Chef von Russlands größter Bank: "Es ist unmöglich, die Euro-Zone zu retten"

Der Chef der größten russischen Bank sieht schwarz für die Euro-Zone. Die Währungsunion sei in ihrer jetzigen Form nicht zu retten, sagt German Gref, Vorsitzender der Sberbank. Passend dazu kommt eine neue Hiobsbotschaft aus Zypern: Das Land braucht deutlich mehr Geld als bislang gedacht.

Sberbank in Moskau: Russische Zentralbank hält die Mehrheit an dem Institut Zur Großansicht
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Sberbank in Moskau: Russische Zentralbank hält die Mehrheit an dem Institut

Frankfurt - Die europäische Währungsunion hat aus Sicht von Russlands größter Bank in der jetzigen Form keine Zukunft. "Langfristig ist es unmöglich, die Euro-Zone mit allen Ländern zu retten", sagte der Vorstandschef der Sberbank, German Gref, auf einer Konferenz in Frankfurt. Die Wettbewerbsfähigkeit der Länder sei zu unterschiedlich. Wann der Währungsraum auseinanderfallen werde, hänge von vielen Faktoren ab. Eine genaue Prognose wolle er nicht wagen.

Gref war sieben Jahre lang Wirtschafts- und Handelsminister in Russland. Wladimir Putin holte den Juristen nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2000 ins Kabinett. Unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde Gref Chef der Sberbank.

Die Bank wird vom russischen Staat kontrolliert, die Zentralbank hält die Aktienmehrheit und verfügt über 60 Prozent der Stimmrechte. In diesem Jahr begann die Notenbank mit dem Verkauf von zunächst 7,6 Prozent der Sberbank. Es ist der erste Schritt einer lange angekündigten Privatisierung.

2009 machte die Sberbank in Deutschland Schlagzeilen, als sie gemeinsam mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna Opel kaufen wollte. Der Mutterkonzern General Motors entschied sich aber kurzfristig um und sagte das Geschäft ab.

Zypern braucht 17 Milliarden Euro

Eines der Krisenländer der Euro-Zone hat derweil seinen Hilfsbedarf konkretisiert. Zypern benötigt nach Angaben von Finanzminister Vassos Shiarly 17 Milliarden Euro - und damit deutlich mehr als gedacht. Dieses Geld werde über eine Vierjahresperiode bis einschließlich 2016 gebraucht, sagte Shiarly am Donnerstag.

Zyperns Wirtschaft leidet unter einer tiefen Rezession. Außerdem wurde es von der Krise in Griechenland voll getroffen, weil beide Länder finanziell und wirtschaftlich eng verbunden sind.

Seit Juli hat Zypern die EU-Ratspräsidentschaft inne. Wenige Tage zuvor hatte das Land um Finanzhilfen von EU und IWF gebeten, zunächst ohne dass ein konkreter Betrag genannt wurde. Schätzungen beliefen sich allerdings auf zehn Milliarden Euro.

cte/Reuters

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1.
Olaf 22.11.2012
Zitat von sysopREUTERSDer Chef der größten russischen Bank sieht schwarz für die Euro-Zone. Die Währungsunion sei in ihrer jetzigen Form nicht zu retten, sagt German Gref, Vorsitzender der Sberbank. Passend dazu kommt eine neue Hiobsbotschaft aus Zypern: Das Land braucht deutlich mehr Geld als bislang gedacht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sberbank-euro-zone-in-jetziger-form-nicht-zu-retten-a-868770.html
Da hat er wohl recht, der gute Mann. Aber es hängen zu viele politische und wirtschaftliche Interessen an der Euro-Zone. Es wird wohl noch viel schlechter werden müssen, bis sich jemand traut die Notbremse zu ziehen.
2. Zypern braucht 17 Milliarden ?
herr_kowalski 22.11.2012
Zitat von sysopREUTERSDer Chef der größten russischen Bank sieht schwarz für die Euro-Zone. Die Währungsunion sei in ihrer jetzigen Form nicht zu retten, sagt German Gref, Vorsitzender der Sberbank. Passend dazu kommt eine neue Hiobsbotschaft aus Zypern: Das Land braucht deutlich mehr Geld als bislang gedacht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sberbank-euro-zone-in-jetziger-form-nicht-zu-retten-a-868770.html
Wenn es sonst nichts ist.... Darf es auch ein wenig mehr sein ?
3. Es ist wohl so
Inselbewohner 22.11.2012
Zitat von sysopREUTERSDer Chef der größten russischen Bank sieht schwarz für die Euro-Zone. Die Währungsunion sei in ihrer jetzigen Form nicht zu retten, sagt German Gref, Vorsitzender der Sberbank. Passend dazu kommt eine neue Hiobsbotschaft aus Zypern: Das Land braucht deutlich mehr Geld als bislang gedacht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sberbank-euro-zone-in-jetziger-form-nicht-zu-retten-a-868770.html
Da muss ein Außenstehender kommen und die unbequeme Wahrheit aussprechen. Recht hat der Mann! Aber ich bin überzeugt, erst wenn alle Länder der EU runtergewirtschaftet sind wird das große Heulen und Zähneklappern beginnen. Zypern? Nunja 17 Milliarden, machen wir nebenbei! Und an die GR-Pleite haben sich doch alle schon gewöhnt da fallen ein paar Milliarden mehr auch nicht mehr auf. Frankreich ist sein AAA los, macht nix, sind ja noch vier Länder mit Bestnote da. Wir haben 2 BILLIONEN Schulden? Interessiert kein Schwein solange wir noch Zahlungsfähig sind. Targetkredite? Ach was, schreiben wir ab Hauptsache unsere Exportindustrie hat profitiert. Soll ich weiter machen? Besser nicht, ist eh vergebliche Liebesmüh! Schönen Tag noch und eine glückliche Zukunft! Gruß HP
4. 17 Mrd. wem den?
bulin47 22.11.2012
Bevölkerungszahl von Zypern ist 1.120,489. Also es könnte ca. 16000 € für jeden Bewohner sein. In BRD sind es HARTZ-IV Beträge für 2 Jahre!
5. Es gibt noch realistische Banker
belohorizonte 22.11.2012
beruhigend. Russland kennt seine Zyprioten, seine Griechen, seine osteuropäischen Amigos. Na ja, Russland gehört nicht zu den Verlierern in der nun anhaltenden Spekulation. Und Merkel, Steinbrück, Trittin und Co ?. Blasen weiter verzweifelt-beharrlich europ. Alt-Blasrohre. Weder China noch Russland raeumt den Scherbenhaufen auf.
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