Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: Schäuble wirft EU Blockade vor

Schäuble, Luxemburgs Premier Juncker: "Die EU-Kommission blockiert sich gegenseitig" Zur Großansicht
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Schäuble, Luxemburgs Premier Juncker: "Die EU-Kommission blockiert sich gegenseitig"

Die Euro-Krise hat vielen jungen Menschen Job und Perspektive geraubt. Jetzt wirft Finanzminister Schäuble der EU-Kommission vor, den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu verschleppen. Künftig werde Deutschland verstärkt die direkte Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern suchen.

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat der EU-Kommission vorgeworfen, mitverantwortlich für schleppende Fortschritte beim Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu sein. Ihn ärgere, dass die EU-Kommission entsprechende Hilfen für Griechenland und Portugal verzögere, sagte Schäuble am Donnerstag auf dem WDR-Europaforum in Berlin.

"Am Ende geschieht nichts, weil sie sich gegenseitig blockieren", sagte der Minister mit Hinweis auf unterschiedliche zuständige EU-Kommissare. Im Falle Griechenlands habe Kommissionspräsident José Manuel Barroso den Vorschlag Luxemburgs abgelehnt, die Zuständigkeiten in der Kommission zu bündeln. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass inzwischen 64,2 Prozent der unter 25-jährigen Griechen keinen Job haben.

"Wir müssen jetzt schneller machen"

Auch Portugal nannte Schäuble als Beispiel. Dort sind rund 40 Prozent der jungen Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit. "Wir haben Kreditprogramme für Portugal der Europäischen Investitionsbank, die von der Generaldirektion Wettbewerb seit einem Jahr nicht genehmigt werden", sagte Schäuble. Die Menschen könnten jedoch nicht so lange warten.

Schäuble forderte, das Sechs-Milliarden-Euro-Paket zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit müsse schnell für die Qualifizierung von Jugendlichen etwa in Spanien genutzt werden. Auch hier seien die EU-Institutionen gefordert. "Wir können Europa nicht bauen, indem wir einer ganzen Generation sagen, ihr müsst zehn Jahre lang warten. Deshalb müssen wir jetzt schneller machen", sagte Schäuble.

Der Finanzminister kündigte an, Deutschland werde nun bilateral aktiv werden, weil es in den europäischen Institutionen nicht rasch genug vorangehe. Konkret verwies Schäuble auf Pläne der Bundesregierung, etwa mit Spanien ein duales Ausbildungssystem aufzubauen.

fdi/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Oh ja, Herr Schäuble, ...
clh 16.05.2013
... hol die Kiddis alle nach Deutschland, auf dass der Niedriglohn noch tiefer wird. Aber auch ein paar der EU-Arbeitslosen-Ärzte, damit wir auch etwas davon haben. So aufs Land oder so. Die entspr. Ponds holen wir uns schon noch.
2. Qualifizierung...
wwwwebman 16.05.2013
Zitat von sysopDER SPIEGELDie Euro-Krise hat vielen jungen Menschen Job und Perspektive geraubt. Jetzt wirft Finanzminister Schäuble der EU-Kommission vor, den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu verschleppen. Künftig werde Deutschland verstärkt die direkte Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern suchen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schaeuble-wirft-eu-blockade-im-kampf-gegen-jugendarbeitslosigkeit-vor-a-900320.html
Hallo! Es gibt KEINE Arbeit in den Südländern! Zu wenig zu produzieren! Es ist nicht so, dass qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, nein, es fehlen gar KEINE!
3. Guter Scherz
Progressor 16.05.2013
Um das Euroland aus der Rezession auf ein Wachstum von knapp über 2 % zu hieven (ab dann kann mit Beschäftigungsaufbau gerechnet werden) sind meiner Meinung nach 800 Milliarden Euro nötig. Nur um mal die Größenordnung zu nennen. Dies geht aber nicht wie in Japan in Harakiri-Manier über die Geldpolitik, das streut zu sehr und bringt zu große Inflationsgefahren, sondern über eine Erhöhung der Staatsverschuldungen und damit höheren Staatsausgaben. Wie? Geht nicht? Schuldenkrise? Fiskalpakt? Na denn ;-)
4. schauen wir mal
pace335 16.05.2013
denn ich glaube das Fachkräfte wegen unserem niedrigen Gehalt erst garnicht kommen werden, denn die verdienen doch in Spanien nicht viel weniger und haben dazu noch viel geringere Lebenshaltungskosten.
5. Entweder hat er keine Ahnung
derbecherderweissheit 16.05.2013
Oder er schiebt die Schuld bewusst anderen zu.. Grund für die Arbeitslosigkeit ist nicht deren Qualifizierung sondern das wir diese Staaten mit dem auferlegten Sparprogramm ersticken. Somit keine wirtschaftlichen Impulse entstehen und die Konjunktur dort nicht angekurbelt wird. Insofern ist die CDU Lösung für die Euro Krise daran schuld und nicht irgendwelche unnützen Bildungsprogramme oder deren Blockaden! Wählt diese inkompetente Leute ab damit uns das nicht in 2 Jahren das Genick bricht.
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