Schäuble zu Einwanderung "Wir sind darauf angewiesen, dass Arbeitskräfte zu uns kommen"

Finanzminister Schäuble warnt vor Ressentiments gegen Einwanderer. "Deutschland profitiert von der europäischen Integration wie kaum ein anderes Land", sagt er in einem Interview - und spricht sich für einen EU-Beitritt Serbiens aus.

Finanzminister Wolfgang Schäuble: "Es gibt auch Deutsche, die Sozialleistungen missbrauchen."
AP

Finanzminister Wolfgang Schäuble: "Es gibt auch Deutsche, die Sozialleistungen missbrauchen."


Hamburg - Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Deutschen vor Ressentiments gegen Zuwanderer gewarnt. "Deutschland profitiert von der europäischen Integration wie kaum ein anderes Land", sagte Schäuble der "Bild am Sonntag". "Und wir sind darauf angewiesen, dass Arbeitskräfte zu uns kommen."

Im Bereich der Pflege ginge es gar nicht mehr ohne sie, betonte der CDU-Politiker. "Im übrigen gibt es auch Deutsche, die Sozialleistungen missbrauchen oder Steuern hinterziehen. Das kommt selbst in den edelsten Kreisen vor." Auch Bundespräsident Joachim Gauck hatte kürzlich über Deutschland gesagt: "Einwanderung tut diesem Land sehr gut."

Schäuble betonte jetzt die Bedeutung des vereinten Europas: "Es gilt, die europäische Einigung gegen alle Probleme und Widerstände zu verteidigen und fortzusetzen." Mit der Europäischen Union hätte es keinen Ersten und Zweiten Weltkrieg gegeben, fügte er hinzu. "Das Gedenkjahr 2014 könnte uns helfen, zu begreifen, welch ein Glück wir in den Händen halten und dass wir Europa nicht gefährden dürfen." Die Bundesbürger sollten sich bewusst sein, was für ein Glück sie in den vergangenen 50 Jahren gehabt hätten. "1914 herrschte in Europa und Deutschland eine große Zuversicht, und dann kam diese unglaubliche Katastrophe. Daran kann man sehen, wie schnell man Glück verspielen kann."

Dauerhaft Frieden auf dem Balkan

Vor diesem Hintergrund begrüßte Schäuble den Wunsch Serbiens, Mitglied der EU zu werden: "Das sorgt für Stabilität und dauerhaften Frieden auf dem Balkan." Vor allem die Zuwanderung aus den EU-Staaten Rumänien und Bulgarien wird derzeit zum teil heftig diskutiert. Seit Anfang des Jahres dürfen die Bürger aus diesen Ländern legal in Deutschland arbeiten.

Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hatte kürzlich ergeben, dass Einwanderer dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Deutschland einzudämmen. Zum Teil seien die Zuzügler sogar besser qualifiziert als die einheimische Bevölkerung. So besitzen laut der IW-Untersuchung knapp 25 Prozent der erwachsenen Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien einen akademischen Abschluss - unter den Zuwanderern insgesamt sind es 29 Prozent, innerhalb der Gesamtbevölkerung hierzulande aber nur 19 Prozent.

hei/AFP



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insgesamt 173 Beiträge
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Tottiso 26.01.2014
1. Finanzministerrealität
Das ist ja auch viel billiger, als unsere 2,9 Millionen Arbeitslosen für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Und für den Stundenlohn, für den die qualifizierten Zuwanderer dann arbeiten gehen, für den würde Schäuble noch nicht mal gähnen.
Eutighofer 26.01.2014
2. Entwicklungshelfer aus dem Ausland ?
Ohne Einwanderung aus dem Ausland würde Deutschland untergehen ? Und was sollen dann die osteuropäischen Länder mit ähnlich wenig Kindern machen, denen wir die Fachkräfte abwerben ? Deutschland muss in der Lage sein, seine Probleme selbst zu lösen. Auch Japan und Korea sind sehr erfolgreich - ohne Einwanderung
wallabi 26.01.2014
3. Schlimm,
die alte Leier mit den ausgelutschten Statistiken, die nichts mit der neuen Problematik zu tun haben und die völlig ablenken! Man kann es nicht mehr weder hören noch lesen!
baba01 26.01.2014
4. Sehr geehrter Herr Blubberer,
diesen ganzen Mist und das gleiche dümmliche Geheule der Wirtschaft haben wir schon vor 40 Jahren gehört. Mach endlich Politik für Menschen, Du Backe
Pinin 26.01.2014
5. Und sie läuft wieder wie geschmiert ...
... die Propaganda-Maschinerie. Unbeantwortet bleibt aber wie immer die Frage, wie Bulgarien & Co. jemals auf die Beine kommen sollen wenn alle Qualifizierten weg gelockt werden.
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