Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schwangere Managerin: Gericht verurteilt Sony Music wegen Diskriminierung

Der Streit sorgte bundesweit für Aufsehen: Eine Tochter des Elektronikriesen Sony soll eine Mitarbeiterin bei der Beförderung übergangen haben, weil sie schwanger war. Die Frau verlangte Schadensersatz wegen Diskriminierung - und bekam nun recht.

Sony-Zentrale in Tokio: Entschädigung im "unteren fünfstelligen Bereich" Zur Großansicht
DPA

Sony-Zentrale in Tokio: Entschädigung im "unteren fünfstelligen Bereich"

Berlin - Anstatt sie zu befördern, riet ihr der Arbeitgeber, "sie solle sich auf ihr Kind freuen": Das Berliner Landesarbeitsgericht hat das Unternehmen Sony Music Entertainment nun wegen Diskriminierung einer Angestellten zu einer Entschädigungszahlung verurteilt. Die Frau klagte, man habe sie bei einer Beförderung übergangen, weil sie schwanger war.

Das Gericht sprach der Klägerin eine Entschädigung "im unteren fünfstelligen Bereich" zu. Die Frau arbeitete als Abteilungsleiterin im Bereich International Marketing in dem Unternehmen, das zur Sony Corporation gehört. Als sie sich im September 2005 um die freie Stelle ihres Chefs bewarb, wurde ein männlicher Kollege vorgezogen. Sony verwies bei der Bekanntgabe der Beförderung auf die familiäre Situation der Klägerin.

In den Verhandlungen stellte die Klägerin ihre Hartnäckigkeit unter Beweis. Zweimal wies das Landesarbeitsgericht ihre Klage ab. Die Begründung: Ihre Beweise für eine Diskriminierung seien zu schwach. Doch nach der Rechtsprechung reicht es aus, wenn eine Diskriminierung naheliegend ist. Die sogenannte Beweislast kehrt sich dann um. Im dritten Anlauf entschied das Gericht, Sony könne eine Diskriminierung nicht widerlegen - und gab der Frau recht. Gegen das Urteil kann Revision beim Bundesarbeitsgericht eingelegt werden.

AZ: 3 Sa 917/11

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es auf Basis einer Agenturmeldung, ein Gericht habe Sony wegen Diskriminierung verurteilt. Das ist nicht korrekt: Verurteilt wurde Sony Music Entertainment. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten ihn zu entschuldigen.

sar/AFP/dapd

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: