Abstimmung über Geldsystem Schweizer Bürger lehnen Vollgeld ab

Die Schweizer Bevölkerung hat einen radikalen Vorschlag für ein neues Geldsystem am Sonntag abgelehnt. Nach ersten Hochrechnungen stimmten rund drei Viertel gegen die Einführung des sogenannten Vollgelds.

Schweizer Franken
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Die Bürger in der Schweiz haben die Vollgeldinitiative zur Einführung eines neuen Geldsystems abgelehnt. Ersten Hochrechnungen zufolge stimmten 74 Prozent gegen die Initiative.

Der Vorschlag hätte die Kreditvergabe der Banken beschränkt und die Notenbank zur einzigen Quelle für neues Geld gemacht. Die Banken dürften nur noch so viel Geld als Kredit verleihen, wie sie selbst wirklich vorrätig hätten - entweder durch Bargeld oder durch Guthaben bei der Zentralbank. Die Befürworter wollten das Finanzsystem so sicherer und weniger krisenanfällig machen (eine genaue Erklärung der Idee lesen Sie hier).

Die Schweizer Regierung, die Notenbank sowie Industrie- und Bankenvertreter hatten den Vorschlag abgelehnt. Die Umstellung wäre riskant, die Folgen kaum absehbar, so die Argumente.

stk/Reuters



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jkbremen 10.06.2018
1. Immerhin
die Schweizer können über sowas abstimmen. Gelebte Demokratie.
Titanus 10.06.2018
2. Schade
Ein Vollgeldsystem ist das einzige, das auf Dauer funktionieren kann. Schade, dass die sonst so fortschrittlichen Schweizer das abgelehnt haben.
Sandlöscher 10.06.2018
3. Chance vertan
Es wäre mutig gewesen, das System der unkontrollierten Geldschöpfung durch Geschäftsbanken zu beenden. Das System Geld aus dem Nichts zu schöpfen, ist mittlerweile weltweit völlig außer Kontrolle geraten. Allein das Verhältnis zwischen Waren/Dienstleistungen und der virtuellen (ungedeckten Geldmenge) ist eine wirtschaftliche Massenvernichtungswaffe. Die jetzige Geldschöpfung ist u.a. auch die Hauptquelle des grauen Kapitalmarktes, der weiterhin weitgehend ungeregelt agiert und somit die Realwirtschaft und ganze Staaten ökonomisch im Würgegriff hält. Dass der Schweiz letztendlich der Mut gefehlt hat, alleine eine neuen Weg einzuschlagen ist ökonomisch nachvollziehbar wenn auch bedauerlich. An der nächsten Finanzkrise wird aktuell mit Hilfe der unkontrollierten Geldschöpfung in Verbindung mit Nullzind gearbeitet. Ein zweites 2007/2008 wird ohne eine massive Systemkorrektur nicht mehr zu handhaben sein.
kakadu 10.06.2018
4. Schade
Es wäre ein gutes Experiment geworden auf Kosten der Schweizer. Vielleicht wären die Schweizerbanken anschließend die sichersten der Welt geworden. Die Kosten der Umstellung hätten die Bürger durch die vorherige Geldentwertung mit bezahlt.
rudi_ralala 10.06.2018
5.
Obwohl ich es mir gewünscht hätte, aber von den Schweizern eine Revolution zu erwarten, ist dann doch wohl zu viel des Guten. Den Schweizern geht es genau so wie den Deutschen, die meisten haben kein Buchgeld auf den Konten oder nur ein Minimum. Die die etwas Kohle haben, legen gerne 1.000er Frankenscheine unter das Kopfkissen. Deshalb kann es denen, ob Vollgeld oder Giralgeld am A.... verbeigehen. Mir geht es genauso, mein Geld ist in Betongold und Edelmetallen angelegt, da sehe gelassen die nächste Finanzkrise kommen. Erst danach sollte man noch einmal fragen, Vollgeld oder Fiatgeld?
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