Schuldenkrise Schäuble hält neues Griechenland-Programm für nötig

Griechenland braucht laut Finanzminister Schäuble nach 2014 ein weiteres Hilfsprogramm. Das sei "der Öffentlichkeit auch immer gesagt worden". Tatsächlich war der Minister in der Vergangenheit weniger eindeutig.

Finanzminister Schäuble im Juli in Athen: "Sie sind noch nicht über den Berg"
AFP

Finanzminister Schäuble im Juli in Athen: "Sie sind noch nicht über den Berg"


Ahrensburg - Griechenland braucht nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein weiteres Hilfsprogramm. Die Griechen benötigten auch nach 2014 Hilfen ihrer internationalen Partner, sagte Schäuble am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Ahrensburg bei Hamburg. "Es wird in Griechenland noch einmal ein Programm geben müssen."

Griechenland brauche nach den laufenden Hilfen weitere Unterstützung, sagte Schäuble. So müssten die Partner helfen, dass die Griechen keine übermäßig hohen Zinsen auf ihre Kredite bezahlen. "Sie sind noch nicht über den Berg."

Schäuble stellte seine Ankündigung als selbstverständlich dar. "Das ist der Öffentlichkeit auch immer gesagt worden." Tatsächlich hatte der Minister in der Vergangenheit ein drittes Hilfspaket zwar für möglich, aber keineswegs für unumgänglich erklärt.

Im Februar 2012 etwa sagte Schäuble, man könne "nicht mit Sicherheit ausschließen", dass Griechenland nach Auslaufen des derzeitigen Programms weitere Hilfe benötige. Vor der Verabschiedung des zweiten Hilfspakets schrieb Schäuble den Abgeordneten, dies sei "möglicherweise auch nicht das letzte Mal, dass sich der Deutsche Bundestag mit Finanzhilfen für Griechenland befassen muss".

Die schwarz-gelbe Koalition schien bislang bemüht, weitere Hilfen für Griechenland vor der Bundestagswahl im September nicht zum Thema zu machen. Die Bundesbank rechnet nach SPIEGEL-Informationen jedoch damit, dass es bereits kurz nach der Wahl ein neues Rettungsprogramm für Griechenland geben wird. In einem internen Dokument der Zentralbank heißt es, die Europäer müssten spätestens Anfang 2014 "wohl in jedem Fall ein neues Kreditprogramm mit Griechenland beschließen".

An früheren Aussagen zu einem zweiten Schuldenschnitt für Griechenland hielt Schäuble jedoch fest. Diesen werde es nicht geben. Die Erfahrungen mit dem ersten Schuldenschnitt seien nicht sonderlich gut gewesen.

dab/Reuters



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insgesamt 323 Beiträge
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teekesselchen 20.08.2013
1.
Zitat von sysopAFPGriechenland braucht laut Finanzminister Schäuble nach 2014 ein weiteres Hilfsprogramm. Das sei "der Öffentlichkeit auch immer gesagt worden". Tatsächlich war der Minister in der Vergangheit weniger eindeutig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-haelt-neues-griechenland-programm-fuer-noetig-a-917556.html
bin sehr gespannt ob es NUR ein neues Hilfspaket wird, oder ob dann auch ein neuer Schuldenschnitt nötig ist. Bei nem Schuldenschnitt wird Deutschland dann auf einige Milliarden Kreditforderungen verzichten müssen. Bin schon gespannt, wie dass dem Deutschen Steuerzahler dann positiv vermittelt wird.
der-denker 20.08.2013
2. Sprache
"Nicht ausschließen" und "ja klar, das haben wir immer gesagt" ist für diese Neusprechler eben dasselbe.
desireless 20.08.2013
3. oje
Und das rutscht ihm vor der Bundestagswahl heraus. Unklug.
Darjaan 20.08.2013
4.
mit wird übel wenn ich daran denke, dass diese Wortakrobaten und Nebelschwätzer in wenigen Wochen wiedergewählt werden.
alexas2 20.08.2013
5. Schäuble ist 70
- bestes Politbüroalter also. Warum kann dieser Mann nicht einfach abtreten und das genießen, was die nächsten Generationen dank seiner "europäischen Berufung" nicht mehr haben wird: eine sichere Rente. Wie sagte noch einst Pofalla zu Bosbach...?
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