Trotz Sanktionen Handel zwischen USA und Russland floriert

Europäische Firmen befolgen die Russland-Sanktionen und leiden darunter. Dagegen hat der amerikanisch-russische Warenaustausch nach SPIEGEL-Informationen stark zugelegt - trotz der Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Moskau.

Hafen von Los Angeles: Bemerkenswerter Ausbau der Beziehungen
DPA

Hafen von Los Angeles: Bemerkenswerter Ausbau der Beziehungen


Die Sanktionen gegen Russland bereiten europäischen Unternehmen große Probleme - dagegen machen ihre US-Konkurrenten weiterhin gute Geschäfte: Im vergangenen Jahr hat der amerikanisch-russische Warenaustausch laut russischen Statistiken um knapp sechs Prozent zugelegt. Der Handel mit den Staaten der Europäischen Union (EU) schrumpfte demgegenüber um fast zehn Prozent. In den ersten beiden Monaten 2015 brach der Außenhandel der EU mit Russland gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um ein Drittel ein. Das berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 23/2015
Das System Blatter

"Die Amerikaner haben erst großen Druck auf Europa ausgeübt, harte Sanktionen zu verhängen", sagte Frank Schauff, Geschäftsführer der Association of European Business in Moskau. "Dass sie selbst ihren Handel mit Russland im vergangenen Jahr ausbauten, ist bemerkenswert."

Anfang der Woche unterzeichnete die texanische Firma Bell eine Lizenzvereinbarung mit einem russischen Hubschrauberhersteller, obwohl die Firma zum Imperium der Staatsfirma Rostec gehört, die vom Putin-Vertrauten Sergej Tschemesow geführt wird. Sowohl Rostec als auch Tschemesow stehen auf der amerikanischen Sanktionsliste.

Auch Boeing lässt sich von Sanktionen nicht beirren: Der Flugzeughersteller betreibt in der russischen Hauptstadt weiterhin ein Entwicklungszentrum mit 1200 Mitarbeitern.

Derweil ging Siemens bei einen Milliardenauftrag für moderne Züge und den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau in die boomende Provinzhauptstadt Kasan leer aus. "Vor dem Ukraine-Konflikt hätten die Deutschen den Zuschlag bekommen", erklärte ein Branchen-Insider. Nun kam ein chinesisches Staatsunternehmen zum Zug.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
muellerthomas 30.05.2015
1.
Wieso schaut sich bei SpOn niemand die Zahlen an: http://www.census.gov/foreign-trade/balance/c4621.html Das Handelsvolumen ist in der zweiten Jahreshälfte 2014 und Anfang 2015 massiv gesunken und auf langjährige Tiefstände gefallen.
emperor_norton 30.05.2015
2. ist doch alles gut
solange unsere Regierung das tut, was die Amerikaner ihr vorschreiben, können wir ja nichts Falsches machen. Amerikanische Interessen und deutsche Interessen sind zum Glück deckungsgleich. Die Amis sind unsere Freunde und wollen nur unser Bestes. Wer etwas anderes behauptet ist ein Putinversteher.
kasache89 30.05.2015
3. wer hat jetzt
Euro und Rubel sind signifikant gefallen, der Dollar steigt....das Putin kein heiliger ist, ist klar, aber wem der schwarze Peter, bezüglich der Ukraine Krise, zugeschoben werden muss, sollte nun, trotz vorangegangen einseitiger Berichterstattungen, mehr als deutlich sein. die USA baut erfolgreich unsere Abhängigkeit von ihnen auf, indem sie uns wirtschaftlich schwächen!
h-i-2224 30.05.2015
4. Die Deppen der Amis - die Deutschen.
Währen schon beim Ausruf der Sanktionen, die deutsche Regierung dem widerstandslos in aller "Härte" gefolgt war, haben sich zum gleichen Zeitpunkt mehr Vertreter der US-Wirtschaft als je zuvor an dem hochrangisten Wirtschaftstreffen in Russland, dem Petersburger Wirtschaftsgipfel beteiligt, fast komplett unter Ausschluss von Deutschland und Europa. Die Amis müssen doch, in Anbetracht der US-Hörigkeit der Deutschen und Europäer, vor Lachen nicht mehr in den Schlaf kommen.
ludwig2244 30.05.2015
5. Stümper
während viele Deutsche davor warnten, waren sich europ. Politiker wieder 100% sicher. Pseudomoral statt realistische und kritische Analyse des Ukraine-Konflikts. Die USA amüsieren mich aber immer mehr. Europa ist wirklich auf dem gerade Weg sich selbst abzuschaffen
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