Wirtschaftsmacht in Fernost Chinas Außenhandel schwächelt

Die globale Wirtschaftsflaute macht auch China zu schaffen. Die Industrieproduktion liegt auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren, die Investitionen schwächen sich weiter ab, und auch der Außenhandel meldet außergewöhnlich schlechte Zahlen.

Plastiksandalen in Peking: Chinas Wirtschaft kämpft mit der Flaute
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Plastiksandalen in Peking: Chinas Wirtschaft kämpft mit der Flaute


Peking - Ein Wirtschaftsindikator nach dem anderen zeigt, dass Chinas Wirtschaft mit der schwächelnden Weltkonjunktur zu kämpfen hat. Jetzt bestätigen Außenhandelsdaten die schlechten Konjunkturaussichten für das Land. Die chinesischen Importe fielen im August überraschend um 2,6 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Das berichtete die staatliche Zollverwaltung am Montag in Peking. Es war der dritte monatliche Rückgang in Folge. Analysten hatten mit einem kräftigen Anstieg gerechnet.

Die schwache Nachfrage nach Produkten "Made in China" durch die Wirtschaftskrise in Europa und den USA ließ auch die chinesischen Exporte mit 2,7 Prozent langsamer steigen als erwartet. Der Handelsüberschuss legte somit leicht von 25,2 Milliarden Dollar im Vormonat auf 26,7 Milliarden Dollar im August zu.

Industrie schwach, Inflation höher

Die Zahlen unterstreichen die anhaltenden Konjunkturprobleme der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Wie das nationale Statistikbüro bereits am Sonntag bekanntgab, ist Chinas Industrieproduktion im August so gering gewachsen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Der Anstieg betrug knapp neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

"Chinas Wirtschaft ist weiterhin im Konjunkturtief, und dieses wird wahrscheinlich noch etwas länger als erwartet anhalten", zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Vizedirektor des Wirtschaftsinstituts der Renmin-Universität Liu Yuanchun. Die neuen Zahlen ließen Erwartungen an die Zentralbank wachsen, die Wirtschaft mit staatlichen Investitionen zu stützen.

Die Inflation stieg im August um zwei Prozent an, im Juli hatte die Teuerungsrate noch 1,8 Prozent betragen - der niedrigste Wert seit 30 Monaten. Experten machen für den aktuellen Anstieg hauptsächlich die nach heftigen Regenfällen und höheren Getreidepreisen ebenfalls gestiegenen Lebensmittelpreise verantwortlich. Die Inflationsrate liegt allerdings deutlich unter dem Wert vom Juli 2011, als die Teuerung in China bei 6,5 Prozent lag.

nck/Reuters/dapd



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anonymus12 10.09.2012
1. Industrieproduktion wächst um knapp neun Prozent
So schwer ist es doch gar nicht: Die Industrieproduktion wächst um knapp neun Prozent, das ist weniger als in Spitzenzeiten, aber doch ein riesiges Wachstum. Sätze wie "Die Industrieproduktion liegt auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren" sind also schlicht falsch
observatorius 10.09.2012
2. Sachlich einfach falsche anti-China Propaganda
Zitat von sysopGetty ImagesDie globale Wirtschaftsflaute macht auch China zu schaffen. Die Industrieproduktion liegt auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren, die Investitionen schwächen sich weiter ab und auch der Außenhandel meldet außergewöhnlich schlechte Zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,854844,00.html
Liebe SPON-Redaktion es ist nicht das erst mal, dass sachlich schlicht Falsches behauptet wird: Richtig ist: Die ZUWACHSRATE der Industrieproduktion liegt auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Industrieproduktion liegt entgegen der SPON-Behauptung aber auf einem Rekordwert! Auch für die Investitionen gilt: Die Abschwächung betrifft den Zuwachs nicht wie behauptet den absoluten Wert. Leider musste ich wiederholt feststellen, das SPON sich an üblen Campagnen eines nach-oben-jubelns und nach-unten-schreibens beteiligt oder diese selbst führt. Das ist schlimmer als ein Armutszeugnis jounalistischer Redaktionsarbeit und Sie wissen das auch!
labudaw 10.09.2012
3. cui bono ?
Zitat von observatoriusLiebe SPON-Redaktion es ist nicht das erst mal, dass sachlich schlicht Falsches behauptet wird: Richtig ist: Die ZUWACHSRATE der Industrieproduktion liegt auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Industrieproduktion liegt entgegen der SPON-Behauptung aber auf einem Rekordwert! Auch für die Investitionen gilt: Die Abschwächung betrifft den Zuwachs nicht wie behauptet den absoluten Wert. Leider musste ich wiederholt feststellen, das SPON sich an üblen Campagnen eines nach-oben-jubelns und nach-unten-schreibens beteiligt oder diese selbst führt. Das ist schlimmer als ein Armutszeugnis jounalistischer Redaktionsarbeit und Sie wissen das auch!
China ist DAS kapitalistischste aller Länder - Deutschland knapp dahinter ! Was nicht sein darf, kann nicht sein !
anders_denker 10.09.2012
4. Ach?
Grenzenloses Wachstum ist halt mal nicht. Aber es wird in China noch eine Weile anhalten. Keine bange!
JerryFletcher 10.09.2012
5. China wächst weiter....
China wird weiter wachsen, allein schon weil der Wohlstand von 1,3 Mrd. Menschen ständig wächst. Und dabei reden wir nicht über eine 2,5% Gehaltserhöhung, sondern von Elektrizität, TV-Geräten, fliessendem Wasser, etc.; Grundbedürfnissen in unserem Land. China ist ein Land der Gegensätze. Moderner, fortschrittlicher, reicher als Deutschland in Shanghai, Wenzhou, usw., gleichzeitig Amut (. v.a. im Westen). Nehmen wir Zigaretten: Da gibt es eine Packung für 60 Cent, aber auch Schachteln für 10 Euro. Dieses Beispiel ist eines von vielen. Der Außenhandel wird zunehmend unwichtiger, da man den Konsum im eigenen Land vorantreiben will. Kurzum: SPON oder Spiegel haben für mich schon langee keine Aussagekraft mehr bzgl. China. Da werden Untergangszenarien, Vorurteile, Ressentiments, Halbwissen heraufbeschworen, die dieses Blattes unwürdig sind.
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