Trotz Sanktionen Russland und ExxonMobil starten gemeinsame Ölbohrung

Wenige Tage nach Moskaus Strafmaßnahmen beginnen Rosneft und ExxonMobil gemeinsame Probebohrungen im Nordpolarmeer. Den Startschuss gibt Kreml-Chef Putin höchstpersönlich.

  Putin in Videokonferenz: "Pragmatismus und gesunder Menschenverstand"
AP

Putin in Videokonferenz: "Pragmatismus und gesunder Menschenverstand"


Sotschi - Inmitten wachsender Spannungen mit dem Westen hat Russlands Präsident ein russisch-amerikanisches Milliardenprojekt in der rohstoffreichen Arktis gestartet. Wladimir Putin startete per Videokonferenz eine Ölplattform, die von den Energiegiganten Rosneft und ExxonMobil verwaltet wird.

Mit Verweis auf die gegenseitigen Sanktionen Russlands und des Westens in der Ukraine-Krise betonte er, die internationale Wirtschaft zeige mit dem Projekt in der Karasee "Pragmatismus und gesunden Menschenverstand". Dies sei angesichts "momentaner politischer Probleme" erfreulich.

Der Russland-Repräsentant des US-Konzerns Exxon, kündigte an, das Unternehmen wolle seine Arbeit in Russland ungeachtet der US-Sanktionen gegen Moskau fortsetzen. "Unsere Zusammenarbeit ist langfristig. Wir sehen hier große Perspektiven", sagte Glen Waller nach Angaben der russischen Agentur Interfax. Rosneft und ExxonMobil kooperieren bereits auf Ölfeldern in Sibirien und vor der ostrussischen Insel Sachalin.

Rosneft-Chef Igor Setschin zufolge sollen die Probebohrungen in der Karasee in zwei Monaten beendet sein. Der Chef von Russlands größtem Ölkonzern steht auf der US-Sanktionsliste. Washington will Moskau damit zwingen, für mehr Entspannung in der Ukraine-Krise zu sorgen.

Die von Putin gestartete Ölplattform "West Alpha" steht nahe Russlands nördlichster Bohrung Universitetskaja-1. Arbeiten dort sind in der eisfreien Zeit von August bis Ende Oktober vorgesehen. Rosneft vermutet in diesem Teil des Nordpolarmeers Reserven von mindestens 3,5 Milliarden Tonnen Erdöl und elf Billionen Kubikmeter Gas.

Umweltschützer warnen seit Jahren vor einer wirtschaftlichen Ausbeutung der Region. Sie fürchten verheerende Folgen für die Natur.

ssu/dpa



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insgesamt 107 Beiträge
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chico 76 10.08.2014
1. Interessant, wir verhängen
Sanktionen gegen Russlands Bevölkerung und USA-Firmen betreiben "langfristige" Geschäfte. Passt irgendwie zu der Theorie, dass es den USA darum geht, einen Keil zwischen EU und Russland zu treiben. Gerade zwischen der EU ( Technik ) und Russland ( Rohstoffe ) wäre auf Jahrzehnte eine Zusammenarbeit, für beide Völker, förderlich. Dies setzen wir langfristig aufs Spiel. Wegen Maidan, der die eigene Bevölkerung bombardiert, das verstehe wer will, ich nicht.
polyphon 10.08.2014
2. Soso...
Am Ende kommt raus, dass wir auf russische Energielieferungen nicht verzichten können?
bratherigjan 10.08.2014
3. Russland bestellt 16 Boeings in den USA
Die großen US-Amerikanischen Firmen werden sich wohl kaum von Boykottaufrufen ihre Geschäfte verderben lassen. Wie die Neue Züricher Zeitung gemäß Reutes zu berichten weiß, hat Russland gerade 16 Boeings bestellt. http://www.nzz.ch/newsticker/russische-fluggesellschaft-bestellt-boeings-trotz-sanktionen-1.18357852 (Reuters) Die von den EU-Sanktionen betroffene russische Billigairline Dobrolet will beim amerikanischen Konzern Boeing neue Flugzeuge kaufen. Die Fluggesellschaft habe eine Vorvereinbarung zum Erwerb von 16 neuen Maschinen des Typs Boeing-737-800 unterzeichnet, teilte der von der staatlichen russischen Fluglinie Aeroflot betriebene Billigflieger mit. Die Gesellschaft musste in der vergangenen Woche alle Flüge streichen, weil als Folge der EU-Sanktionen ein Leasing-Vertrag für Boeing-Flugzeuge geplatzt war. Dobrolet fällt unter die Sanktionen der EU, weil sie auch die Krim anfliegt, die Russland sich im März gegen heftige Proteste des Westens einverleibt hatte. Nach der noch vorläufigen Vereinbarung mit Boeing sollen die neuen Maschinen in den Jahren 2017 und 2018 ausgeliefert werden, wie ein Dobrolet-Sprecher sagte. Die Airline habe am vergangenen Montag eine Sicherheitszahlung auf das Geschäft geleistet. Boeing war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
james-100, 10.08.2014
4.
Zitat von sysopAPWenige Tage nach Moskaus Strafmaßnahmen beginnen Rosneft und ExxonMobil gemeinsame Probebohrungen im Nordpolarmeer. Den Startschuss gibt Kremlchef Putin höchstpersönlich. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/russland-und-exxonmobil-starten-gemeinsame-oelbohrung-a-985361.html
Tja, so sehen also die Sanktionen der USA gegen Russland aus. Alles was der amerikanischen Wirtschaft nutzt, wird selbstredend gemacht. Trotz Sanktionen. Nur die us-hörigen Lakaien wie Merkel und Co schaden das eigene Land und die eigene Bevölkerung.
jber 10.08.2014
5. Die Amerikaner
drängen die EU zu Sanktionen und machen gleichzeitig das dicke Geschäft? Tolle Freunde. Am Ende fangen die noch an uns auszuspionieren.
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