Schuldenkrise US-Ökonom sieht Euro in großer Gefahr

Der als "Prophet der Finanzkrise" bekannte US-Ökonom Nouriel Roubini stellt dem Euro eine denkbar schlechte Prognose aus. Im SPIEGEL-Interview mahnt er massive Interventionen an - andernfalls sei ein Dominoeffekt nicht auszuschließen, der die Gemeinschaftswährung in den Abgrund reißen könnte.

Ökonomieprofessor Roubini: Entschiedenes Handel notwendig
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Ökonomieprofessor Roubini: Entschiedenes Handel notwendig


Hamburg - Nouriel Roubini warnt davor, dass sich die griechische Schuldenkrise rasant global ausbreiten wird. "Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte Roubini dem SPIEGEL. Der Ökonom hatte die globale Wirtschaftkrise schon zwei Jahre vor ihrem Eintritt detailliert skizziert.

Die bisherigen Rettungspläne seien nicht ausreichend, warnt Roubini jetzt: "Wenn nicht bald ein Plan B erarbeitet wird, besteht die Gefahr eines Dominoeffekts." Dann werde sich die Krise sehr schnell auf Länder wie Portugal oder Spanien ausbreiten. "Das würde am Ende den Euro sprengen", so Roubini.

Der deutschen Regierung wirft der Ökonom dabei vor, wertvolle Zeit verschwendet zu haben: "Die deutsche Innenpolitik und die wachsende Skepsis über die Währungsunion haben die Reaktion verzögert, das hat den Bemühungen geschadet, die Griechenland-Krise einzudämmen."

Die Milliardenhilfe durch den IWF und die Euro-Staaten hält der Ökonom nicht für ausreichend, um die Krise zu bekämpfen: "Das verschiebt das Problem nur ins nächste Jahr", sagte er. Zudem werde die Krise nicht in Europa haltmachen. Roubini fürchtet, dass die horrende Staatsverschuldung bald auch Japan und den USA "ernste Probleme" bereiten wird.

mik



Forum - Kommt jetzt der Euro-Crash?
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zwangsreunose 29.04.2010
1.
Zitat von sysopErst Griechenland, dann Portugal und Spanien - schließlich Italien und Irland? Die Krise hat die Staatsschulden und Zinsen von fünf EU-Problemstaaten so bedenklich in die Höhe getrieben, dass es Ökonomen graut. Kann Europa das Desaster noch abwenden? Was müssen die verflixten Fünf tun?
Kann nicht, weil die Märkte schneller reagieren als die Politik. ...was zu beweisen war.
schniggeldi 29.04.2010
2.
Wenn man den bevorstehenden Untergang des Abendlandes, pardon natürlich des Euros, oft genug unreflektiert beschwört und nachbetet - dann wird er kommen. Selbsterfüllende Prophezeihung.
dull77 29.04.2010
3. Der Euro ist schwach - aber die stärkst Währung der Welt
Zitat von sysopErst Griechenland, dann Portugal und Spanien - schließlich Italien und Irland? Die Krise hat die Staatsschulden und Zinsen von fünf EU-Problemstaaten so bedenklich in die Höhe getrieben, dass es Ökonomen graut. Kann Europa das Desaster noch abwenden? Was müssen die verflixten Fünf tun?
Der Euro ist nicht "das Gelbe vom Ei" - nur verglichen mit den Anderen immer noch "sau stark". Es wird kein Geld nachgedruckt, es werden nicht Kredite "für lau" rausgegeben und der Wechselkurs richtet sich nach den Märkten. Wenn jetzt die Verantwortlichen die Nerven behalten - haben wir zumindest US-Dolar, Yen und GB-Pfund auf Jahre "abgehängt".
zwangsreunose 29.04.2010
4.
Zitat von dull77Der Euro ist nicht "das Gelbe vom Ei" - nur verglichen mit den Anderen immer noch "sau stark". Es wird kein Geld nachgedruckt, es werden nicht Kredite "für lau" rausgegeben und der Wechselkurs richtet sich nach den Märkten. Wenn jetzt die Verantwortlichen die Nerven behalten - haben wir zumindest US-Dolar, Yen und GB-Pfund auf Jahre "abgehängt".
Sie meinen wir sind die Schönsten unter den Loosern. Es ist auch in Deutschland üblich, dass Kredite aufgenommen werden, um alte Kredite abzulösen (das nennt sich dann - Kredite werden zurückgezahlt) und die Zinsen zu zahlen. Das hört sich irgendwie nach pleite an. Ich wusste gar nicht, dass man da jetzt schon unterscheidet in: ein bisschen mehr zahlungsunfähig und ein bisschen weniger zahlungsunfähig.
Andreas Heil, 29.04.2010
5.
Zitat von dull77Der Euro ist nicht "das Gelbe vom Ei" - nur verglichen mit den Anderen immer noch "sau stark". Es wird kein Geld nachgedruckt, es werden nicht Kredite "für lau" rausgegeben und der Wechselkurs richtet sich nach den Märkten. Wenn jetzt die Verantwortlichen die Nerven behalten - haben wir zumindest US-Dolar, Yen und GB-Pfund auf Jahre "abgehängt".
Ganz genau.
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