Schärferer Wettbewerb Bundesregierung liberalisiert den Gasmarkt

Chance für Neueinsteiger im Energiesektor: Die Bundesregierung plant nach Informationen der "Financial Times Deutschland", den Erdgasmarkt grundlegend zu liberalisieren. Damit soll ein härterer Wettbewerb möglich werden - und der Gaspreis für die Verbraucher sinken.

Gasanlage (in Rehden): Monopol der Großkonzerne soll fallen
ddp

Gasanlage (in Rehden): Monopol der Großkonzerne soll fallen


Hamburg - Die Bundesregierung räumt offenbar Hindernisse für einen freien Erdgasmarkt beiseite. Das Kabinett wolle an diesem Mittwoch eine Neufassung der Verordnung beschließen, die den Zugang zu den Gasnetzen regelt. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) laut einem Vorabbericht. Für Neueinsteiger auf dem deutschen Markt werde es damit wesentlich leichter, Erdgas zu den Kunden zu bringen. "Die Formulierungen sind jetzt vernünftig und angemessen", sagte Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neuer Energieanbieter (BNE).

Von einem schärferen Wettbewerb versprechen sich die Politiker langfristig sinkende Preise für Erdgas, das bei der Verbrennung nur halb so viel klimaschädliche Emissionen verursacht wie Kohle. Auch mehr als zehn Jahre nach Beginn der Liberalisierung der Energiemärkte ist die Vormachtstellung der großen Energiekonzerne auf dem Gebiet nicht gebrochen.

Bisher stellen sich die Betreiber von Gasnetzen - meist Töchter von Energiekonzernen wie E.on und RWE - noch oft quer, wenn Markteinsteiger Erdgas zu ihren Abnehmern transportieren wollen. Die Leitungen seien bereits ausgebucht, so ein häufiges Argument. Kartellbehörden fanden jedoch Hinweise, dass viele Buchungen von Schwesterfirmen der Netzbetreiber nur dazu dienen, neue Rivalen auszuschließen.

Neue Regelung zur Pipeline-Nutzung

Eine Reihe neuer Regelungen soll diese Taktik künftig verhindern. Diese sollen bereits zum 1. Oktober 2010 - mit dem Beginn des neuen Gaswirtschaftsjahres - in Kraft treten. Das System zur Vergabe und Bewirtschaftung der Transportkapazitäten wird grundlegend umgestaltet. So dürfen bald nur maximal 65 Prozent der Pipeline-Kapazitäten für vier Jahre und länger gebucht werden. Damit solle eine langfristige Blockade verhindert werden. 20 Prozent der möglichen Transportleistung sind nach den Plänen für Verträge mit bis zu zwei Jahren Laufzeit zu reservieren.

jok/ddp



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
silenced 19.05.2010
1. <->
Früh am Morgen und gleich was zu lachen. Schärferer Wettbewerb? Sinkende Preise für den Verbraucher? Kurz nachdenken, die letzten Jahre, mit dem ach so harten Wettbewerb im Stromsektor, ja, steigende Preise, Pseudowettbewerb auf dem Papier und die Anbieter sind auch immer die gleichen, jetzt aber eben mit Tochterunternehmen und vielen bunten Namen, damit es nicht so in Auge sticht wer die Fäden zieht. Wann hört diese Selbst/Volksverarschung endlich mal auf? Immerhin, die Energielobby hat wieder ganze Arbeit geleistet, gratuliere.
mexi42 19.05.2010
2. Wer glaubt , ...
Zitat von sysopChance für Neueinsteiger im Energiesektor: Die Bundesregierung plant nach Informationen der "Financial Times Deutschland", den Erdgasmarkt grundlegend zu liberalisieren. Damit soll ein härterer Wettbewerb möglich werden - und der Gaspreis für die Verbraucher sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,695526,00.html
dass der Gaspreis (dauerhaft) sinkt, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.
Dino, 19.05.2010
3. Ah ja, die Bundesregierung plant.....
Zitat von sysopChance für Neueinsteiger im Energiesektor: Die Bundesregierung plant nach Informationen der "Financial Times Deutschland", den Erdgasmarkt grundlegend zu liberalisieren. Damit soll ein härterer Wettbewerb möglich werden - und der Gaspreis für die Verbraucher sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,695526,00.html
Bisher sind das nur inoffizielle und substanzlose Willensbekundungen in der Wirtschaftspresse. Warten wir`s ab. Dino
nyo 19.05.2010
4. Titel? Nicht mit mir!
"Liberalisierung" des Gasmarktes... Wohl kaum. Nur weil man versucht, den Netzzugang noch weiter zu regulieren hat man den Markt noch lange nicht liberalisiert. Darauf haben Deutschland und EU auch gar keinen Einfluss. Die Frage ist nämlich weniger, WIE das Gas zum Kunden kommt, sondern VON WEM. Und da sitzt nunmal Gazprom am längsten Hebel. Am Ende wird wieder nur Bürokratie aufgebaut, was die Kosten am Ende in die Höhe treibt. (auf den Kunden umgelegte Verwaltungskosten) Außerdem: In der EU besteht die Bestrebung, die Energienetze (Strom und Gas) komplett aus den Händen einzelner privater Eigentümer zu nehmen und bei EINEM großen Dienstleister zu bündeln. Zwar ohne Enteignung (was ja gut ist), aber es wird trotzdem wehtun. Und dann ist das Geschreie wieder groß...
Gebetsmühle 19.05.2010
5. kein tittel
Zitat von sysopChance für Neueinsteiger im Energiesektor: Die Bundesregierung plant nach Informationen der "Financial Times Deutschland", den Erdgasmarkt grundlegend zu liberalisieren. Damit soll ein härterer Wettbewerb möglich werden - und der Gaspreis für die Verbraucher sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,695526,00.html
das machen die nur um dem schröder eins auszuwischen mit seiner paiplain.
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