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Miese Konjunktur: Frankreich zieht Euro-Wirtschaft nach unten

Frankreichs Präsident Hollande: Wirtschaftsleistung enttäuscht Zur Großansicht
AFP

Frankreichs Präsident Hollande: Wirtschaftsleistung enttäuscht

Deutschlands wichtigster Handelspartner steckt in der Krise: Die französische Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Damit verliert das Wachstum in der gesamten Euro-Zone an Schwung.

Brüssel/Berlin - Die Wirtschaft in den Euro-Ländern wächst kaum noch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 17 Länder legte zwischen Juli und September nur noch um 0,1 Prozent zu, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Frankreich meldete im dritten Quartal sogar ein Minus von 0,1 Prozent.

Die EU-Kommission traut Frankreich auch in naher Zukunft nur ein schwaches Wachstum zu. 2014 soll es lediglich zu einem Plus von 0,9 Prozent reichen. Das ist etwa halb so viel wie in Deutschland. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet die Kommission; das wiederum bremst den Konsum. Obwohl das Wachstum 2015 auf 1,7 Prozent anziehen soll, dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,3 Prozent steigen.

Die Euro-Wirtschaft war im zweiten Vierteljahr erstmals nach sechs Quartalen wieder gewachsen. Damals hatte vor allem Frankreich mit einem kräftigen Plus für Schwung gesorgt. Diesmal enttäuschte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone allerdings und droht nach dem überraschenden BIP-Rückgang in die Rezession zurückzufallen.

In Deutschland halbiert sich das Wachstum

Damit steht die Währungsunion deutlich schlechter da als andere große Regionen: Die US-Wirtschaft legte im Sommer um 0,7 Prozent zu, die japanische um 0,5 Prozent.

In Deutschland halbierte sich das Wachstum zwar auf 0,3 Prozent, fiel damit aber wie erwartet aus. Italien steckt weiter in der Rezession: Die Wirtschaft schrumpfte mit 0,1 Prozent zwar nur noch leicht, aber das neunte Quartal in Folge. Spanien schaffte dagegen ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, während es in Portugal mit 0,2 Prozent bergauf ging. Auch die Niederlande schüttelten die Rezession ab. Zypern hingegen steckt weiter im Abwärtsstrudel. Die Wirtschaft der Mittelmeerinsel verlor um 0,8 Prozent. Griechenland steckt weiter tief in der Rezession, stabilisiert seine Wirtschaftsleistung aber zunehmend: Das Bruttoinlandsprodukt sank zwischen Juli und September um 3,0 Prozent, das ist der geringste Verlust seit drei Jahren. Im Frühjahr lag das Minus noch bei 3,7 Prozent.

Die schwachen BIP-Zahlen für den Euro-Raum seien wahrscheinlich kein Vorbote dafür, dass eine neue Rezession ins Haus stehe, sagte der Chefvolkswirt Europa der Nordea-Bank, Holger Sandte. "Sie werden aber die Debatte anheizen, wie weit die Europäische Zentralbank gehen soll und ob die Fiskalpolitik den Kurs wechseln sollte." Ein größerer Schock von außen, und Deflation "könnte in der Tat mehr als ein Risiko sein". Dies gelte nicht für Deutschland, aber für Südeuropa.

Für das Gesamtjahr 2013 sagt die EU-Kommission der Euro-Zone noch ein Schrumpfen von 0,4 Prozent voraus. Wachstum werde es erst 2014 geben, die Prognose für das kommende Jahr liegt bei 1,1 Prozent.

bos/Reuters/dpa

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1.
Artgarfunkel 14.11.2013
Zitat von sysopAFPDeutschlands wichtigster Handelspartner steckt in der Krise: Die französische Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Damit verliert das Wachstum in der gesamten Euro-Zone an Schwung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schwache-konjunktur-frankreich-bremst-die-eurozone-aus-a-933547.html
Das sollte einmal die EU-Kommission untersuchen. Werden da nun nicht eigentlich Milliardenstrafen fällig wegen Verschleppung der notwendigen Anpassungsmaßnahmen?
2.
gewgaw 14.11.2013
Zitat von sysopAFPDeutschlands wichtigster Handelspartner steckt in der Krise: Die französische Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Damit verliert das Wachstum in der gesamten Euro-Zone an Schwung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schwache-konjunktur-frankreich-bremst-die-eurozone-aus-a-933547.html
Die grande nation holt nur Luft, um mit ihrer Demographie uns endgültig zu überholen.
3. seltsam
verinet 14.11.2013
Zitat von sysopAFPDeutschlands wichtigster Handelspartner steckt in der Krise: Die französische Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Damit verliert das Wachstum in der gesamten Euro-Zone an Schwung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schwache-konjunktur-frankreich-bremst-die-eurozone-aus-a-933547.html
kurz vor der BT Wahl gab es doch ganz andere Nachrichten aus der Eurozone
4. "überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft"
wwwwebman 14.11.2013
Überraschend? Mich überrascht, dass es nur 0,1 Prozent sind! Frankreich ist - dank Hollande - am Ende, 0,1 sind erst der Anfang...
5.
RioTokio 14.11.2013
Zitat von sysopAFPDeutschlands wichtigster Handelspartner steckt in der Krise: Die französische Wirtschaft ist im Sommer überraschend um 0,1 Prozent geschrumpft. Damit verliert das Wachstum in der gesamten Euro-Zone an Schwung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schwache-konjunktur-frankreich-bremst-die-eurozone-aus-a-933547.html
Deutschland sollte endlich mal den Export dorsseln und mehr Baguette kaufen - dann geht es in Frankreich wieder voran.
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