PR-Kampagne: Chinesen verwechseln ständig Schweiz und Schweden
Schweiz oder Schweden? Auf Chinesisch klingen beide Länder recht ähnlich - was zu Verwechslungen führt. Abhilfe soll nun eine Kampagne bringen, in der es von Klischees nur so wimmelt: Alphörner und Käsefondue, Bikini-Blondinen und Pippi Langstrumpf.
Hamburg/Bern - Aus chinesischer Sicht ist dieses Europa zwar durchaus beliebt, aber ziemlich unübersichtlich. Vollends verwirrend wird es, wenn zwei kleine, weit entfernte Länder nahezu gleich klingen - so wie Schweden ("Ruidian") und die Schweiz ("Ruishi"). Nicht selten soll es daher vorkommen, dass ein Eidgenosse für einen Schweden gehalten wird und umgekehrt.
Doch nun haben sich die Vertretungen der beiden Länder in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai zusammengeschlossen, um dem Verwirrspiel ein Ende zu machen. In einer gemeinsamen Kampagne klären die jeweiligen Generalkonsulate seit Anfang September über die Unterschiede zwischen ihren Staaten auf, wie die Schweizer Tageszeitung "20 Minuten" berichtet.
Unter anderem werben Schweden und die Schweiz dabei mit dem Motiv einer Europa-Karte, auf der die beiden Staaten deutlich hervorgehoben und vergrößert sind. Darin: Zeichnungen landestypischer Merkmale.
Zurückgreifen können sie dabei auf einen offenbar auch in China reichen Fundus an Klischees. "Die Chinesen sind meist sehr gut in der Lage, die Schweiz zu identifizieren", sagte ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums SPIEGEL ONLINE. Woran, das kann man an dem Motiv erahnen: Neben schneebedeckten Alpengipfeln findet sich eine goldene Luxusuhr, ein Käsefondue, ein Alphornbläser - und Roger Federer.
"Klischees wie Uhren und Schokolade sind ideale Anknüpfungspunkte, um das chinesische Publikum abzuholen", teilte das Schweizer Außenministerium mit. Im weiteren Verlauf der noch bis Ende November dauernden Kampagne würden dann viele in China noch unbekannte Aspekte der Schweiz hervorgehoben. Ohnehin sei die Verwechslungsgefahr zu Schweden weniger ein Problem als eine Chance: So könne man die Neugier der Chinesen auf humorvolle Weise wecken.
Schweden, das Land der Bikini-Blondinen und der Homo-Ehe
Auch ein Blick auf die Schweden-Karte verrät: Die Vorurteile in China entsprechen ziemlich genau denen, die auch in Deutschland anzutreffen sind - angefangen von einer Blondine im Bikini über Pippi Langstrumpf und einem in wohl jeder Ikea-Filiale dieser Welt erhältlichen Teller Köttbullar bis hin zu einem Rentierschlitten. Bemerkenswert ist jedoch, dass Schweden in China offenbar für die Homo-Ehe bekannt ist, wie das Piktogramm zweier händchenhaltender Männer mit einem Herz in Regenbogenfarben verdeutlicht.
Offen bleibt, ob es dem chinesischen Publikum gelingt, den Phantasiereichtum der bisherigen Kampagnenmotive gar noch zu steigern: In einem Wettbewerb können sie Kunstwerke über die Unterschiede zwischen Schweden und der Schweiz einreichen.
fdi
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