Euro-Krise: Schäuble will griechische Firmen mit 100 Millionen Euro unterstützen

Finanzminister Schäuble will die Wirtschaft in Griechenland fördern. 100 Millionen Euro sollen laut "Handelsblatt" in den Aufbau eines Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen fließen. Das Geld soll von der staatlichen KfW-Förderbank kommen.

Finanzminister Schäuble (Archiv): Bis 100 Millionen Euro sei keine Genehmigung durch den Bundestag nötig Zur Großansicht
DPA

Finanzminister Schäuble (Archiv): Bis 100 Millionen Euro sei keine Genehmigung durch den Bundestag nötig

Athen - Bei seinem bevorstehenden Besuch in Athen will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) der griechischen Regierung offenbar einen Hilfskredit zur Wirtschaftsförderung anbieten. Das berichteten das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagentur dpa und berufen sich auf Finanzkreise.

Rund hundert Millionen Euro sollen demnach für den Aufbau eines Förderfonds für kleine und mittelständische Unternehmen fließen. Laut "Handelsblatt" will Schäuble den Griechen die finanzielle Hilfe durch die staatliche KfW-Förderbank anbieten. Für Beträge bis 100 Millionen Euro sei keine Genehmigung durch den Bundestag nötig, sagten diplomatische Kreise in Athen.

Ein entsprechendes Darlehen würde die KfW der Institution for Growth gewähren, heißt es in dem Bericht. Dieser neu gegründete Fonds könnte dann Kredite an Unternehmen vergeben. Die griechischen Banken sind derzeit nicht in der Lage, die Unternehmen des Landes mit ausreichend Krediten zu versorgen.

Die deutsche Förderbank soll den Fonds nicht allein füllen. Auch die EU soll über ihre Strukturfonds Geld zur Verfügung stellen. Zudem ist eine Beteiligung der Europäischen Investitionsbank (EIB) geplant. Insgesamt könnte die Institution for Growth damit zunächst rund 500 Millionen Euro verwalten. Einige Details würden aber noch verhandelt, so das "Handelsblatt".

Übrige Gelder zur Banken-Rekapitalisierung als Sicherheitspolster

Schäuble will bei seinem voraussichtlich von Protesten flankierten Griechenland-Besuch am Donnerstag eine kurze Rede vor der griechisch-deutschen Handelskammer in Athen halten, sich mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras und seinem Amtskollegen Yannis Stournaras treffen, berichtete die griechische Presse.

Wie es aus Kreisen des Finanzministeriums weiter hieß, wollen die Griechen auch die Meinung Schäubles zu einem anderen Thema hören. Griechenland wird allen Anzeichen nach 2014 nach dem Ende des aktuellen Hilfsprogramms weitere Hilfen brauchen. Die Griechen haben von den 50 Milliarden Euro Hilfen, die für die Rekapitalisierung ihrer Banken vorgesehen waren, nur 37 Milliarden genutzt. Athen ist der Ansicht, dass die restlichen 13 Milliarden als eine Art Sicherheitspolster verwendet werden könnten, falls Athen tatsächlich nächsten Frühling frisches Geld brauchen sollte. Dann wäre auch kein neues Hilfsprogramm nötig sein, berichteten übereinstimmend griechische Medien.

Die Euro-Krise führt in Griechenland weiterhin zu Protesten. Am Dienstag demonstrierten Tausende Griechen in Athen und Thessaloniki gegen neue Einsparungen, die am Mittwoch vom Parlament verabschiedet werden sollen. Zugleich bereiten sich die Gewerkschaften auf einen Showdown vor, wenn Schäuble in der griechischen Hauptstadt erwartet wird.

sun/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 37 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. schon klar,
nonick93 16.07.2013
die griechische Wirtschaft wird mit Millionen unterstützt, und hierzulande wurde der Rechtsanspruch für Arbeitslose für einen Zuschuss zur Selbstständigkeit abgeschafft. Der Innenminister verteidigt den Rechtsbruch ausländischer Dienste hier bei uns. Für wen arbeitet diese Regierung eigentlich?
2. Nur 100 Millionen?
micha.w 16.07.2013
Haben Sie da nicht eine Null vergessen? Dem dummen Deutschen wird es doch eh aus der Tasche gezogen. Dafür dürfen wir uns dann wieder Frau Merkel mit Hitlerbärtchen ansehen. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber so etwas kann nur ein Vollidiot vertreten.
3. 100 Millionen...
TheFrog 16.07.2013
Zitat von sysopFinanzminister Schäuble will die Wirtschaft in Griechenland fördern. 100 Millionen Euro sollen laut "Handelsblatt" in den Aufbau eines Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen fließen. Das Geld soll von der staatlichen KfW-Förderbank kommen. Schäuble will griechische Firmen mit 100 Millionen Euro unterstützen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-will-griechische-firmen-mit-100-millionen-euro-unterstuetzen-a-911509.html)
...das ist keine Schlagzeile wert. Peanuts. 13 Milliarden als Reserve, das ist der Brüller. Ein Pölsterchen für die armen Banken. Und Ende 2014 die nächste Runde in die Abwärtsspirale. Ich sehe da dunkle Zeiten auf uns zukommen.
4. Waere keine schlechte Idee
localpatriot 16.07.2013
Zitat von sysopFinanzminister Schäuble will die Wirtschaft in Griechenland fördern. 100 Millionen Euro sollen laut "Handelsblatt" in den Aufbau eines Fonds für kleine und mittelständische Unternehmen fließen. Das Geld soll von der staatlichen KfW-Förderbank kommen. Schäuble will griechische Firmen mit 100 Millionen Euro unterstützen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-will-griechische-firmen-mit-100-millionen-euro-unterstuetzen-a-911509.html)
Waehrend die griechischen Geldeliten ihre einige hunderte Milliarden weiterhin in den Schweizer Banken ruhen lassen, hat Herr Schaeuble eine prima Idee wie man die deutschen Steuergelder schnell in Sicherheit bringen kann. Wenn man sieht wie Staaten aller Art ihren Firmen unter die Arme greifen, dann tut man sich schwer erfolgreiche Beispiele zu finden. Meist landet das Geld in den Firmen der Parteifreunde, oder es wird so schnell wie moeglich wieder abgeschleusst. Also im Falle GR gehe ich davon aus, dass es in Bonuse, hoehere Gehaelter oder Rueckzahlungen der Darlehen von Firmeneignnern verwandelt wird. Aber ist ja egal, auf hundert Millionen kommt es da kaum an. Und endlich mal ein Thema das an der ganze Ueberwachungsgeschichte vorbei geht. Oder hier ein Vorschlag - Geldgabe mit Ueberwachung. Dann kann man aufpassen dass alles richtig laeuft. Aber wer in Berlin kann schon griechisch? Dort schreibt man seit Jahrtausenden in einer verschluesselten Geheimschrift die im Westen fast niemand lesen kann.
5. ach ja noch etwas, Minister Schäumle,
micha.w 16.07.2013
können Sie mir, aus den letzten 12 Monaten, eine Entscheidung nennen die ein normaler Mensch noch versteht, und gut findet?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Finanzkrise in Griechenland
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 37 Kommentare
  • Zur Startseite

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Griechenland-Reiseseite