Großbritannien Ryanair soll Streikopfer entschädigen

Europas Ryanair-Mitarbeiter streiken seit Monaten wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Jetzt will die britische Luftverkehrsaufsicht Ryanair auch für die Entschädigung von Passagieren zur Verantwortung ziehen.

Ryanair-Passagiere in Warschau
REUTERS

Ryanair-Passagiere in Warschau


Die europaweite Streikwelle im vergangenen Sommer könnte für den Billigflieger Ryanair noch teuer werden. Die britische Luftverkehrsaufsicht CAA kündigte rechtliche Schritte gegen die Airline an, weil diese die betroffenen Passagiere nicht entschädigen will.

In diesem Jahr streikten Ryanair-Mitarbeiter in mehreren Ländern Europas, was die Streichung von Hunderten Flügen zur Folge hatte und mehr als 100.000 Kunden beeinträchtigte.

Ryanair hat sich bislang auf die bisherige Rechtsprechung berufen, dass Streiks zu den "außergewöhnlichen Umständen" zählen, bei denen die Airlines laut EU-Richtlinie nicht zahlen müssen. Die CAA vertritt hingegen die Auffassung, dass bei diesen Crew-Streiks den Passagieren nach den EU-Richtlinien doch Entschädigungen zustehen.

Nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA vom Mittwoch hat Ryanair daraufhin die Zusammenarbeit mit der CAA-Schlichtungsstelle ADR beendet. Ein Sprecher von Ryanair sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Gerichte in Deutschland, Spanien und Italien haben bereits entschieden, dass Streiks als außergewöhnliche Umstände gelten und die EU-Kompensierungsregelung nicht gilt. Wir erwarten, dass die britische CAA und die Gerichte dieser Entscheidung folgen."

In Deutschland einigte sich Ryanair gerade mit seinen Piloten auf die Grundzüge eines Tarifwerks.

mal/dpa/Reuters



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