Brüssel - Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht Druck, doch die führenden Köpfe der Euro-Gruppe lehnen ab. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wehrt sich energisch gegen einen Schuldenerlass für Griechenland. Es gebe diese Debatte, sagte Schäuble in Brüssel. Aber für die meisten Länder der Euro-Zone sei das durch die nationalen Gesetze ausgeschlossen. "Wir sollten uns ohne zu spekulieren auf andere Lösungen konzentrieren", sagte Schäuble.
Er widersprach damit IWF-Chefin Christine Lagarde, die auf einen Schuldenerlass der Euro-Länder pocht. Das ist aus Sicht des IWF unumgänglich, damit Griechenland bis 2020 seine Schulden wieder selbst tragen kann.
Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker und Schäuble wollen auf diese Forderung aber nicht eingehen. "Wir gehen davon aus, dass innerhalb des finanziellen Rahmens des zweiten Griechenland-Programms die Probleme unter Gewährung längerer Zeit mit zusätzlichen Maßnahmen gelöst werden können und gelöst werden müssen", sagte Schäuble.
Geht es nach den Euro-Ländern, dann muss Athen auch erst 2022 - also erst zwei Jahre später - wieder auf eine Gesamtverschuldung von 120 Prozent kommen. Doch haben die Euro-Staaten das Problem, dass sie den IWF für die Rettung Griechenlands brauchen. Steigt der Weltwährungsfonds aus, würde es für Deutschland noch teurer.
Wegen des Grundsatzstreits verzögert sich die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro weiter. Die Troika-Experten aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission müssen nun eine Lösung ausarbeiten, die dann auf einem weiteren Sondertreffen der EuroGruppe am kommenden Dienstag abgestimmt werden soll. Danach will Schäuble die Lösung dem Bundestag präsentieren, bevor die Tranche bis Ende November endgültig freigegeben werden kann.
mmq/dpa/dapd
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