Erstmals seit 2014 Russlands Notenbank erhöht Leitzins

Premierminister Medwedew forderte eine Zinssenkung. Doch die russische Notenbank entschied sich für einen anderen Kurs: Sie hob erstmals seit vier Jahren den Refinanzierungssatz an.

Geschäftsviertel in Moskau
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Geschäftsviertel in Moskau


Erstmals seit 2014 hat die russische Notenbank ihren Leitzins angehoben. Der Zins steige um 0,25 Prozentpunkte auf 7,50 Prozent, teilte die Notenbank mit. Die meisten Volkswirte hatten mit einem unveränderten Leitzins von 7,25 Prozent gerechnet.

Die Zentralbank stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Sie würden über die "Notwendigkeit weiterer Erhöhungen" nachdenken, hieß es in einer Mitteilung.

Medwedew für Zinssenkung

Der russische Rubel war zuletzt gemeinsam mit anderen Schwellenländer-Währungen unter Druck geraten. Auch die Inflation war in letzter Zeit gestiegen. Nach der Zinserhöhung legte der Rubel gegenüber anderen wichtigen Währungen zu.

Premierminister Dmitri Medwedew hatte die Notenbank zuletzt noch aufgefordert, die Zinsen zu senken. Notenbankchefin Elwira Nabiullina hielt jedoch verbal dagegen. Einige Beobachter sehen in der Zinserhöhung auch eine Reaktion auf die Aussagen von Medwedew.

Die Notenbank hatte seit Ende 2014 den Leitzins von damals 17,00 Prozent auf zuletzt 7,25 Prozent gesenkt. Die letzte Zinssenkung fand im März statt.

brt/dpa



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