seid lustig, wir holen und unser Öl woanders her und das Gas auch, die Russen wissen das. Was meint ihr weshalb sie gerade den Deal mit China gemacht haben??? Außerdem investiert der Westen in Russland, das einzige in das Russland investiert sind Luxusartikel wie Autos, Pelze usw, sonst währe ihre Wirtschaft nicht so marode. Der Export nach Russland macht gerade mal 3% aus, die verteilen wir in andere Länder
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