Schuldenkrise Rendite für Griechenland-Anleihen steigt auf 25 Prozent

Die Situation von Griechenland wird immer desaströser: Erst verkündete das Land ein Megadefizit, nun steigen die Renditen für Staatsanleihen schon über 25 Prozent. Das gab es in der Geschichte des Euro noch nie.


Frankfurt am Main - An den Finanzmärkten wird fleißig über eine Umschuldung von Griechenland spekuliert. Die Kurse griechischer Staatsanleihen fallen rapide, die Renditen steigen auf Rekordhöhen. So schnellte die Rendite zweijähriger griechischer Staatsanleihen am Mittwoch erstmals seit Gründung der Währungsunion über die Marke von 25 Prozent.

Noch hat das für Griechenland keine Konsequenzen, da das Land seine Schulden derzeit mit Geld aus einem EU-Rettungspaket refinanziert. Für das hoch verschuldete Land wird die Rückkehr an die Kapitalmärkte aber immer schwieriger.

Zeitweise kletterte die Rendite für zweijährige Anleihen auf bis zu 25,1 Prozent. Dagegen liegt die Rendite für deutsche Staatspapiere mit entsprechender Laufzeit derzeit bei lediglich 1,76 Prozent.

Pimco empfiehlt freiwillige Umschuldung

Die Entwicklung zeige, dass an den Märkten von einer Umschuldung Griechenlands ausgegangen wird, hieß es von Analysten. Es vergehe kaum noch ein Tag ohne neue Hiobsbotschaften über die Schuldenkrise in Griechenland, kritisierte der Chef des weltgrößten Anleihenhändlers Pimco, Mohamed El-Erian, in einem Beitrag im "Handelsblatt".

Die bisherigen Rettungsversuche und die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus. Er plädiere für "eine möglichst freiwillige und ordentliche Umschuldung". Ein schnelles Handeln Europas sei notwendig, dann werde Griechenland die Europäische Währungsunion nicht in Gefahr bringen. Im Falle Griechenlands sei bereits eine zu große Schuldenlast auf öffentliche Institutionen und die Steuerzahler abgewälzt worden.

Für Griechenland und auch für Portugal war am Vortag ein noch höheres Staatsdefizit im vergangenen Jahr ausgewiesen worden als zuvor angenommen. Im Fall Griechenland lag das Defizit 2010 laut der Statistikbehörde Eurostat bei 10,5 Prozent statt zuvor ausgewiesener 9,6 Prozent. Erlaubt sind nach dem Maastricht-Vertrag höchstens drei Prozent.

cte/dpa



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