Niedriger Ölpreis Saudi-Arabien will Milliarden in Ökostromprojekte pumpen

Der größte Ölexporteur der Welt leidet unter den sinkenden Preisen des Rohstoffs. Nun strebt das Land massiv den Ausbau der erneuerbaren Energien an - mit gewaltigen Summen.

Riad
REUTERS

Riad


Der Ölgigant Saudi-Arabien will seine Energieversorgung breiter aufstellen und in den kommenden Jahren bis zu 50 Milliarden Dollar in Ökostromprojekte investieren.

Die ersten Ausschreibungen würden in den kommenden Wochen starten, kündigte Energieminister Chalid al-Falih auf einer Konferenz in Abu Dhabi an. Vorgesehen ist demnach eine Kapazität von zehn Gigawatt, was etwa sieben bis acht modernen Atomreaktoren entspricht. Geplant sei auch der Bau von Stromtrassen in den Jemen sowie nach Jordanien und Ägypten. Konkret solle es insgesamt Investitionen von 30 Milliarden bis 50 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2023 geben, sagte der Minister.

Der Wüstenstaat versucht seit Jahren, seine Abhängigkeit vom Öl zu verringern und nicht mehr so viel des Rohstoffes zur eigenen Stromgewinnung und Entsalzung von Meerwasser zu verbrennen. Erneuerbare Energien kommen bisher auf einen Anteil von weniger als einem Prozent. Das Königreich steht unter Druck, weil der Ölpreis in den vergangenen Jahren kräftig gesunken ist. Dies zehrt an den Staatseinnahmen. Zudem wächst der Energiebedarf im Inland jährlich um acht Prozent.

msc/AFP/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Datenscheich 16.01.2017
1. Zu spät
Das wird das sog. Königreich von britischen Gnaden auch nicht mehr retten. Ebenso wenig, wie die tollen Hochhausfassaden die reaktionäre Haltung der wahhabitisch-fundamentalistischen Machtelite verstecken können - ebensowenig kann sich der Beduinenstamm der Sauds aus der Verantwortung für die jahrzehntelange Behinderung alternativer Ansätze ... und nun auch noch für völkerrechtswidrige Angriffskriege gegen Syrien und den Jemen schleichen. Da nutzt auch keine Augenwischerei mit Projekten der Erneuerbaren Energie.
kmgeo 16.01.2017
2. Spät!
Da kommt aber reichlich spät drauf - immerhin sind die Bedingungen für Solarprojekte (Fotovoltaik und Kollektortechnologie) ebenso gut wie für Wind- oder sogar Aufwindtechniken. Entscheidend ist aber vermutlich die vorhandene Infrastruktur, die es möglich machen würde, regenerativ erzeugten Wasserstoff auf Schiffe zu pumpen und sich somit weiterhin als "Tankstelle der Welt" zu betätigen.
bapu65 16.01.2017
3. Und was
ist mit dem Atomkraftwerk dass im Osten von Saudi Arabia gebaut wird? Soll wohl 2017 fertig sein, rechnen wir mal mit 5 Jahren Verspaetung. Sharjah hat jetzt schon Probleme im Sommer mit der Stromversorgung weil jeder Haushalt mindestens 2 Aircons rund um die Uhr am laufen hat. Der "durchschnittliche" Einwohner der Region hat Null -0- Umweltbewusstsein, da,wird nicht "gespart". In Dubai ist z.B. die Pferderennbahn Maydan nachts komplett beleuchtet, auch wenn keine Hotte Huess rumrennen. Das prunkt ! Dass ist dass einzige was dort zaehlt, ich hab 10 Jahre dort gelebt.
puby 16.01.2017
4. Aber die Energiewende,
in Deutschland ist unnötig! Bin mal gespannt wo die Saudis einkaufen werden. Ich habe ja gehört, dass es da ein Land in Europa gibt, das Dank Energiewende ganz vorne mitspielt bei den Erneuerbaren, noch denn es gibt einige in diesem Land, die das gerne rückgängig machen würden.
lathea 16.01.2017
5. Besser spät als nie.
Es versucht halt jeder Staat, mit den Veränderungen in dieser Welt bestmöglich zurecht zu kommen. Hoffentlich wird dort dann auch mal in Internet für alle investiert und etwas mehr in Bildung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.