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Schuldenkrise EU-Kommission vertröstet Griechenland

Griechischer Finanzminister Papakonstantinou: Defizitquote um vier Prozent senkenZur Großansicht
REUTERS

Griechischer Finanzminister Papakonstantinou: Defizitquote um vier Prozent senken

Griechenland kann angeblich vorerst nicht auf ein milliardenschweres Hilfspaket hoffen. Bundesregierung und EU-Kommission dementierten, dass es Pläne für eine Finanzspritze von 20 bis 25 Milliarden Euro gebe. Nach Informationen des SPIEGEL wird ein solcher Schritt jedoch überlegt.

Berlin/Brüssel - Bundesregierung und EU-Kommission halten die Zeit für Milliardenhilfen an das hoch verschuldete Griechenland noch nicht für gekommen. Pläne für ein Hilfspaket von 20 bis 25 Milliarden Euro gebe es nicht in der EU, sagte ein Kommissionssprecher am Montag. Die Bundesregierung versicherte, es seien weder Entscheidungen noch Vorfestlegungen getroffen worden, ob, wie oder in welchem Umfang Griechenland geholfen werde. Das Finanzministerium machte deutlich, man werde zu gegebener Zeit über neue EU-Regeln und Sanktionsmechanismen nachdenken müssen.

Der SPIEGEL hatte am Wochenende unter Berufung auf Überlegungen in dem Ressort berichtet, die Euro-Länder könnten dem Mittelmeerland mit bis zu 25 Milliarden Euro beispringen.

Nun bestreitet die EU-Kommission, dass es konkrete Pläne über Hilfen gebe: "Es gibt keinen solchen Plan, weil Griechenland nicht um einen einzigen Euro an Finanzhilfe nachgesucht hat", sagte ein Sprecher der Kommission. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm erklärte: "Es ist definitiv keine Festlegung getroffen." Zunächst machten sich EU und Europäische Zentralbank (EZB) mit Experten-Unterstützung des IWF ein Bild von den Krisenplänen des Landes. Darüber werde wie geplant am 16. März ein Bericht vorgelegt, auf dessen Basis die Entscheidung falle, ob der griechischen Regierung "weitere Maßnahmen" empfohlen werden.

Eine klare Linie gibt es jedoch nicht innerhalb der Koalition. FDP-Generalsekretär Christian Lindner erklärte, Griechenland selbst müsse erst einmal seine Hausaufgaben machen. Über Hilfen von außen müsse gegebenenfalls nachgedacht werden, sagte er nach Beratungen im Präsidium seiner Partei. Dabei halten sich die Liberalen jedoch noch alle Möglichkeiten offen.

Generalstreik gegen den Sparkurs

Griechenlands Notenbankchef Giorgos Provopoulos sagte zu, sein Land sei gegebenenfalls auch zu weiteren Einsparungen bereit. Wenn Risiken eintreten sollten, werde die Regierung umgehend korrigierend eingreifen, beteuerte er.

Finanzminister Giorgos Papakonstantinou machte aber auch deutlich, dass das Problem seines Landes inzwischen eine europäische Angelegenheit ist. "Wir können keine gemeinsame Währung ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik haben", sagte er der finnischen Zeitung "Kauppalehti". Das gemeinsame Vorgehen in der EU dürfe sich nicht allein auf finanzpolitische Regeln beschränken.

Die Regierung in Athen will mit Steuererhöhungen und einem rigiden Sparkurs ihr Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent deutlich senken. "Das sind gut überlegte Maßnahmen, die das Wachstum nach unserer Ansicht nicht gefährden", sagte Papakonstantinou. Allein dieses Jahres will Griechenland seine Defizitquote um vier Prozentpunkte senken. Allerdings hat das Land innenpolitisch mit starkem Gegenwind zu kämpfen. Für Mittwoch haben Gewerkschaften zu einem Generalstreik gegen den Sparkurs aufgerufen.Zollbeamte wie Taxifahrer sind bereits wegen der harschen Einsparungen in den Ausstand getreten.

