Schuldenschub Griechen-Retter müssen 252 Milliarden Euro auftreiben

Die Lage in Griechenland verdüstert sich: Die Wirtschaft des schuldengeplagten Landes stürzt ab, laut einem vertraulichen Bericht müssen seine Retter bis 2020 rund 252 Milliarden Euro auftreiben. Europas Banken müssen mit gewaltigen Einbußen rechnen.

Griechische Akropolis: Beunruhigende Aussichten
DPA

Griechische Akropolis: Beunruhigende Aussichten


Hamburg - Es sind beunruhigende Zahlen: 252 Milliarden Euro müssen Griechenlands Retter bis Ende des Jahrzehnts auftreiben, mehr als doppelt so viel wie das zweite, 109 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für den schuldengeplagten Staat vorsieht, das Euro-Staaten, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) geschnürt haben. So steht es in einer internen, streng vertraulichen Analyse dieser Kreditgeber, die auch Troika genannt werden. Die britische "Financial Times" zitiert aus dem Dokument.

Und das ist noch nicht einmal das schlimmste Szenario, das in dem Dokument genannt wird. Denn mit der griechischen Wirtschaft geht es weiter bergab, mit jedem Tag, an dem in Athen und anderen Städten Hunderttausende Menschen streiken, mit jeder neuen drakonischen Sparmaßnahme, die die Regierung im Kampf gegen die Staatsschulden beschließt, verliert die Wirtschaft weiter an Schwung. Unter den schlimmsten denkbaren Umständen könnten die nötigen Hilfen daher auf bis zu 444 Milliarden Euro steigen, heißt es in dem Bericht.

Sprich: Das Geld, das die Retter vorgesehen haben, reicht hinten und vorne nicht. Um neue Mittel aufzutreiben, sollen nun vor allem die Banken stärker an der Griechenland-Rettung beteiligt werden. Die Euro-Zone habe sich auf eine "erhebliche Anhebung" des Bankenbeitrags geeinigt, sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Samstagmorgen vor einer Sitzung der EU-Finanzminister in Brüssel. Auch der schwedische Finanzminister Anders Borg sagte: "Es ist offensichtlich, dass ein substantieller Schuldenschnitt notwendig ist." Konkrete Zahlen nannten beide nicht.

Auf die Banken dürften aber gewaltige Ausfälle zukommen. Es wäre nötig, dass sie auf 60 Prozent ihrer Forderungen verzichten, damit das geplante zweite Rettungspaket der Troika ausreicht, heißt es in dem streng vertraulichen Bericht. Bislang sollten die Privatgläubiger nur auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Sollte man sich am Ende auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent einigen, was vielen in der EU als das wahrscheinlichste Szenario gilt, müsste die Troika ihr Rettungspaket um fünf Milliarden Euro aufstocken. Sprich: 114 Milliarden Euro zahlen.

Griechenland hängt bereits seit rund anderthalb Jahren am Tropf der Staaten. Das erste Rettungspaket in Höhe vom 110 Milliarden Euro ist mittlerweile gut zur Hälfte ausgezahlt. Die Troika rechnet nicht damit, dass das Land sich vor 2021 wieder selbst Geld am Finanzmarkt beschaffen kann.

ssu/dapd

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insgesamt 417 Beiträge
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Seite 1
sichersurfen 22.10.2011
1. 100%
Zitat von sysopDie Lage in Griechenland verdüstert sich: Die Wirtschaft des schuldengeplagten Landes stürzt ab, laut einem vertraulichen Bericht müssen*seine Retter bis 2020*rund 252 Milliarden Euro auftreiben. Europas Banken müssen mit gewaltigen Einbußen rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,793336,00.html
Müssen wir uns denn wirklich bis 2020 und sicher auch noch danach immer wieder mit Griechenland befassen? Es gibt doch nur einen Schuldenschnitt der alle Probleme löst: 100%. Und dann noch die Aufbauhilfen aus dem EU-Strukturfonds anzapfen für einen Marshallplan und das Thema Griechenland wäre durch.
Litajao 22.10.2011
2. Die Lawine wird immer größer und das von einem sooo kleinen Land
Was machen die "Euro-Retter", wenn Länder, wie Italien, Spanien dazukommen?´ Die Halbwertzeit eines Beitrags wird immer geringer. Von einer Woche geht es nun abwärts, bis zu einem halben Tag. Bin mal gespannt, was Merkel am Sonntag wieder mal für Lügen verbreitet, wie sich gegen Sarkozy durchgesetzt hat; von (Diktator)-Schäuble ganz zu schweigen. Willkommen in Absurdistan
wilde Socke 22.10.2011
3. Notopfer
Wie wäre es mit einem "Haushalts-Notopfer" für unsere Freunde in Griechenland? 1000 Euro von jedem deutschen Haushalt, die zusammen nächsten Monat mit der Runkgebühr eingezogen werden? So könnten wir Griechenland und die Banken stabilisieren! :-)
juerv1, 22.10.2011
4.
Dass Griechenland komplett am Ende ist, ist den Politikern doch schon seit langem klar. Ganz offensichtlich wird das Land mittelfristig auf Drittwelt-Niveau abstürzen. Für die Griechen eine Tragödie - die aber nicht mehr aufzuhalten ist. Das Fakelaki-System hat fertig. Jetzt geht es nur noch darum, vermittelst gigantischer "Rettungsschirme" Ackermann & Co. so viel Kohle wie möglich aus dem Steuersäckel rüberzuschieben.
lupodo 22.10.2011
5. Endlich Gerichtsvollzieher
Zitat von sysopDie Lage in Griechenland verdüstert sich: Die Wirtschaft des schuldengeplagten Landes stürzt ab, laut einem vertraulichen Bericht müssen*seine Retter bis 2020*rund 252 Milliarden Euro auftreiben. Europas Banken müssen mit gewaltigen Einbußen rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,793336,00.html
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