Schuldenkrise in Amerika Top-Investor flüchtet aus US-Staatsanleihen

Die USA haben das Vertrauen mächtiger Anleger verspielt: Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco trennt sich von sämtlichen amerikanischen Staatspapieren, ein Warnsignal, eine Peinlichkeit - er rechnet damit, dass die Schuldenkrise in Washington weiter eskaliert.

US-Präsident Barack Obama: Pleitegefahr?
AP

US-Präsident Barack Obama: Pleitegefahr?


New York - Es ist ein harter Schlag für die Regierung von US-Präsident Barack Obama - und ein Warnsignal für Anleger: Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco hat sich von allen US-Schuldenpapieren getrennt, schreibt die "Financial Times". Der vom Manager Bill Gross verwaltete Fonds Total Return mit einem Volumen von knapp 237 Milliarden Dollar habe den Schritt bereits per Ende Februar vollzogen, teilte Pimco auch auf seiner Internetseite mit.

Der Schritt ist das bislang stärkste Signal dafür, wie negativ Investoren Schuldenpapiere des Staates USA inzwischen bewerten. Doch es könnte schlimmer kommen: Investor Gross erklärte laut der "FT", er rechne damit, dass US-Schuldenpapiere noch unattraktiver werden. Der Grund: Mitte des Jahres wird die US-Notenbank Fed ihr Programm zum Aufkauf von US-Staatsanleihen beenden.

Die hohe Verschuldung der USA wird damit zu einem immer größeren Problem für die Regierung. Anfang Januar hatte es bereits nervöse Diskussionen gegeben, als US-Finanzminister Timothy Geithner vor dem Staatsbankrott Amerikas warnte. Tatsächlich rechnet aber kaum jemand mit diesem Szenario. Geithners drastische Worte waren eher als strategisches Manöver interpretiert worden, mit dem Kongressabgeordnete zu stärkeren Sparmaßnahmen bewegt werden sollen.

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insgesamt 66 Beiträge
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shokaku 10.03.2011
1.
Kann ja sichere Papiere aus Euroland kaufen. Spanien, Irland, Griechenland z.B.
gerd2006 10.03.2011
2. Immer optimistisch bleiben
"Tatsächlich rechnet aber kaum jemand mit diesem Szenario." (US-Staatspleite) Wahrscheinlich genügt es, wenn die richtigen (oder falschen...) 100 Leute damit rechnen; dann ist die Pleite plötzlich ganz nah. Sie können dann später schreiben: noch wenige Monate davor rechnete kaum jemand damit.
rafkuß 10.03.2011
3. Denn das Ende ist nah!...
Zitat von sysopDie US-Finanzpolitik hat das Vertrauen*mächtiger Anleger verspielt: Der weltgrößte Anleiheinvestor Pimco trennt sich von allen amerikanischen Staatsanleihen - und erklärt den Schritt mit einem negativen Ausblick für die Schuldenpapiere. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750016,00.html
...sprach der Herr.
bito2006 10.03.2011
4. Des Kaisers neue Kleider
Und wieder einmal bewahrheitet sich die alte Regel meiner Oma: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Wenn der Wohlstand einer Volkswirtschaft seit Jahrzehnten nicht mehr auf der ARBEIT, PRODUKTIVITÄT und SPARSAMKEIT seiner Menschen beruht, sondern auf der Ausbeutung von Bodenschätzen in fremden Ländern mit Hilfe einer hochgerüsteten Armee sowie auf dem Handel mit ungedeckten Schecks und Schuldscheinen (Derivate, "Futures"), dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Volk merkt, dass der ach so mächtige Kaiser in Wahrheit nackt dasteht.
Beate Hartmann, 10.03.2011
5. Kein Titel
Schon beängstigend, daß eine Meldung, die den nächsten großen Finanzcrash ankündigt, mit der gleichen (Un-)Wichtigkeit behandelt wird wie der Sieg von Schalke gegen Valencia. Wenden wir uns also lieber den relevanten Themen zu: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,749911,00.html
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