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Schwächelnde Wirtschaftsmacht: Japan droht erneut der Absturz

Schwerer Rückschlag für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt: Japans Ökonomie ist Ende 2011 deutlich stärker geschrumpft als von Experten erwartet. Aufs Jahr gerechnet betrug das Minus 2,3 Prozent. Dabei schien das Land sich zuletzt ein wenig zu erholen.

Tokio - Japan droht erneut der Absturz in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt verringerte sich von Oktober bis Dezember um 0,6 Prozent. Der Rückgang war doppelt so groß wie von Experten erwartet. Die Gründe: die weltweite Konjunkturflaute, Produktionsausfälle im überfluteten Thailand und ein starker Yen, der Exporte verteuert.

Dabei hatte das Land erst vor wenigen Monaten Anzeichen einer Erholung gezeigt. Im dritten Quartal verzeichnete Japan erstmals seit einem Jahr wieder Wachstum. Und dieses Plus fiel mit 1,7 Prozent sogar höher aus als zunächst angegeben, wie die Regierung am Montag mitteilte.

Doch nun sieht es wieder düster aus. Ende Januar war bereits bekannt geworden, dass das exportabhängige Japan erstmals seit mehr als 30 Jahren mehr Waren importiert als ausgeführt hat. Die Exporte des Landes sanken 2011 um 2,7 Prozent, die Importe dagegen legten um zwölf Prozent zu.

Die Regierung steuert mit Milliarden dagegen

Aufs Jahr hochgerechnet entspricht der Rückgang im Schlussquartal einem Minus von 2,3 Prozent. Hier hatten Experten einen Wert von minus 1,4 Prozent erwartet. Die USA verzeichneten im selben Quartal aufs Jahr hochgerechnet einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent.

Volkswirte gehen jedoch davon aus, dass die japanische Wirtschaft im Laufe des Jahres wieder wächst. Die Regierung fördert den Wiederaufbau nach der Fukushima-Atomkatastrophe vor knapp einem Jahr mit Milliarden. Zudem pumpt die Notenbank Milliarden in die Märkte.

cte/Reuters

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