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Rubel-Absturz: Russland droht schwere Bankenkrise

Zentrale der Trust-Bank in Moskau: Kriselndes Geldhaus braucht mehr Kapital Zur Großansicht
AFP

Zentrale der Trust-Bank in Moskau: Kriselndes Geldhaus braucht mehr Kapital

Die Rubel-Krise trifft Russlands Wirtschaft immer härter. Die Zentralbank muss das Rettungspaket für die angeschlagene Trust Bank binnen Tagen vervierfachen. Im nächsten Jahr rechnet der Finanzminister mit weiteren Banken-Crashs.

Moskau - Wenige Tage nachdem die Zentralbank die Rettung der notleidenden Trust Bank angekündigt hat, muss sie ihr Paket von ursprünglich 30 Milliarden auf 99 Milliarden Rubel erhöhen. Außerdem stellt sie der Otkritie-Bank, die die Trust-Bank übernehmen wird, weitere 28 Milliarden Rubel zur Verfügung. Das verkündete die Zentralbank am Freitag. Insgesamt verteuern sich die Stützungsmaßnahmen damit von umgerechnet etwa 460 Millionen auf knapp zwei Milliarden Euro.

Die Bankenrettung wird ein Defizit in Russlands Staatshaushalt reißen. Finanzminister Anton Siluanow rechnet damit, dass das Land netto Kredite von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung aufnehmen muss. Ohne die Liquiditätshilfen hätte Russland einen Überschuss von 0,7 Prozent erwirtschaftet, sagte Siluanow am Freitag.

Wegen des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen des Westens aufgrund des Ukraine-Konflikts hat sich die russische Wirtschaft in eine der schwersten Krisen seit Jahren manövriert. Der Rubel verlor seit Anfang 2014 im Vergleich zum Euro und Dollar rund die Hälfte an Wert. Die Inflation steigt rapide.

Finanzminister will Militärausgaben beschränken

Um die Währung zu stützen, kauft die Zentralbank an den Finanzmärkten massiv Rubel auf. Ihre Reserven in Euro, Dollar und anderen Fremdwährungen sind innerhalb einer Woche um umgerechnet 13 auf 326 Milliarden Euro gesunken - der niedrigste Wert seit 2009. Außerdem hat sie den Leitzins auf 17 Prozent angehoben, was die Inflation eindämmen soll, aber auch Kredite für die darbende Wirtschaft verteuert.

An diesem Schritt regt sich deshalb Kritik aus der Regierung von Präsident Wladimir Putin: Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew forderte in der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" eine Normalisierung des Zinsniveaus. Den Absturz des Rubels zu stoppen sei bereits gelungen, meinte Uljukajew.

Sein Kabinettskollege, Finanzminister Anton Siluanow, will im kommenden Jahr allerdings weitere Geldhäuser unterstützen: Der teilstaatlichen VTB-Bank, die auch in Deutschland mit hohen Tagesgeld-Zinsen wirbt, stellt der Finanzminister rund 1,6 Milliarden Euro in Aussicht, der Bank des Energiekonzerns Gazprom weitere 1,1 Milliarden Euro.

Der Finanzminister rechnet im kommenden Jahr mit einer tiefen Rezession und weiterhin niedrigen Öleinnahmen, von denen die russische Wirtschaft extrem abhängig ist. Neben weiteren Krediten will er die Staatsausgaben einschränken. Die Militärausgaben, die aktuell ein Drittel von Russlands Staatsausgaben ausmachen, sollen von den Kürzungen besonders betroffen sein.

ade

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insgesamt 365 Beiträge
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1. Na wen wird was wohl am meisten treffen?
erasmus89 27.12.2014
Richtig, die Ukraine ist erledigt und das ganz alleine durch die Russland-Sanktionen der EU.
2. aha ...
WOLF in USA 27.12.2014
" innerhalb einer Woche um umgerechnet 13 auf 326 Milliarden Euro gesunken" ... da geht doch noch einiges. Sanktionen sind richtig, wirkungsvoll, legitim und notwendig! Weiter so ... der Rubel rollt so lange bis ihm die Puste ausgeht.
3. Putin wird einen Teufel tun...
fraumarek 27.12.2014
...und die Militärausgaben kürzen. Er muss ja ständig seine Minderwertigkeit damit kaschieren, dass er sinnlose Kriegsspiele betreibt, und massiv aufrüstet. Die Krim Annexion und der der Ukraine aufgezwungene Krieg, kosten Milliarden. Aber Putin würde lieber Russland ruinieren als mit dem Westen zu kooperieren.
4.
Higans 27.12.2014
Wann kommt denn jetzt der Kollaps der russischen Wirtschaft?
5.
kdshp 27.12.2014
Ist ja ansich witzig! Das geld was russland am westen verdient hat fließt jetzt wieder mehr oder weniger zurück in den westen.
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