Steigende Preise in Russland St. Petersburger horten Metro-Münzen

St. Petersburg rationiert die Münzen für den U-Bahn-Zutritt. Damit will die Stadt die Hamsterkäufe der Einwohner stoppen. Die horten die Münzen wegen einer geplanten Fahrpreiserhöhung.

Metro-Eingang in Sankt Petersburg: Fahrpreiserhöhung von 45 auf 50 Cent
AFP

Metro-Eingang in Sankt Petersburg: Fahrpreiserhöhung von 45 auf 50 Cent


St. Petersburg - Die Behörden von St. Petersburg haben den Verkauf von U-Bahn-Jetons rationiert, um die Panikkäufe der Metro-Nutzer zu stoppen. Seit Tagen horten die Einwohner Metro-Münzen wie anderswo Zucker oder Buchweizen. Gründe für die Hamsterkäufe sind der fallende Rubel und eine geplante Erhöhung der Fahrpreise.

Die Münzen dienen als Fahrkarte, sie müssen an den Drehkreuzen vor den Rolltreppen in einen Schlitz geworfen werden. Künftig dürfen Kassierer in den Metro-Stationen demnach nur noch zwei Münzen pro Kunde ausgeben.

Normalerweise werden in Russlands zweitgrößter Stadt täglich rund 15.000 U-Bahn-Jetons verkauft. Im Dezember aber waren es zwischen 80.000 und 100.000 pro Tag. Grund dafür ist die ab 1. Januar geltende Preiserhöhung von 28 auf 31 Rubel (45 auf 50 Cent). "Ich habe das Gefühl, die Leute hier investieren in Metro-Münzen", witzelte ein Passagier vor einem U-Bahn-Schalter in St. Petersburg.

Vor allem ärmere Haushalte horten seit einigen Wochen wichtige Güter aus Angst vor dem anhaltenden Verfall des Rubels und steigender Inflation. Der Wert des russischen Geldes ist rasant gesunken, das Land steckt in einer Wirtschaftskrise, die für viele Russen Härten mit sich bringt. Schuld an der Währungskrise ist der fallende Ölpreis, doch die westlichen Sanktionen wegen Russlands Ukraine-Politik verschärfen die Situation weiter.

Die Teuerungen machen auch nicht vor Russlands Nationalgetränk halt. Erst am Mittwoch forderte Russlands Präsident Wladimir Putin, den Preisanstieg beim Wodka zum Wohle seiner Bürger zu begrenzen.

sun/AFP

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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
uvg 27.12.2014
1. So sieht ...
Vertrauen in die Obrigkeit aus !
Ishibashi 27.12.2014
2. Kleinigkeiten !
Läppische Fahrpreiserhöhungen sind doch völlig uninteressant. Berichtet doch mal wie es inzwischen auf der Krim aussieht ! Gestern und heute war der Stom auf der gesamten Halbinsel von 12 - 21 Uhr abgeschaltet. Wasser wird Nachts schon seit Monaten abgedreht. Kreditkarten funktionieren seit heute auch nicht mehr. Da leben die St. Petersburger noch im Luxus !!!
naive is beautiful 27.12.2014
3. der überaus besorgte Herr Putin...
...sucht lieber eifrig die neuen Feinde seines Landes anstatt im besten Interesse seiner eigenen Bürger seinen chronischen Testosteronüberschuss behandeln zu lassen. Bezeichnend: Vorrang haben in Putin's Verständnis von einer weisen Staatsführung nicht etwa bezahlbare Lebensmittel oder Bahntickets, sondern eine möglichst ungebremste Versorgung mit billigem Wodka. Benebelt den Geist des Volkes mit Alkohol-Höchstdosen - und das Volk wird promilleselig in sich ruhen und seinen Obercowboy in Ruhe schalten und walten lassen. Putin selbst soll dem Vernehmen nach ja eher auf Krimsekt stehen - ooops... - wurde von der Weltpresse und der Völkergemeinschaft da etwa bisher ein starkes Motiv für die aktive Eingemeindung der Halbinsel völlig übersehen...? :)
Bruder Theodor 27.12.2014
4. Westliche-Werte-Exportweltmeister
Paul Craig Roberts*/** sagt, dass zu seiner aktiven Amtszeit die Methoden der US-Regierung gegen Rußland nunmehr als illegale einzustufende gewesen wären, und er hält die Sanktionspolitik für verfehlt, auch weil sie die deutschen Firmen zu stark trifft. Daraus ableitend, was die EU mit Rußland macht, ist ein Verbrechen. Sie treibt Rußland zu Aktionen, die sie dann sanktioniert. Auch unterstützen EU und Deutschland aktiv den Völkermord in der Ost-Ukraine, der selbst von der ukrainischen Armee als solcher so zugegeben wird. Zbigniew Brenzinski auf der anderen Seite wird hoch gehandelt als die graue Eminenz, die den großen Überblick über den großen Plan hat. In dem Interview (s. u.) aus Warschau vom 8.6.2014 mit dem polnischen Fernsehen hingegen sieht man einen schrecklich fehleinschätzenden Möchtegern-Strategen, einen Greis fern ab der Weisheit, die seinem Alter anhaften könnte, der seine Ansichten auf vielen Wenns und Abers aufbaut. Das Infantile, das von ihm ausgeht, das Nichtangekommensein, ist nicht zu übersehen. Nüchtern erkennt Brenzinski die ukrainische Regierung als Vollidioten (eine seiner Wenn-aber-dann-Beziehungen, "wenn" die nämlich nicht so idiotisch-kopflos-kulturlos-korrupt wäre, "dann" könnte man auch ordentlich mit ihr Pläne gegen Rußland machen). Der eine malt sich die Welt, wie sie ihm gefällt, der andere mahlt sich klein, was ihm nicht gefällt. Quellen: 1. Interview mit Paul Craig Roberts v. 17.12.2014 > http://youtu.be/SRrNs4mlHMA 2. Interview mit Zbigniew Brzezinski am 8.6.2014 > http://youtu.be/_eXtSFNDjY4 3. Interview mit Wladimir Ruban, Generaloberst der ukrainischen Armee a. D. am 2.9.2014 > http://youtu.be/Uz_Xvt7xlbw * http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Craig_Roberts Paul Craig Roberts (* 3. April 1939) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister während der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans ("Reaganomics") bekannt. ** http://usawatchdog.com/is-ruble-collapse-act-of-war-paul-craig-roberts/ "The big banks, the big Wall Street money, are essentially agents of the government. This is why they don’t get prosecuted. This is why they can break all kinds of laws, commit felonies and settle with a fine. This is what we’ve been watching in the financial arena. When these financial gangsters are caught, instead of being indicted and put on trial, they pay money."
nofreemen 27.12.2014
5. der Westen macht es gerade vor
Wohlstand muss man sich selber erschafften. Die Armut bekommt man nachgeschmissen. Verrückte Politik.
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