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Frankreichs Finanzminister gegen Grexit: "Wolfgang Schäuble irrt"

Der französische Finanzminister hat Wolfgang Schäubles Vorschlag, Griechenland solle vorübergehend aus dem Euro ausscheiden, kritisiert. Es gebe einen klaren deutsch-französischen Dissens, sagte Sapin einer deutschen Tageszeitung.

Französischer Finanzminister Michel Sapin (Archiv): "Einen klaren Dissens" Zur Großansicht
AFP

Französischer Finanzminister Michel Sapin (Archiv): "Einen klaren Dissens"

Gegenwind aus Frankreichs: Der französische Finanzminister Michel Sapin hat sich gegen den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ausgesprochen, Griechenland solle vorübergehend aus dem Euro ausscheiden. In diesem Punkt gebe es "einen klaren Dissens", sagte Sapin dem "Handelsblatt": "Ich glaube, dass Wolfgang Schäuble sich irrt und sogar in Widerspruch zu seinem tiefen europäischen Willen gerät." Das deutsch-französische Einvernehmen sei deshalb aber "nicht gebrochen". Er respektiere die Position Schäubles, die dieser "nicht aus Taktik, sondern aus Überzeugung" eingenommen habe.

Laut dem Bericht will Sapin gemeinsam mit Schäuble die Eurozone stärken. Dies schließe einen vorübergehenden Abschied vom Euro aus. "Wenn Sie zulassen, dass man zeitweilig ausscheren kann, bedeutet das: Jedes andere Land, das sich in Schwierigkeiten befindet, wird sich durch eine Anpassung seiner Währung aus der Affäre ziehen wollen", sagte Sapin. Der Grundsatz einer Währungsunion bestehe aber gerade darin, nicht durch eine Manipulationen des Wechselkurses eigene Schwierigkeiten zu überwinden. Stattdessen müsse man mit Reformen die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken und zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen.

mka/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 87 Beiträge
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1. Dann soll ...
ichbinmalweg 02.08.2015
... Frankreich mal beginnen, seinen Reformstau zu überwinden. Ansonsten ist das doch nur inhaltsloses Gerede
2. Dann lasst doch das Volk abstimmen
Harald Schmitt 02.08.2015
und die Franzosen sollen dann alleine bürgen und wenn sie daran Pleitegehen keine Hilfen von anderen bekommen. Irgendwann muss man doch mal erkennen das es so nicht weitergeht.
3. Hahahahaha....
Einweckglas 02.08.2015
"Stattdessen müsse man mit Reformen die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken und zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen", sagt der franzoesische Finanzminister. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Reformen? Frankreich? Ich zitiere mal einen amerikanischen Berichterstatter, demnach sei der Euro "a French Affait with German money"! Die Frage ist, wie man diesen Teufelskreis durchbrechen will, denn mein mit meinem Geld will ich weder die Griechen noch die Franzosen bei mangelnder Reformfaehigkeit "retten"!
4. Falsch
peterka60 02.08.2015
Herr Schäuble irrt nicht.
5. Die französische Offensive läuft!
J'y vais 02.08.2015
Seit 1980 bin ich eng mit Frankreich liiert. Umtauschkurs anfangs 40DM : 100 FFr, am Ende 24DM :100FFr. Frankreich musste regelmäßig abwerten, um die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit (sprich Produktivität ) auszugleichen. Seit Einführung des Euro hat sich an diesen Fundamentaldaten nichts geändert - nur können die Franzosen nicht mehr abwerten. Was ist passiert? Der Preis einer Eiskugel (gleicher Qualität und Quantität) in Offenburg bzw Strasbourg zeigt es exemplarisch und deutlich: 2004 - OG 0,60 €, STR 0,60€. 2015 - OG 0,90€, STR 1,70 €. Und was passiert in Frankreich??? Nichts. Frankreich ist heute der 'kranke Mann' Europas - aber es ist kein Politiker in Sicht, der das ändern wollte, haben doch alle den abgewählten Schröder abschreckend vor Augen.
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