Schuldenkrise: Roubini hält Zusammenbruch der Euro-Zone für möglich
Warnung vor halbherzigen Reformen: Der renommierte US-Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini befürchtet, dass die Krise des Euro noch lange nicht ausgestanden ist. Dem Währungsverbund stünde seine eigentliche Bewährungsprobe noch bevor.
Paris - Nach Ansicht des US-Wirtschaftswissenschaftlers Nouriel Roubini müssen die Euro-Staaten ihren Rettungsfonds für verschuldete Länder deutlich ausweiten. Andernfalls riskierten sie einen Zusammenbruch der Euro-Zone, sagte Roubini der französischen Tageszeitung "Le Monde".
Der als Pessimist bekannte Wissenschaftler hält für die Euro-Zone drei Szenarien für möglich. Demnach könnte der Rettungsschirm, unter den sich bislang nur Irland geflüchtet hat, in der Schuldenkrise helfen und die Finanzmärkte beruhigen. Dafür müsste aber der Umfang des Fonds von bislang 750 Milliarden Euro vergrößert werden, sagte Roubini.
Helfen könnte es der Euro-Zone nach Roubinis Überzeugung auch, die Steuerpolitik besser zu koordinieren. Dies würde den Staaten erlauben, ihre "Probleme strukturell zu lösen", sagte der Ökonom. Allerdings müssten die Länder dafür einen Teil ihrer Souveränität abgeben, was insbesondere für Deutschland und Irland schwierig erscheine.
Das dritte Szenario ist dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge eine Umschuldung verschuldeter Staaten. Die Gläubiger der Staatsanleihen müssten dann auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Dies würde einige Länder allerdings dazu zwingen, die Euro-Zone zu verlassen und diese daher zusammenbrechen lassen, sagte Roubini.
Der US-Ökonom beurteilt die Haushaltslage Frankreichs so schlecht wie die von Spanien oder Portugal, wie er "Le Monde" sagte. Die Schulden Frankreichs könnten die Investoren "eines Tages beunruhigen". Roubini hatte die Finanz- und Wirtschaftskrisekrise korrekt vorausgesagt.
mik/AFP
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