Hamburg - Sparen, sparen, sparen ist das Mantra mit dem Angela Merkel von EU-Gipfel zu EU-Gipfel reist. Im eigenen Land nimmt die Kanzlerin es damit aber offenbar nicht so genau: So hat die Regierung nach SPIEGEL-Informationen ihre Sparziele für den eigenen Bundeshaushalt im vergangenen Jahr nicht einmal zur Hälfte erreicht. Nur 42 Prozent der Summe, die Union und FDP im Bundeshaushalt 2011 einsparen wollten, wurden tatsächlich nicht ausgegeben. Wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft hervorgeht, kamen lediglich 4,7 der 11,2 Milliarden Euro zusammen, die im sogenannten Sparpaket veranschlagt waren.
Auch für dieses Jahr liegt die Regierung hinter ihrem Plan zurück: Von den ursprünglich vorgesehenen Einsparungen in Höhe von 19,1 Milliarden Euro ist nicht einmal die Hälfte umgesetzt. Für das kommende Jahr decken die konkreten Maßnahmen, die bisher beschlossen wurden, sogar nur ein Drittel des avisierten Sparvolumens ab. Die Eckwerte für den Haushalt 2013 will das Kabinett noch im März verabschieden.
Bei der deutschen Schuldenbremse haben Bund und Länder im Grundgesetz Obergrenzen für Neuschulden festgesetzt. Grundsätzlich steht das Ziel im Vordergrund, von 2020 an keine neuen Kredite mehr aufzunehmen. Für die Länder gilt ab diesem Zeitpunkt ein striktes Neuverschuldungsverbot. Der Bund darf sich ab dem Jahr 2016 nur noch mit 0,35 Prozent neu verschulden.
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