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Sachsen-Anhalt: Zoll deckt Steuerbetrug mit Schmieröl auf

200 Millionen Liter Schmieröl soll eine Bande aus Deutschland als Kraftstoff deklariert und an der Steuer vorbei nach Süd- und Osteuropa verkauft haben. Der Schaden für den Steuerzahler könnte fast 100 Millionen Euro betragen.

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DPA

Zollkontrolle: Beamte deckten Steuerbetrug mit Schmieröl auf

Die Zollbehörden haben in Sachsen-Anhalt und Berlin einen groß angelegten Steuerbetrug mit Kraftstoff aufgedeckt.

Insgesamt elf Beschuldigte hätten Schmieröl als Kraftstoff nach Ost- und Südeuropa verkauft und damit einen Steuerschaden von 97 Millionen Euro verursacht, wie das Zollfahndungsamt Hannover mitteilte.

Zwei Hauptbeschuldigte, 52 und 54 Jahre alt, wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft.

Seit 2014 ermitteln die Zollfahnder im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg gegen die mutmaßlichen Täter. Ihnen wird vorgeworfen, durch einfaches Mischen verschiedener Vorprodukte über 200 Millionen Liter unversteuertes Schmieröl hergestellt zu haben.

Anschließend sollen sie die in Burg in Sachsen-Anhalt hergestellten Produkte mit Tanklastzügen als Kraftstoff unter anderem nach Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Italien und Zypern verkauft haben.

Umsatz von 150 Millionen Euro

Anfang Januar durchsuchten die Zollfahnder drei Firmen und sechs Wohnungen im Raum Burg und in Berlin. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt worden.

Die Täter bedienten sich demnach eines nur schwer durchschaubaren Geflechts von mehr als hundert Firmen. Sie erzielten mit dem Schmierölverkauf einen Umsatz in Höhe von rund 150 Millionen Euro. Wird in Deutschland Schmieröl als Kraftstoff verkauft, ist die Energiesteuer - früher Mineralölsteuer - fällig.

Im selben Betrieb in Burg hatte zuvor bereits eine andere Firma Mineralölprodukte als Dieselkraftstoff nach Osteuropa verkauft und dabei in großem Stil Steuern hinterzogen. Derzeit müssen sich sechs Angeklagte in der Sache vor dem Landgericht Magdeburg verantworten.

ade/AFP

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