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Schuldenkrise Von der Leyen will Gold als Sicherheit für Euro-Hilfe

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: Regierung distanziert sichZur Großansicht
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Arbeitsministerin Ursula von der Leyen: Regierung distanziert sich

Ministerin Ursula von der Leyen fährt die harte Linie: Finanzhilfe für Euro-Staaten soll es nur gegen Sicherheiten geben - zum Beispiel Goldreserven oder Industriebeteiligungen. Ihre Kollegen in der Regierung reagieren zurückhaltend.

Berlin - Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sorgt in der Euro-Debatte für Wirbel. Die CDU-Politikerin will künftige Hilfevergaben aus dem Rettungsfonds durch umfangreiche Sicherheiten des betreffenden Landes garantieren lassen. Dem ARD-Hauptstadtstudio sagte die Ministerin, die auch Vize-Parteivorsitzende der CDU ist, viele dieser Länder verfügten über umfangreiche Goldreserven und Industriebeteiligungen, die sie für solche Besicherungen einsetzen könnten.

"Einige Staaten unternehmen große Anstrengungen, um ihre Schulden zu bedienen", sagte sie. "Dies muss honoriert werden. Damit aber die Anstrengungen auch langfristig aufrechterhalten werden, bedarf es der Sicherheiten", argumentierte die Politikerin. "Faktisch haben wir so eine wirksame europäische Schuldenbremse", sagte von der Leyen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Die ehemalige Familienministerin gehört der neuen CDU-Kommission an, die als Reaktion auf die innerparteiliche Auseinandersetzung über die Euro-Krise eingesetzt wurde. Das Gremium soll bis zum 24. Oktober einen Leitantrag für den Parteitag im November erarbeiten. Ihm gehört auch Finanzminister Wolfgang Schäuble an.

Mit ihren Forderungen nach Sicherheiten liegt von der Leyen indes nicht auf der offiziellen Kabinettslinie. Intern dagegen gibt es widersprüchliche Angaben. Einerseits heißt es in Parteikreisen, für die Bundesregierung zähle die Verknüpfung von Hilfen und strengen Auflagen. Von Sicherheiten in Form von Geldreserven oder Industriebeteiligungen sei nicht die Rede.

Andere Politiker bestätigten, es gebe durchaus solche Überlegungen. Auch Anteile an Staatsunternehmen könnten als Sicherheiten herangezogen werden. Insgesamt könnten die Absicherungen dreistellige Milliardenbeträge erreichen.


Schon vor gut zwei Wochen hatten Politiker der schwarz-gelben Koalition - wegen wachsender Vorbehalte gegen weitere Milliardenhilfen - ein Auge auf die Goldreserven geworfen. Dabei ging es auch darum, dass hoch verschuldete Euro-Staaten angesichts des Höhenflugs beim Goldpreis ihre Goldreserven auf den Markt werfen und so ihre Haushalte sanieren.

So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des "Word Gold Council" hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.

Der Goldpreis ist nach einem Rekordhoch von mehr als 1900 US-Dollar pro Feinunze zuletzt wieder etwas gesunken. Das Edelmetall kostete am Dienstag 1880,60 Dollar je Unze. Deutschland besitzt Goldreserven von 3401 Tonnen. Der Marktwert beläuft sich zurzeit auf etwa 142 Milliarden Euro.

