Washington - Dass der Tag kommt, war seit langem absehbar. Jetzt hat die Schuldenkrise in den USA einen neuen Höhepunkt erreicht. Die gesetzlich festgelegte Obergrenze für die Staatsverschuldung wurde aller Voraussicht nach am Montag gerissen. Damit darf sich der Staat kein frisches Geld mehr leihen. Nur mit Hilfe von Sondermaßnahmen kann das Finanzministerium nach eigenen Angaben noch bis Anfang August Mittel auftreiben, um seine Rechnungen zu bezahlen.
Wird die Schuldengrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar bis dahin nicht erhöht, droht der Zahlungsausfall. Präsident Barack Obama warnte, dann könnten die USA in eine Rezession rutschen und eine Finanzkrise lostreten, die schlimmer ist als die jüngste.
Die oppositionellen Republikaner zeigen sich zwar grundsätzlich bereit zu einer Anhebung der Grenze, knüpfen ihre Zustimmung aber an deutliche Ausgabenkürzungen. Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, John Boehner, zog am Sonntag in Zweifel, dass Obama die Reduzierung des Haushaltsdefizits ernsthaft angehen will.
Maßnahmen gegen die Pleite
Auch Notenbank-Chef Ben Bernanke unterstrich zuletzt die Gefahren für die heimischen Firmen, die noch unter dem Eindruck des Abschwungs 2007 bis 2009 stehen. Noch verläuft die konjunkturelle Erholung schleppend und mühsam, die Arbeitslosigkeit liegt bei hohen neun Prozent. Die Experten der Denkfabrik Third Way sagen für den Fall eines Zahlungsausfalls eine schrumpfende Wirtschaft, den Verlust von 640.000 Arbeitsplätzen, abrutschende Börsenkurse und eine Kreditklemme voraus.
Das Finanzministerium kann noch bis zum 2. August mit Sondermaßnahmen dafür sorgen, dass der Staat seine Rechnungen begleichen kann. Einige dieser Sondermaßnahmen umfassen:
böl/Reuters
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