Schuldenkrise Spanien will weltgrößten Flughafenbetreiber privatisieren

Spaniens Schulden sind in der Eurokrise explodiert. Um diese Last zu drücken, will das Land knapp die Hälfte des staatseigenen Flughafenbetreibers Aena verkaufen. Mit rund 70 Airports ist Aena das weltgrößte Unternehmen seiner Branche.

  Flughafen in  Barcelona : Spanien will 49 Prozent von Betreiber Aena verkaufen
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Flughafen in Barcelona: Spanien will 49 Prozent von Betreiber Aena verkaufen


Madrid - Die spanische Regierung startet einen neuen Anlauf für eine milliardenschwere Teilprivatisierung des weltgrößten Flughafenbetreibers Aena. Der hoch verschuldete Staat will sich von bis zu 49 Prozent an dem Unternehmen trennen, das an 46 Flughäfen im Inland und mehr als 20 im Ausland beteiligt ist, wie Verkehrsministerin Ana Pastor mitteilte. Unter anderem betreibt Aena den Großflughafen Madrid-Barajas sowie Airports in Barcelona, Sevilla, Palma de Mallorca und Ibiza.

28 Prozent des Unternehmens sollen an der Börse, 21 Prozent an langfristig interessierte Investoren verkauft werden. Branchenexperten zufolge dürfte die Regierung damit rund 2,2 Milliarden Euro erlösen. Zwar werde Aena bei dem Börsengang wohl mit 16 Milliarden Euro bewertet, der hohe Schuldenberg von 11,5 Milliarden Euro führe unter dem Strich aber zu geringeren Einnahmen.

Doch die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone muss alle denkbaren Erlösquellen anzapfen: Die Staatsverschuldung Spaniens hat ein neues Rekordniveau erreicht, wie die spanische Zentralbank mitteilte. Im ersten Quartal 2014 betrug sie 96,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und wird im Laufe des nächsten Jahres die symbolische Marke von 100 Prozent übersteigen.

Helfen dürfte der Regierung beim Aena-Verkauf, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr erstmals in die Gewinnzone erreicht hat. Frühere Pläne für eine Teilprivatisierung scheiterten, weil in der Regierung die Schließung von defizitären Flughäfen befürchtet wurde.

Auch diesmal sind einige Regierungsvertreter dagegen, dass sich der Staat von Beteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen trennt. Einige spanische Regionen wollen zudem am Betrieb der Flughäfen beteiligt bleiben, um Gebührenerhöhungen zu verhindern.

ade/Reuters/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Jabagrafs 13.06.2014
1. Die schlechteste Lösung...
Zitat von sysopGetty ImagesSpaniens Schulden sind in der Euro-Krise explodiert. Um diese Last zu drücken, will das Land knapp die Hälfte des staatseigenen Flughafenbetreiber Aena verkaufen. Mit rund 70 Airports ist Aena das weltgrößte Unternehmen seiner Branche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schuldenkrise-spanien-will-flughafenbetreiber-aena-privatisieren-a-975117.html
Bloss alles, was dauerhaft Gewinn bringen könnte, privatisieren. Möglichst an skrupellose Heuschrecken.. Ok, bei 49% kommen die noch nicht unbedingt aus den Löchern.. Aber Investoren erwarten Gewinne. Also werden sie nur einen Preis zahlen, der ihre Gewinnerwartungen zulässt. Und damit ist es klar, dass der Verkauf für den Staat kein Gewinn sein kann..
ShieTar 13.06.2014
2. Schulden ...
Macht Sinn, der Staat muss seine Einkommensquelle verkaufen um seine Schulden zu senken. Und der Käufer muss Kredite aufnehmen, um in den Kauf zu investieren.
vantast64 14.06.2014
3. Das Tafelsilber verkaufen,
um mit Stäbchen zu überleben? Manche verkaufen auch ihre Niere, es geht eben auch mit einer. Ein prinzipiell erbärmliche,scheinbare Lösung, die keine ist, ein Stück Zukunft verkauft, weil die richtigen Lösungen zu viel Arbeit im Denken machen. Für solche Lösungen hätten sich auch Klippschüler bewerben können.
cirrus51 14.06.2014
4. sehr vernünftig
Private Gesellschafter können besser als der Staat wirtschaften. Deshalb ist das ein vernünftiger Schritt Man vergleiche mal Frankfurt (FRAPORT) mit Berlin (BER)
trevi 14.06.2014
5. Beste Lösung für Alle -
Habe selbst erlebt, wie auf Sp-Flughäfen "Geld vernichtet wird" und keiner schaut hin, typisch Staats-bestrieb. (Könnte auch in D belegt werden.) Und selbst wenn Personal abgebaut wird, so sollte es doch langfristig besser sein, einige, wirtschaftlich gut funktionierende Flughäfen -und damit auch Personal- auf Dauer zu unterhalten-, als die aus politischer Eitelkeit entstandenen "Kleinstadtflughäfen" auf denen oft noch nie ein Flugzeug landete weiterhin zu subventionieren -und das z.T. mit EU-Geldern-
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