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Schuldenkrise: Währungsfonds drängt auf Umschuldung von Griechenland

Eine Umschuldung Griechenlands wird immer wahrscheinlicher. Nach SPIEGEL-Informationen drängt nun auch der Internationale Währungsfonds darauf, die Gläubiger an der Rettung des Landes zu beteiligen. Inhaber von Anleihen des Krisenstaates müssten auf einen Teil ihrer Rendite verzichten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zweifelt am Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland und drängt auf eine baldige Umschuldung des Landes. Diese Forderung vertraten hochrangige Vertreter des Währungsfonds in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen.

Im IWF bahnt sich damit ein Kurswechsel an. Nun glaubt der Fonds offensichtlich selbst nicht mehr daran, dass sich das Land mit den bisherigen Maßnahmen sanieren lässt. Notwendig sei eine Verringerung der Schuldenlast von derzeit rund 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, argumentierten IWF-Vertreter gegenüber den Europäern. Denkbar sei ein Schuldenschnitt, die Verlängerung der Laufzeiten von Anleihen oder niedrigere Zinszahlungen.

Alle drei Alternativen laufen darauf hinaus, dass Inhaber griechischer Staatsanleihen auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen. Nach den Vorstellungen des IWF soll die griechische Regierung schon bald Gespräche mit ihren Gläubigern aufnehmen und ihnen die geplante Umschuldung mitteilen.

Der IWF schreckt allerdings noch davor zurück, seine Überlegungen öffentlichzumachen, weil er fürchtet, das ebenfalls angeschlagene Portugal dadurch in noch größere Schwierigkeiten zu bringen.

