Saatgut-Sperre Aigner lehnt EU-Pläne ab

Die EU plant eine Agrarreform, und Europas Bürger sind in Aufruhr: Sie fürchten, dass Brüssel künftig jedem Kleingärtner diktiert, welches Saatgut er nutzen darf und welches nicht. Die Chancen, dass es so kommt, sind allerdings gering. Deutschlands Landwirtschaftsministerin ist gegen den Beschluss.

Agrarministerin Aigner: "Kleine Züchter müssen befreit werden"
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Agrarministerin Aigner: "Kleine Züchter müssen befreit werden"


Berlin - Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) spricht sich gegen Pläne der EU-Kommission aus, den Anbau von nicht amtlich zugelassenen Saaten zu unterbinden. "Es darf nicht soweit kommen, dass Privatgärtner für ein paar Samenkörnchen eine amtliche Zulassung vorzulegen haben", sagte Aigner dem "Handelsblatt".

"Kleine Züchter müssen von der Zulassungspflicht befreit werden", sagte sie. Gärtner und Züchter, die das Artenreichtum und die Sortenvielfalt erhalten, "müssen auch künftig ohne Einschränkung anbauen können."

Die EU-Kommission plant, dass künftig neben Landwirten auch Kleingärtner nur noch zugelassenes Saatgut verwenden dürfen. Seltene und alte Gemüsesorten etwa hätten dann kaum noch eine Chance angebaut zu werden. Ihnen fehlt die Handelszulassung, da diese für die Züchter häufig zu teuer ist und die Vorgaben durch di! e individuellen Formen des Obstes nicht eingehalten werden können.

Umweltverbände kritisieren, dass nach den Plänen der Kommission diese Saaten nicht einmal mehr getauscht oder verschenkt werden dürften. Die Verordnung spiele den großen Saatgut-Konzernen wie Monsanto oder Bayer in die Hände.

Die Kommission will ihren Verordnungsentwurf am 6. Mai vorlegen. Durch Deutschlands ablehnende Haltung ist es recht unwahrscheinlich, dass die Saatgut-Sperre in der geplanten Form kommt.

ssu



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insgesamt 40 Beiträge
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Europa! 24.04.2013
1. Aigner, bleibe hart!
Zitat von sysopDPADie EU plant eine Agrarreform, und Europas Bürger sind in Aufruhr: Sie fürchten, dass Brüssel künftig jedem Kleingärtner diktiert, welches Saatgut er nutzen darf und welches nicht. Die Chancen, dass es so kommt, sind allerdings gering. Deutschlands Landwirtschaftsministerin ist gegen den Beschluss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/saatgut-sperre-aigner-lehnt-eu-plaene-ab-a-896322.html
Man muss ja nicht alles normieren. Die Gurkenkrümmung ist ja auch schon wieder erlaubt. Und Monsanto muss gestoppt werden.
rolarndt 24.04.2013
2. arm im Geiste
Der Genpool Brüsseler Bürokraten scheint bereits deutlich verarmt und von allen guten Geistern verlassen zu sein. Ich vermute, dass künftig auch Regenwälder nur in quadratischen Parzellen mit monoklonalem Bewuchs gedeihen dürfen. Woher nimmt der Schreiber die Hoffnung, dass Aigner mehr als dumme Sprüche raushaut?
Mertrager 24.04.2013
3. Gaga
Der ganze Vorgang an sich scheint ziemlich gaga zu sein. Entweder ist das so blöde oder es wird uns blöde erklärt. Jedenfalls eine Werbung für die EU ist das nicht.
brux 24.04.2013
4. ------------
Meines Wissens sind vor allem in Deutschland die erlaubten Saatgüter streng vorgeschrieben - ein Erbe der Nazi-Kriegswirtschaft. Deutschland hält sich dafür ein eigenes Amt (das Bundessortenamt) und verfolgt Bauern, die es wagen anderes anzubauen, mit aller Härte. Erst der EUGH hat da etwas geholfen. Die EU-Kommission macht eigentlich immer, was die (deutschen) Bauern wollen. Ich vermute deshalb, dass der heroische Widerstand der Frau Aigner gar keiner ist, sondern nur ein Scheingefecht vor den bayrischen Wahlen.
felby 24.04.2013
5. Verteuerung der Lebensmittel
geht also fröhlich weiter. Ackerflächen werden Privatisiert, und was drauf angebaut wird ist stark reguliert, also verteuert. Diese Verordnungen zeugen nicht von der Doofheit der EU Beamten, sondern von Ihrer Korruptheit, die bereits ins kriminelle geht: Lebensmittel Verteuerung um so u. soviel Prozent, bedeutet eine Erhöhung der Sterberate weltweit. Ich hoffe der Tag kommt wo man diese anonymen Beamten zur Verantwortung ziehen kann, sowie Ihre Geldgeber/Hintermänner.
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