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Ungarischer Premier: Orbán ätzt gegen Brüssels Russland-Sanktionen

Premierminister Orbán: Massive Kritik an der Sanktionspolitik der EU Zur Großansicht
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Premierminister Orbán: Massive Kritik an der Sanktionspolitik der EU

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán gilt als energischer Kritiker der Sanktionen gegen Russland. Jetzt wurde er wieder gegen Brüssel ausfällig: Er bezeichnete die Maßnahmen als "Schuss ins Knie".

Budapest - Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán hat die Europäische Union indirekt zu einem Umdenken in der Ukrainepolitik aufgerufen. Die gegen Russland verhängten Sanktionen hätten am Ende Europa den größeren Schaden zugefügt, erklärte Orbán in einem Radio-Interview. "In der Politik sagt man, das war ein Schuss ins eigene Knie."

Zuvor hatte bereits Orbáns Kollege, der Slowake Robert Fico, die Maßnahmen als "sinnlos" kritisiert, die das Wachstum in Europa gefährden würden.

Orbáns Kritik ist jedoch weniger von der Sorge um die Union getragen als vielmehr von den eigenen wirtschaftlichen Interessen seines Landes. Denn Russland ist für Ungarn der wichtigste Handelspartner außerhalb Europas. Der Exportüberschuss betrug 2013 mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Schaden nicht sehr groß

Den Schaden, der seinem Land wegen der Sanktionen entsteht, will sich Orbán von Brüssel ersetzen lassen. "Die EU sollte über eine Kompensation für die Produzenten und Händler nachdenken, die nun die Verluste zu tragen haben, kommen sie nun aus Polen, der Slowakei, Ungarn oder Griechenland", erklärt er.

Ungarns Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas hatte am Donnerstag allerdings eingeräumt, die Verluste für Ungarns Bauern hielten sich in Grenzen. Die von den Sanktionen betroffenen Produkte machten insgesamt weniger als 30 Prozent der Agrarausfuhren nach Russland aus - und nur ein Prozent aller Exporte in diesem Sektor.

Am Freitag wollen die EU-Außenminister in Brüssel zusammentreffen um über die Entwicklung der Krisenherde in der Ukraine und im Irak zu beraten. Seit Ende Juli gelten Wirtschaftssanktionen der EU und der USA gegen Russland. Auch Moskau boykottiert westliche Lebensmittelimporte. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte jedoch wiederholt betont, dass die EU bereit sei, die Entscheidungen zu revidieren, wenn sich die Regierung in Moskau an einer Lösung der Ukraine-Krise beteilige.

EU-Außenhandel mit Russland

mik/Reuters

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insgesamt 162 Beiträge
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1. Naja,
RalfHenrichs 15.08.2014
zumindest weiß Putin jetzt, dass es für eine weitere Verschärfung der Sanktionen keine einstimmige Mehrheit in der EU geben wird - völlig unabhängig von dem, was Putin noch unternehmen wird.
2. Ja...
Banause_1971 15.08.2014
.. geht es denn noch? Ungarn hat sich ebenso dem Diktat der USA zu beugen, wie der Rest der EU. Die Vorteile annehmen, aber die Nachteile durch andere bezahlen lassen. Wobei,.. da hat er aber schnell gelernt, wie das im Westen läuft: Gewinne der Banken landen in den Taschen der Investoren, aber bei Problemen werden die Banken mit Steuergeldern über Wasser gehalten, damit die Investoren nicht um ihre Gewinne gebracht werden. Respekt an Ungarn. :-)
3.
af17555 15.08.2014
Zitat von sysopREUTERSDer ungarische Premierminister Viktor Orbán gilt als energischer Kritiker der Sanktionen gegen Russland. Jetzt machte er wieder mit einem Ausfall gegen Brüssel auf sich aufmerksam: Er bezeichnete die Maßnahmen als "Schuss ins Knie". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sanktionen-gegen-russland-orban-aetzt-gegen-bruessel-a-986243.html
Lach....wo er recht hat, hat er recht, auch wenn's nicht PC ist.
4. Ist ja gut.
hajode 15.08.2014
Van Rompuy rudert schon etwas zurück. Es leiden halt nicht nur die Russen unter den Sanktionen. Jeder ist sich selbst der nächste.
5. Der Mann...
_monalisa_ 15.08.2014
Der Mann hat völlig recht!! Mit meinem Steuergeld zahle ich den Krieg gegen die russische Minderheit in der Ulraine und nun auch noch die Ausgleichszahlungen der EU ... Was für ein Wahnsinn!
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