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1. Schulden in Nichts auflösen
bürger#40175 02.04.2011
Einfach mit der Steinzeitmethode, besser ein Ende mit Schrecken als eine Schrecken ohne Ende: Vorschlag: Alle Schulden, die weltweit existieren werden getilgt. Man hat es ja nur auf der Kante für Morgen. Das bedeutet aber auch: Es dürfen ab dem Zeitpunkt keine neue Schulden gemacht, und keine Kredite mehr vergeben werden. Zins wird damit auch abgeschafft. Duck und weg...
2. Leider geht so nicht.
maliperica 02.04.2011
Zitat von bürger#40175Einfach mit der Steinzeitmethode, besser ein Ende mit Schrecken als eine Schrecken ohne Ende: Vorschlag: Alle Schulden, die weltweit existieren werden getilgt. Man hat es ja nur auf der Kante für Morgen. Das bedeutet aber auch: Es dürfen ab dem Zeitpunkt keine neue Schulden gemacht, und keine Kredite mehr vergeben werden. Zins wird damit auch abgeschafft. Duck und weg...
Sie haben einen glänzenden Vorschlag gemacht, aber leider geht es nicht, weil in den Schulden die unterschiedliche verträgliche Pflichten der Gläubiger stecken. Ehrlicherweise zugegeben, auch eine ganze Menge heißer Luft des neoliberalen Aberglauben von selbstregulierten Finanzmärkten und gewisse nicht mehr feststellbare spekulative rechtlich höchst fragliche Manipulation unterschiedlichen nicht transparenten Vereinbarungen.
3. Quellen? Autor?
odyseas 02.04.2011
An die Redaktion: Könnten Sie freundlicherweise eine konkrete Quelle für Ihre Informationen benennen? Ich möchte darauf hinweisen, dass in Griechenland selbst einige Menschen vor dem Kadi stehen, da sie gleichlautende Meldungen verbreitet haben. Darüber hinaus ist es in der aktuellen Situation des Landes Gift für den sozialen Frieden, wenn eine tatsächliche Entscheidung über das Schuldendilemma immer weiter herausgezögert wird. In dem Land leben immer mehr Menschen ohne Stromanschluss (wegen nicht bezahlter Rechnungen gekappt), ohne irgendwelche Sozialhilfe (suchen in Abfallcontainern nach Essbarem) während vor allem die deutsche Presse immer mehr über "Pleitegriechen" schimpft. Viele der Glücklichen, die Arbeit haben, leben mit einem Superlohn von 650 Euro ohne vom Arbeitgeber krankenversichert zu werden. Davon dürfen sie dann im Schnitt 30 % mehr als im armen Deutschland für Lebensmittel zahlen. Auffällig ist jedoch, dass auch deutsche Firmen im Land sämtliche Preise immer weiter anheben. So stiegen die Mautgebühren für Hauptverkehrsstrassen ohne Alternativstrecke seit Beginn der Krise um 50% während die Löhne um mehr als 30% sanken. Solch tolle Rechnungen müssen ja aufgehen. Würde der besorgte Westen wirklich etwas gegen die Krise unternehmen wollen, dann könnte man die korrupten Politiker des südlichen Eurostaats z.Bsp. in Deutschland verklagen. Allerdings müsste dann auch offen gelegt werden, wer aus dem übrigen Euroraum alles an den Aktionen verdient hat. Aktuell existiert "nach Informationen der griechischen Presse", die durch Nachfrage bei griechischen Strafverfolgungsbehörden verifizierbar sind ein ehemaliger Minister, der obwohl mittellos in die Politik eingetreten mehr als 178 Millionen euro auf seinem Schweizer Konto ansammeln konnte. Die ach so regulierende EU, war bisher nicht in der Lage juristisch gegen skandalöse Amnestien griechischer und italienischer Politiker vorzugehen. Da im Fall Griechenland aber vieles von dem nun vermissten Geld in den Taschen einiger Politiker und Wirtschaftsbosse steckt und da sehr große Summen in überteuerte Rechnungen für nutzlose Olympiabauten, Waffensysteme, Strassenbau und Medizuntechnik flossen, sollte sich der deutsche Steuerzahler langsam mal Fragen, warum er das alles kritiklos finanzieren soll. Würde es der darbenden Bevölkerungsschicht Griechenlands, Portugals oder Spaniens nützen, dann bestünde für solidarische Hilfe sicherlich ein Anlass. So jedoch gräbt sich der deutsche Michel selbst sein Grab. Denn, wenn das Lebensniveau in Griechenland erst auf das Chinas abgesunken ist, dann ist das nächste Opfer im Visier der "Märkte". Dann darf auch der IWF wieder heftig an seinen meist kontraproduktiven Ratschlägen verdienen. PS: Stauss Kahn und Konsorten verdienen durch ihre "Wohltätigkeit" ein vielfaches von dem, was Monika Lierhaus in einem anderen Thread zur Last gelegt wird.
4. Wer glaubts wird selig
matt_us, 02.04.2011
So eine Meldung ist natuerlich eine Ente. Wieso sollte Griechenland umschulden - und damit Spekulanten und Hedgefonds belohnen, die auf eine Pleite Griechenland gesetzt haben? Die EU waere schoen bloed. Dei Griechen sollen ruhig mal schoen ihre Steuern einnehmen - in der Schweiz sind alleine, laut griechischer Regierung (und Handelsblatt) 280 Mrd Euro auf Sparkonten angelegt. Mal eine kleine Anforderung, diese Steuerfluchtgelder zurueckzusahlen, und die Griechenland Krise ist vorbei. Und die Schulden zurueckbezahlt. Diese Meldung soll nur die CDS Besitzer beruhigen. Die mit diesen Dingern auf eine Pleite Europas wetten. Liebe Spekus und Hedgefonds - die Dinger sind nichts mehr wert - egal was Euch die Banken, die die verkaufen, vorgaukeln! Ihr habt mit Recht langsam Panik, denn die CDS werden nie auch nur einen Cent auszahlen. Das sind Schrottpapiere wie CDOs vor denen, und "New Econonmy" Aktien davor. In den Papierkorb mit den Credit Default Swaps, und schnellstens verboten von der EU Regierungen - damit waere die Eurokrise sofort vorbei!
5. Umschulden ?
systemmirror 02.04.2011
Selbst dann ist Griechenland nicht in der Lage die Schulden zu bezahlen, was eigentlich allen die etwas in der Birne haben von vornherein klar war. Aus welchen blödsinnigen gründen auch immer würde das Siechtum zu Lasten aller nur verlängert. Und das alles nur um mit Gewalt den Euro in Griechenland zu halten ? Da sind wirklich eine Masse Leute vom Wahnsinn heimgesucht. Die dafür aufgewendeten Kosten werden uns alle mittelfristig bitter aufstoßen.
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