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Diplomatische Spannungen: Russland stoppt Bau von türkischem AKW

Rosatom-Logo auf der Weltnuklearausstellung 2014: AKW-Bau gestoppt Zur Großansicht
REUTERS

Rosatom-Logo auf der Weltnuklearausstellung 2014: AKW-Bau gestoppt

Die russische Atombehörde Rosatom hat wegen der diplomatischen Spannungen zwischen Moskau und Ankara den Bau des ersten türkischen Kernkraftwerks gestoppt. Zwar gilt der Vertrag für das 20-Milliarden-Dollar-Projekt noch, die Türkei sucht aber bereits nach einem neuen Bauherrn.

Der Riss zwischen Russland und der Türkei wird tiefer. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei an der türkisch-syrischen Grenze am 24. November hat die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands, kurz Rosatom, jetzt die Bauarbeiten für den ersten türkischen Atommeiler gestoppt.

Die Behörde hat den Vertrag für das 20-Milliarden-Dollar-Projekt nach Angaben von russischen Beamten noch nicht aufgelöst und zögert auch noch, das zu tun - es würden hohe Konventionalstrafen fällig, sollte eine Seite die Abmachung aufkündigen.

Die Türkei ist allerdings schon auf der Suche nach einem neuen Partner für den Bau, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf türkische Beamte. Einige Länder seien sehr daran interessiert, bei dem Projekt einzuspringen, zumal die Türkei den Bau weiterer Atomkraftwerke plane. Den Zuschlag für den zweiten im Bau befindlichen Meiler erhielt im Jahr 2013 ein japanisch-französisches Firmenkonsortium - ein Großprojekt im Volumen von 22 Milliarden Dollar.

Würde das russisch-türkische Projekt infolge der diplomatischen Spannungen zwischen den Ländern verzögert oder gestoppt, dürfte das allerdings keine unmittelbaren Auswirkungen auf die türkische Energieversorgung haben. Der Reaktor sollte ursprünglich erst 2022 ans Netz gehen, allerdings ist der Zeitplan aufgrund regulatorischer Hürden bereits nicht mehr zu halten.

Die Türkei plant, sich von Energieimporten unabhängig zu machen und hatte Rosatom deshalb im Jahr 2013 den Auftrag für vier 1200-Megawatt-Reaktoren gegeben. Russland habe bereits 3,5 Milliarden Dollar investiert, aber nach dem Abschuss des russischen Kampfjets sei die Zukunft des Großprojekts jetzt vollkommen unsicher, zitiert Reuters einen russischen Beamten. Rosatom selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