Spekulationen über eine mögliche Milliardenhilfe haben bereits Ende der vergangenen Woche den Euro-Kurs steigen lassen. Am Montag bröckelte der Kurs aber zeitweise leicht ab. Die Gemeinschaftswährung notierte am frühen Nachmittag bei gut 1,36 Dollar. Der Rendite-Risikoaufschlag für griechische Zehn-Jahres-Anleihen gegenüber deutschen verringerte sich um drei Basispunkte auf 314 Zähler. Griechenland könne sich aufgrund seines Stabilitätsprogramms wie geplant im April refinanzieren, betonte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums überzeugt. Das Land muss im April und Mai mehr als 20 Milliarden Euro am Markt neu aufnehmen.

fro/Reuters

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insgesamt 1780 Beiträge
grauer kater 10.12.2009
In Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
In Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
DJ Doena 10.12.2009
Isn bisschen sehr philosophisch oder?
Zitat von grauer katerIn Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
Isn bisschen sehr philosophisch oder?
grauer kater 10.12.2009
Liebe zur Weisheit ist eben eine gute menschliche Eigenschaft, die man pflegen sollte. Die menschliche Gesellschaft könnte dabei viel gewinnen, wenn möglichst viele diese Eigenschaft entwickeln würden!
Zitat von DJ DoenaIsn bisschen sehr philosophisch oder?
Liebe zur Weisheit ist eben eine gute menschliche Eigenschaft, die man pflegen sollte. Die menschliche Gesellschaft könnte dabei viel gewinnen, wenn möglichst viele diese Eigenschaft entwickeln würden!
Krassopateras 10.12.2009
Das soll ein bischen philosophisch sein? Der zweite Satz ist schlicht Humbug. Die Griechen haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie nicht die Enkel von Perikles sind. Die EU wollte das nur nicht wahrhaben. Solidarität ist [...]
Zitat von grauer katerIn Griechenland stand die Wiege der europäischen Kultur, der Demokratie und der modernen Wissenschaften! Die Griechen sind es allemal wert, dass ganz Europa für sie einsteht, denn sie sind Fleisch von unserem Fleische!
Das soll ein bischen philosophisch sein? Der zweite Satz ist schlicht Humbug. Die Griechen haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie nicht die Enkel von Perikles sind. Die EU wollte das nur nicht wahrhaben. Solidarität ist für den modernen Griechen ein Fremdwort. Sie hätten eigentlich nicht verdient in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden und schon gar nicht in die Eurozone. Die einigste Konstante in Griechenland ist das Provisorium, das Provisorium des Nationalstaates. Die Griechen sind ihrer eigenen Feinde, sie misstrauen der Regierung, der Polizei und allen staatlichen Organisationen abgrundtief. Die Vetternwirtschaft die vor dem EU - Beitritt ausschliesslich die eigenen Bürger zu zahlen hatten, wird jetzt der EU als Rechnung präsentiert. So funktioniert die EU nicht, so kann sie nicht funktionieren. Die Stundenten gehen nicht etwa auf die Strasse um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen sondern um teilzuhaben an den Pfründen.
zwangsreunose 10.12.2009
Europa lebt in erster Linie von seinem Binnenmarkt. Das ist ein geben und nehmen. Griechenland ist dabei. Aber....liebe Nachbarn, Kritik ist berechtigt. Ihr habt neu gewählt. Bringt Euren Laden in Ordnung. Außerdem wäre ich [...]
Zitat von sysopRatingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit von Griechenland herunter, Pessimisten sprechen gar vom drohenden Staatsbankrott. Experten aber begrüßen die drastische Warnung der Finanzmärkte. Soll die EU im Notfall einspringen?
Europa lebt in erster Linie von seinem Binnenmarkt. Das ist ein geben und nehmen. Griechenland ist dabei. Aber....liebe Nachbarn, Kritik ist berechtigt. Ihr habt neu gewählt. Bringt Euren Laden in Ordnung. Außerdem wäre ich längst für eine Europaanleihe.
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Steckbrief: Griechenland

Schuldenquote: 112,6 Prozent des nationalen BIP

Haushaltsdefizit: 12,7 Prozent des nationalen BIP (2009)

BIP-Wachstum: -1,1 Prozent (Prognose 2009)

Anteil am BIP der Euro-Zone: 2,6 Prozent (2008)

Quelle: EU-Kommission


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