Schuldenkrise Deutsche fürchten um ihr Vermögen

Die internationale Finanzkrise sorgt immer mehr für Unruhe bei den Verbrauchern. Laut einer aktuellen Umfrage fürchtet mehr als die Hälfte der Befragten spürbare Auswirkungen auf die eigene Finanzlage. Das Thema ist für die meisten viel wichtiger als etwa Arbeitslosigkeit.


Berlin - Lange hat die Schuldenkrise die Deutschen nicht persönlich betroffen. Doch nun schlägt die Stimmung offenbar um. Laut einer aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers hat die Mehrheit der Befragten Angst ums eigene Geld.

Demnach äußerten 55 Prozent der Befragten die Sorge, dass die internationale Finanzkrise bei ihnen zu spürbaren finanziellen Verlusten führen wird. 41 Prozent haben solche Befürchtungen nicht. Das Thema Euro und Finanzkrise ist im Moment für mehr als die Hälfte der Deutschen (51 Prozent) mit Abstand das dringendste Problem. Auf Platz zwei folgt weit abgeschlagen das Thema Arbeitslosigkeit mit 22 Prozent.

In der Schuldenkrise ist eine klare Mehrheit (78 Prozent) der Auffassung, dass der Einfluss der Banken auf die Politik zu groß ist. Als gerade richtig empfinden ihn nur neun Prozent, vier Prozent halten ihn für zu klein. Fast drei Viertel der mehr als 1200 Befragten (74 Prozent) sprachen sich für schärfere Regelungen zur Kontrolle der Banken aus.

Ein Schuldenschnitt für Griechenland wird von der großen Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) abgelehnt, lediglich 38 Prozent fänden ihn richtig. Eine Finanztransaktionssteuer, also eine Steuer auf den Handel mit Wertpapieren, befürworten 56 Prozent der Befragten, 31 Prozent sind dagegen.

stk/dpa/dapd



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Hannovergenuss, 14.10.2011
1. .......
Vielleicht sollte jemand mal den Leuten erklären das das große Volumen der Finanzindustrie darin begründet liegt das wir im Alter 20 Jahre lang konsumieren wollen ohne Produktiv zu sein (Rentner).... Dies ist der Auslöser für die gigantischen Finanzströme die weit über den Kapitalbedarf der Wirtschaft hinausgehen. Die Banken sind nur die Verwalter dieser Geldströme und nicht ihr Besitzer, dies sind die Bürger. Gleichzeitig sind die Bürger aber auch diejenigen die in der Demokratie die Politiker wählen die gigantische Staatsverschuldungen anhäufen um damit Wohltaten zu bezahlen.... Und jetzt wundert sich der Bürger das dieses Spiel nicht aufgeht und lernt das seine Altersvorsorge vielleicht doch nicht so sicher ist weil er seine eigenen Schulden irgendwann nicht mehr bedienen kann oder will.... Da ist Griechenland erst der Anfang denn wir haben mittlerweile in Deutschland eine explizite Verschuldung von 2.000 Mrd. und eine implizite von 6.000 Mrd.. Das macht mal eben 100.000 Miese je Bürger.... oder 200.000 je Arbeitnehmer..... oder 400.000 für jeden der mehr als ein paar tausen Euro Steuern zahlt...
juergw. 14.10.2011
2. Ach du meine Güte....
Zitat von sysopDie internationale Finanzkrise*sorgt immer*mehr für Unruhe bei den Verbrauchern.*Laut einer aktuellen Umfrage fürchtet mehr als die Hälfte der Befragten spürbare Auswirkungen auf die eigene Finanzlage. Das Thema ist für die meisten*viel wichtiger als etwa*Arbeitslosigkeit. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791905,00.html
5% der deutschen Bevölkerung besitzt 90% des Geldvermögens in ihren Händen.50% haben überhaupt nichts auf der hohen Kante.Die paar Kröten auf so manchem Postsparbuch sind wohl die Aufregung nicht wert.Wer am meisten hat,hat am meisten zu verlieren.Aber die sind ja systemrelevant,Rettung alternativlos....!
b.oreilly 14.10.2011
3. so wird es kommen!
recht haben die Deutschen! In absehbarer Zeit wird alles weg inflationiert! Das fängt doch jetzt schon an, 3 Prozent Inflation und nur 1,5 Prozent Leitzins!
chrimirk 14.10.2011
4. Da hilft nur das Sytem benutzen.
Wenn ein solches Schwindel-System in der sog. freien (wovon eigentlich? Von Verantwortung?) Marktwirtschaft die absolute Leitmaxime ist, dann muss man es auch benutzen. Also: 1. Schulden machen so viel wie es geht. Die Zinsen sind günstig. Wenn alles kippt, na wenn schon. 2. Eigens Bargeld abziehen. 3. Eigene Wertpaiere veräussern. 4. Geld entweder in Grundstücken anlegen (gehen nicht kaputt) oder verleben, so lange es noch geht. 5. Vorräte anlegen. Wer weiss, was alles noch auf dem Tauschmarkt gebraucht wird. Vorsorgen. 6. Wenn Banken Pleite gehen, sofort Klagen, auch gegen die Führungskräfte. Irgend was kommt bei rum. 7. Über (wenigsten vorübergehende)Asylmöglichkeiten nachdenken. Wenn alle rennen, ist es zu spät. Ja, ja, so mancher wird sich nach den früheren Zeiten sehnen. Da war alles klar. Der Feind war links und hinter der Mauer und die Guten überwiegend in den USA, ein paar USA-Untergebene auch noch anders wo, auf jeden Fall im Westen. Schöne einfache Welt.
habada 14.10.2011
5. Titelfail: Finanzlage ungleich Vermögen
Die meisten Deutschen haben doch gar kein Vermögen. Ich halte solche "Verwechslungen" für gefährlich, wenn schließlich dann anderweitig mit Schutz von Vermögen u.ä. argumentiert wird, betrifft das schließlich die Reichen. Übrigens ist es doch so, dass diejenigen, die vermögend sind, von unserem Finanzsystem profitieren. Das ist auch der Grund, warum sich viele gegen die Bankenrettungen aussprechen. Das ist dann auch schon das Beispiel: Es wird so getan, als würde von der Bankenrettung die Mehrheit profitieren, dabei ist es doch hauptsächlich eine Verschiebung von Gemeinvermögen in Privatvermögen, wobei diejenigen profitieren, die das Privatvermögen haben.
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