nck/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Die richtige Reaktion seitens Russland
m.gu 09.12.2015
Es geht nicht nur um den Abschuss des russischen Kampfjets über Syrien. Russland geht es vor allem um die Doppelzüngigkeit der Herrschenden in Ankara. Es er folgt kein Kampf der Türkei gegen den IS. Sondern siehe Quelle: "Türkei und IS-Terroristen machen gemeinsame Sache." Wer den IS aktiv aufgebaut hat, wiederum vor allem die Türkei, siehe Quelle: Die Terrorarmee "Islamischer Staat" wird von drei der..." Aus diesem Beitrag Zitat:" Aber auch ein anderer Verbündeter der USA-die Türkei-bildete ISIS/IS Kämpfer auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes Incirlik in der Nähe der Stadt Adana im Süden der Türkei aus." Dass diese Kämpfer des IS auch heute legal von der Türkei nach Syrien gelangen, stellte der Terrorexperte Peter Neumann im Deutschen Fernsehen fest Zitat: "99 % aller Kämpfer für den IS reisen von der Türkei nach Syrien ein." Russland möchte weiterhin den Regierenden der NATO Staaten auch folgendes aufzeigen, dass der IS auch heute wieder Erdöl legal in die Türkei schmuggelt und seine Finanzen weiter aufbessert. Dazu Quelle: "Medien verschweigen die Hintermänner des ISIS," und "Wird Deutschland zum Komplizen des IS." Aus diesem Beitrag Zitat: "Öl-Schmuggel des IS: So ist Erdogans Sohn darin verstrickt." Es ist unverantwortlich, dass auch die Regierenden aus Deutschland, ausgenommen die Linke und auch die Grünen, weiterhin zu der engen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und dem IS schweigen. Putin hat bereits auf dem G20 Gipfel in der Türkei Bilder und Videoaufnahmen vorgelegt, die jedoch wenig Beachtung fanden. Siehe Quelle: "alles-schallundrauch.blogspot.de " Ohne die Austrocknung des IS, finanziell und Nachschub von Kämpfern, ist ein Sieg der Allianz gegen den IS nicht möglich.
2. Bauernopfer
olli08 09.12.2015
Zitat von m.guEs geht nicht nur um den Abschuss des russischen Kampfjets über Syrien. Russland geht es vor allem um die Doppelzüngigkeit der Herrschenden in Ankara. Es er folgt kein Kampf der Türkei gegen den IS. Sondern siehe Quelle: "Türkei und IS-Terroristen machen gemeinsame Sache." Wer den IS aktiv aufgebaut hat, wiederum vor allem die Türkei, siehe Quelle: Die Terrorarmee "Islamischer Staat" wird von drei der..." Aus diesem Beitrag Zitat:" Aber auch ein anderer Verbündeter der USA-die Türkei-bildete ISIS/IS Kämpfer auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes Incirlik in der Nähe der Stadt Adana im Süden der Türkei aus." Dass diese Kämpfer des IS auch heute legal von der Türkei nach Syrien gelangen, stellte der Terrorexperte Peter Neumann im Deutschen Fernsehen fest Zitat: "99 % aller Kämpfer für den IS reisen von der Türkei nach Syrien ein." Russland möchte weiterhin den Regierenden der NATO Staaten auch folgendes aufzeigen, dass der IS auch heute wieder Erdöl legal in die Türkei schmuggelt und seine Finanzen weiter aufbessert. Dazu Quelle: "Medien verschweigen die Hintermänner des ISIS," und "Wird Deutschland zum Komplizen des IS." Aus diesem Beitrag Zitat: "Öl-Schmuggel des IS: So ist Erdogans Sohn darin verstrickt." Es ist unverantwortlich, dass auch die Regierenden aus Deutschland, ausgenommen die Linke und auch die Grünen, weiterhin zu der engen Zusammenarbeit zwischen der Türkei und dem IS schweigen. Putin hat bereits auf dem G20 Gipfel in der Türkei Bilder und Videoaufnahmen vorgelegt, die jedoch wenig Beachtung fanden. Siehe Quelle: "alles-schallundrauch.blogspot.de " Ohne die Austrocknung des IS, finanziell und Nachschub von Kämpfern, ist ein Sieg der Allianz gegen den IS nicht möglich.
Das ist mit ziemlicher Sicherheit alles richtig und dem Erdogan auch zuzutrauen. Allerdings besteht für mich auch kein Zweifel daran, dass der russische Kampfjet absichtlich über türkisches Gebiet dirigiert wurde. Köder ausgelegt, Köder geschluckt, und Putin hat die gewünschte Situation. Ein Jet mit 2 Piloten? Ein geringer Preis, im Krieg sind schon weit mehr Leben für viel weniger "Vorteil" geopfert worden. Und ja, ich kenne mich mich Flugsicherung aus. Wenn man die "versehentliche" Grenzverletzung hätte vermeiden wollen, so wäre das leicht möglich gewesen.
3. Das erste sinnvolle
fernsehball 09.12.2015
Das ist doch eine gute Nachricht. Wahrscheinlich findet sich kein Betreiber um diese sinnlose subventionstechnologie weiterzuführen. Wenn doch dann ist klar dass es militärischen Zwecken dient.
4. Undurchschauberes Spiel
behemoth1 09.12.2015
Zitat von olli08Das ist mit ziemlicher Sicherheit alles richtig und dem Erdogan auch zuzutrauen. Allerdings besteht für mich auch kein Zweifel daran, dass der russische Kampfjet absichtlich über türkisches Gebiet dirigiert wurde. Köder ausgelegt, Köder geschluckt, und Putin hat die gewünschte Situation. Ein Jet mit 2 Piloten? Ein geringer Preis, im Krieg sind schon weit mehr Leben für viel weniger "Vorteil" geopfert worden. Und ja, ich kenne mich mich Flugsicherung aus. Wenn man die "versehentliche" Grenzverletzung hätte vermeiden wollen, so wäre das leicht möglich gewesen.
Für mich ist das alles ein undurchschaubares Spiel, wo beide Seiten ihre nicht gerade sauberen Hände mit im Spiel haben, ich vertraue keine dieser beiden Seiten. Beide gehen nur ihre eigenen Interessen nach, es geht keinem um die Menschen, die nun mal die Leidtragende sind, die werden nur von ihnen mit einer Träne im Auge vor den Kameras gezeigt. All die vielen Opfer und Millionen Vertriebene sollten doch endlch mal die Welt wachrütteln, aber wir alle beklagen uns nur, wenn sie zu uns als Flüchtlinge kommen und auch dann wollen viele ihnen nicht einmal eine menschenwürdige Zuflucht gewähren. Man muss aufpassen, dass aus dem Streit zwischen Putin und Erdogan sich nicht noch ein Krieg zwischen der Türkei und Russland entwickeln könnte, die Anzeichen stehen auf Sturm.
5. Erdogan
dirk1962 09.12.2015
....muß endlich in seine Schranken verwiesen werden. er gebärdet sich auch heute wieder mit unbewiesenen Äußerungen als Sultan des von ihm verträumten Osmanischen Reiches. Ich hätte mir längst klare Worte von der EU und der NATO gewünscht. Putin tut das einzig Richtige. Er übt wirtschaftlichen Druck aus, das wird die schwache Wirtschaft der Türkei nicht lange durchhalten ohne ernsten Schaden zu nehmen.
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