Schwacher Yuan: US-Senat stimmt für Strafzölle gegen China

Der US-Senat geht im Währungsstreit mit China auf Konfrontationskurs. Weil die Volksrepublik den Yuan künstlich billig hält, hat die Kongresskammer eine Reihe von Strafmaßnahmen beschlossen - so sollen chinesische Waren mit Extra-Zöllen belegt werden. Die Regierung in Peking ist empört.

Yuan-Scheine: US-Senat stimmt für Strafmaßnahmen gegen China Zur Großansicht
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Yuan-Scheine: US-Senat stimmt für Strafmaßnahmen gegen China

Washington/Peking - Hinter den Kulissen versuchte China bis zuletzt, Druck auf die US-Senatoren auszuüben. Das Land bildete in seiner US-Botschaft sogar eine zwölfköpfige Arbeitsgruppe, um systematisch Lobbyarbeit zu machen. Der Aufwand hatte nur ein Ziel: den amerikanischen Gesetzentwurf zu verhindern, der eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen die Volksrepublik vorsieht. Doch die Mehrheit der US-Politiker zeigte sich unbeeindruckt: 63 der Senatoren votierte für das Vorhaben, 35 dagegen.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, Zusatzzölle auf Produkte aus China zu erlassen, weil Peking seine Landeswährung Yuan künstlich verbillige und so seinen Export ankurbele. Chinesische Produkte würden dadurch im Vergleich zu ähnlichen US-Gütern um fast ein Drittel günstiger, sagen die Befürworter der Strafzölle im US-Senat. Das schade der US-Wirtschaft und koste Arbeitsplätze.

Der demokratische Senator Charles Schumer aus New York beschuldigte China gar, "seit Jahren einen Handelskrieg gegen die USA zu führen". "Jetzt schlagen wir endlich zurück", sagte er zu dem Vorstoß des Senats.

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Das Gesetz dürfte vorerst aber eher symbolischen Charakter haben, denn es hat wenig Aussichten auf Erfolg im Repräsentantenhaus. Dessen republikanischer Mehrheitsführer, John Boehner, hat bereits angekündigt, den Entwurf in seiner Kammer nicht zur Abstimmung vorzulegen. Er warnte, das Vorhaben könnte zu einem "Handelskrieg" mit der Volksrepublik führen. Auch US-Präsident Barack Obama unterstützt die Initiative der Senatoren seiner Partei nicht.

Der politische Schaden ist dennoch enorm. Die Regierung in Peking protestierte vehement gegen die Verabschiedung des Gesetzes. Die Zustimmung des Senats am Dienstag bedeute "wachsenden Handelsprotektionismus". Die US-Regierung und der Kongress sollten nicht den Fehler machen, per Gesetz Druck auf den chinesischen Wechselkurs auszuüben, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

Das chinesische Handelsministerium sah einen "ernsten Verstoß gegen internationale Regeln und ein falsches Signal in einem zunehmenden Handelsprotektionismus". China hat den USA zuletzt mit einem Handelskrieg gedroht, sollte das Gesetz durchgehen.

heb/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 74 Beiträge
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kdshp 12.10.2011
Zitat von sysopDer US-Senat geht im Währungsstreit mit China auf Konfrontationskurs. Weil die Volksrepublik den Yuan künstlich billig hält, hat die Kongresskammer eine Reihe von Strafmaßnahmen beschlossen - so*sollen chinesische Waren mit Extra-Zöllen belegt werden. Die Regierung in Peking ist empört. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791295,00.html
Hallo, sollte die EU mitmachen denn das ist nicht gut was china da mit der währung macht bzw. auch mit dem geld im westen und gerade in der USA nichts einkauft.
2. Was ist schlimmer?
Modsard 12.10.2011
Auf den Philippinen sind genügend Menschen die bezeugen können, dass amerikanische Unternehmen die Dumpinlöhne dort nutzen um den Gewinn zu maximieren und die Aktionäre zu befrieden was im Gegenzug einheimische Arbeitsplätze gekostet hat. Folgen daraus Strafzölle auf eigene Dienstleistungen? Denn wenn amerikanische online-Fernkurse von filippinischen 250 Dollar Call Center Agenten vertrieben werden ...
3. schneiden sich die Amis...
derlabbecker 12.10.2011
... ins eigene Fleisch. Da sie so gut wie nichts mehr selber herstellen, sondern alles ins ach so billige China 'ausgelagert' haben, werden die Produkte nun halt in den USA teurer.
4. Piraten Partei find ich gut!
kdshp 12.10.2011
Zitat von derlabbecker... ins eigene Fleisch. Da sie so gut wie nichts mehr selber herstellen, sondern alles ins ach so billige China 'ausgelagert' haben, werden die Produkte nun halt in den USA teurer.
...oder die chinesen verdienen weniger!
5. Glashäuser
Silverhair 12.10.2011
Wer fast nur importiert - und dafür mehr oder wertlose US-Dollar auf den Tisch legt, der sollte nicht über "Währungsungleichgewichte" sich gedanken machen, sondern das "Gelddrucken" vielleicht keine so wirklich nachhaltige Lösung ist! China hat durchaus die Kapitalistischen Regeln gelesen .. und auch wohl alle Kritik - und betreibt aus diesem Grunde ein Währung die nicht "konvertibel" ist also nicht irgendwo anders gehandelt werden kann! Die Folge , alle Wirtschaftsleistung kann nicht nach aussen transportiert werden ausser über Export, und dafür legen die USA dann Dollars auf den Tisch .. gut 2,7 Bio USD betragen die Devisenbestände von China in USD ... Da interessieen Währungsunterschiede überhaupt nicht .. wer nur Importiert hat irgendwann einfach gewaltige Probleme mit seinem "Kapitalexport" - und da helfen Protektionistische Gesetze auch nichts! Von den gut 14 Bio USD Staatsbonds hält China über 1 Bio .. und sollte China auf die Idee kommen diese auf den Markt zu werfen - oder auch nur 100 Mrd. USD irgendwo auf der zum Verkauf mal anzubieten, dann werden die Börsen innerhalb von Stunden das als Verkaufsignal von USD werten - und die USA sind dann so pleite das selbst ihre ratingagenturen nicht mehr als ein DDD- vergeben könnten! Wer im Glaushaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen .. das Glas bricht über einem selber zusammen! Und Handelskrieg -finde ich putzig. Die US Armee ist spätestens 3 Wochen nach Ausbruch nicht mehr auslauffähig, weil ihnen die ersatzchips aus Asien dann fehlen .. siehe mangelnde Eigenproduktion! Und was für die US-Flotte gilt, gilt eben auch für Flugzeuge, Schiffe, Computertechnik - sogar die Banken dürften einige Probleme kriegen ihre Laptops und Handys dann noch so lange in Betrieb zu halten .. kommt einfach alles aus China/Asien ..
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