dis/ssu/Reuters/dpa

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insgesamt 209 Beiträge
shokaku 23.08.2011
Gute Idee. Aber auch nicht vergessen, die deutschen Goldvorräte rechtzeitig zurück zu holen.
Gute Idee. Aber auch nicht vergessen, die deutschen Goldvorräte rechtzeitig zurück zu holen.
franksterling 23.08.2011
wo ist das problem? das gold wird ja als sicherheit gesehen und nicht als mittel die hilfe zu zahlen. diesen vorschlag abzulehnen heisst ja davn auszugehen dass keine anstrengungen unternommen werden den miesen haushalt [...]
wo ist das problem? das gold wird ja als sicherheit gesehen und nicht als mittel die hilfe zu zahlen. diesen vorschlag abzulehnen heisst ja davn auszugehen dass keine anstrengungen unternommen werden den miesen haushalt auszugleichen.
Linus Haagedam 23.08.2011
...bringt der Mittelweg den Tod! Wenn wir wollen, dass wir demnächst für alles haften, was in Europa nicht niet und nagelfest ist UND es nichts nutzt UND wir dafür gehasst werden, dann gehen wir diesen Weg. M.E. gibt es jetzt [...]
...bringt der Mittelweg den Tod! Wenn wir wollen, dass wir demnächst für alles haften, was in Europa nicht niet und nagelfest ist UND es nichts nutzt UND wir dafür gehasst werden, dann gehen wir diesen Weg. M.E. gibt es jetzt genau zwei klare Altzernativen: Bisherige Rettungsgelder radikal abschreiben und keine weiteren Risiken übernehmen (ein Weg, den ich nicht gut fände - aber deutlich besser als das jetzt Vorgeschlagene) oder wir machen uns unumkehrbar auf den Weg zu den Vereinigten Staaten von Europa. Das wird zwar schmerzhaft, ist wohl aber das Klügste. Dann gibt es zwar immer noch viel Streit und Diskussionen aber der Grundsatz ist klar: Alle haften letzten Endes für Alles, da wir in Europa ein Staatswesen sind. Let's go... Und zwar ohne Merkel, von der Leyen, Rösler und Sarkozy.
Libita 23.08.2011
Hm... wieso nicht? Wir wissen wohl alle, dass gegen die Auflagen im Zweifel verstoßen wird, und man die Staaten dann zu nichts zwingen kann. Sie bei etwas zu packen, das ihnen wichtig ist, kann die Motivation steigern, sich an die [...]
Hm... wieso nicht? Wir wissen wohl alle, dass gegen die Auflagen im Zweifel verstoßen wird, und man die Staaten dann zu nichts zwingen kann. Sie bei etwas zu packen, das ihnen wichtig ist, kann die Motivation steigern, sich an die Abmachungen auch wirklich zu halten. Man könnte dann die Vorschriften lockern, frei nach dem Motto, holt das Geld, wie ihr es für richtig haltet - nur wenns nicht klappt, seid ihr dann auch selbst schuld. Und diejenigen, die das Ganze finanzieren müssen, haben nicht mehr länger den Eindruck, dass sie das Geld sowieso nicht wieder bekommen. Ergebnis: mehr Motivation für weniger Diktat von außen und mehr Sicherheiten für diejenigen, die das finanzieren müssen - warum nicht?
fp$ 23.08.2011
Jetzt noch Immobilien dazu und wir hätten ganz normale Verhältnisse zwischen Kreditgeber und Nehmer. Warum eigentlich nicht ?
Zitat von sysopMinisterin Ursula von der Leyen fährt die harte Linie: Finanzhilfe für Euro-Staaten soll es nur gegen Sicherheiten geben - zum Beispiel Goldreserven oder Industriebeteiligungen. Ihre Kollegen in der Regierung reagieren zurückhaltend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,781885,00.html
Jetzt noch Immobilien dazu und wir hätten ganz normale Verhältnisse zwischen Kreditgeber und Nehmer. Warum eigentlich nicht ?
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Griechenland soll vom europäischen Krisenfonds für wackelnde Eurostaaten (EFSF) Kredite zu niedrigen Zinssätzen von rund 3,5 Prozent bekommen. Die Laufzeiten der Kredite sollen von bisher siebeneinhalb Jahren auf 15 bis 30 Jahre gestreckt werden. Ein umfangreiches Wachstums- und Investitionsprogramm soll Griechenland in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission wieder auf die Beine bringen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird angehalten, sich am Hilfsprogramm zu beteiligen. Auch die Laufzeiten der Kredite aus dem bereits existierenden Rettungsprogramm von 2010 sollen deutlich verlängert werden.
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